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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1853-10-03 · Heft 41 (3.10.1853) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
17 (1853)
Issue
Heft 41 (3.10.1853)
Date
1853-10-03
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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No. 4L xm Jahrgang. Allgemeine Zeitung -cs Zudcnthmns. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redaktion: Dr. Ludwig Philippfon, Dr. V. Meyer, Rabbiner z» Magdeburg. verantwortlicher Redakteur. Leipzig, den 3. Oktober 1853. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 78 Bogen in Quart i»L. des Titels, Registers u. s.w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes, d erselb en die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. t5 Ngr. <1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22*/a Ngr. (18 g@r.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Ervcditionen nehme» Bestellungen an; der Hauptspeditio» für beide Letztere hat sich die königl. sächs. Zeitungs-Erpedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitender Artikel: Dogmen oder nicht? H. Zeitungsnachrichten: Preußen: Berlin, Berlin. Oesterreichischer Kaiserstaat: Aus Mähren, Lemberg, Lundenburq. Großbritanien: London. Literarische Nachrichten: Hannover. Korrespondenz: Magdeburg: Reiseberichte. (Fortsetzung.) Leitender Artikel. Magdeburg, 25. September. Dogmen oder nicht? II. Es mag Konfessionen, Rcligionsgesellschaften, Sekten geben, in denen und für die die Dogmen die Hauptsache ihrer Existenz find, die in ihren Dogmen die Ursache ihres Entstehens, das Motiv ihres Bestandes, ihr Charakteristikum und Separatistikum haben — das Judenthum gehört nicht zu diesen, das Judenthum ist Leben und konkretes Wesen, das Judenthum ist „kein auf Flaschen abgezogener Begriff, kein philologischer Lcrikonartikel, keine historische Ruine, kein abgegriffenes Brakteat, und die Juden find keine aufgenadclten Käfer," wie jüngst ein Freund an uns schrieb. Das Judenthum ist vor Allem Leben vor, in und mit Gott, dem geoffenbarten, gekannten und gefühlten, ist Betätigung der Heiligung im Leben durch Liebe und Gerechtigkeit. Das Judenthum lebt aber auch diesen ganz universalen Inhalt in bestimmter Erscheinung, die historisch gewachsen und formaliter sich gewandelt hat "an dem bestimmten Stamm der Juden. Gerade weil aber so das Judenthum als konkretes Wesen mit Fleisch und Bein durch die Geschichte geschritten ist und durch Gegenwart und Zukunft schreitet, war es ihm niemals nothwendig, seine Dogmen an den Fingern aufzuzählen, war es ihm niemals nothwendig, an seinen Marken Wappenschilder und bemalte Grenzpfeiler und farbige Barriürcn zu errichten: „DiS hierher und nicht weiter!" Es konnte dies nur das Werk von Denkern sein, die in ihrer Gedankenwelt über die Marken des Judenthums hinauszugehen selbst fürchteten: denn daß jemals eine Verwechselung stattfinden könnte — «er konnte dies in der Thal glauben? Wer seine Grenzen mit Mauern, wie die Chinesen, oder mit einem Wüstengürtel, wie die alten Germanen, umgicbt, der muß sich selbst schwach fühlen, der muß jene für seine einzigen wirklichen Vertheidigungsmittel halten. Wenn demnach daS Judenthum von jeher das Gelüste nach Aufstellung solcher Dogmen, die unveränderlich als die „Glaubensartikel," als das „Glaubcnsbekenntniß" des Judenthums gelten sollten, von denen kein Individuum auch nur ein einziges verwerfen dürfe, ohne als „Abtrünniger" verworfen zu werden, zurückgewiesen hat: so hat es damit nur seinem innersten Wesen Genüge gethan. Hat es auch solche Versuche bisweilen geduldet, so that es doch dies auf eine Weise, daß es diese bloße Duldung sofort dokumentirte. Wenn die Synagoge die

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