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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1853-10-24 · Heft 44 (24.10.1853) · p. Seite 563

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
17 (1853)
Issue
Heft 44 (24.10.1853)
Date
1853-10-24
Page
Seite 563 (sequence 11)
Language
German
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563 Fenster, Gallerien 2c. verschönert, wie dies bereits bei den Sklower- und Seilcrhof-Synagogen geschehen. Förmlich neue Umgestaltungen sind mit den obenerwähnten drei ältesten Synagogen, dieselben hatten seit'Entstehen schon ihre Lokalicn Grauzenstraße im Pokoihofe. Dies Vordergebäude, worin die Lissaer und Zülzer Betlokalien bestanden, wurde Ostern d. 3. niedergeriffen, der neue Aufbau dieses Gebäudes ist zu Privatwohnungen nur hergestellt worden. Die Landsynagoge, welche im Hofe dieses Hauses sich noch befindet, wird kommendes Frühjahr niedergeriffen und schweben über deren künftigen Stand schon mehrfache Unterhandlungen; der Zülzer Synagoge find wiederum nur zwei kleine Lokalicn in einem im Bau begriffenen neuen Hofgebaude daselbst zur Benutzung miethweise im Entstehen, so daß dieselben hoffentlich zu den bevorstehenden Feiertagen von der Gesellschaft benutzt werden. Durch rastlose Thängkcit im frommen Sinne des zeitigen Vorstandes der Lissaer Synagoge, Herrn Josef Lazarus, Julius Sachs und Eduard Zoachimssohn, haben dieselben ein Abkommen mit dern Hausbesitzer, Rauschestraße Nr. 20, getroffen und hat Letzterer (wiewohl christlicher Konfession, jedoch bereitwilligst in annehmbaren Pachtzins) fich zu dem Wegriß eines in seinem Hofraum bis dahin gestandenen Gebäudes und statt dessen zum Aufbau eines neuen Synagozengebaudrs entschlossen. Rasch wie der Entschluß wurde an's Werk geschritten und das neue Gebäude massiv gebaut mit Zinkbedachung ist nun emporgcsprossen. Drei, 18 Fuß hohe bogenförmige Fenster, so wie eine etwa 15 Fuß im Umfange angebrachte Kuppel der Synagoge lassen schon den Anschauendcn von Außen den innern Wcrrh desselben errathcn. Vom Hofe führt eine Treppe zu der Synagoge für die Herren, die weitere zu der für die Damen, welche im Innern durch 3 Gallerien mit elegantester gothischer Verzierung verbunden find. Das innere Werk dieses Gotteshauses ist durch die Synagvgenkasse durchweg neu angeschafft. Die heilige Lade, zwei Altäre und Sitzbänke wie Aehnliche Ref. hier noch nie gesehen, sämmtlichcs von Eleganz mit gothisch vergoldeten Verzierungen, find vom hiefigen Tischlerureister Herrn Cohn angefertigt. Sechs silberne, davon 2 fünf* armige Altarleuchter, 8 sechSarmige, 1 zwölfarmiger platlirter Kronleuchter und so viele Wandarmleuchter verschaffen der Synagoge am Abend das Aussehen eines Strahlenmecrcs. Nächst den sinnreichsten symbolischen Malereien find insbesondere über der Dundeslade Symbole aus der Vot^cit des Jndenthums, so wie von beiden Seiten derselben zwei dem preußischen Königshause gewidmete Wien (hebräischer und deutscher Schrift) in breiten verzierten Goldrahmen angebracht. Die Synagoge ist für 70 Herren- und eben so viele Damenplätze reservirr. Wie beiliegendes Programm besagt, fand am 23. d. M. die Einweihung dieser neuen Synagoge stall. Nachdem vorher von Seiten des Synagogcnvorstands für Aufrechterhaltung der Ordnung die nöthigen Maßregeln getroffen und Einladungen hierzu erfolgten, wurde den etwa 200 Geladenen von 2 Uhr Mittags ab der Eingang zum Tempel gestattet. Nachdem um 2*/s Uhr Sc. Eizellen; der Herr Polizeipräsident von Köhler hiezu als Gast cingetreten, begann alsbald die Feier mir dem 1212 ri?: vorgctragcn vom Synagogenkanror Herrn Löwinsohn und Musikbegleitung der Jakobischen Kapelle; hierauf alles nach Ordnung des vorgedruckten erwähnten Programms, verfaßt von uuserm berühmten Fürstenthal direkt für diese Feier. Die Toras waren außer den behängten Silberschildern rc. mir Kränzen umgeben. Nachdem dieselben in der Buudeslade (nach siebenmaligem Umgang in der Synagoge) aufbewahrt waren, bestieg Herr Obcrrabbiner Tiktin die Kanzel und legte in seiner sinnreichen Predigt die Feier dieses TageS den Anwesenden speziell dar, dankte schließlich dem anwesenden Herrn Präsidenten, so wie auch den Anwesenden anderer Konfessionen und beherzigte die Gesellschaft das Wohl der Synagoge stets vereint auftecht zu erhalten, worauf Gesang mit Musikbegleitung die sehr erhebende Feier schloß. — Die Feier währte bis 4 ljz Uhr. 2l n zeigen. Ein junger, unverheiratheter, eraminirter Religionslehrcr. der auch ama ist, kann ru diesem bei 100 Thaler baarem Gehalre. oder 40 Thlr. und fteier Station und 50 Thlr. für die rrarrre die hiesige Stelle antreten, zu welchem Bchusc sich Rcstektirende mir ihren Zeugnissen in ftankirtcn Priesen zu wenden haben an den Vorsteher: Selig Jaeobp. Perleberg, 9. Oktober 1853. Die hiesige israelitische Gemeinde sucht zu sofortiger Anstellung einen Religionslehrer, der zugleich Vorderer und Schächter ist. Hierauf Rcstektirende wollen fich persönlich oder in ftankirtcn Briefen melden beim Vorstand der israelitischen Gemeinde. M. Cohn. I. Langllein. Parchim, in Mecklenb.-Schwerin, im Qkt. 1853.

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