Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 17 (1853)
- Issue
- Heft 39 (19.9.1853)
- Date
- 1853-09-19
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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xtil Jahrgang. Allgemeine No. 8V. Zeitung -es Zudeuthums. Eiu unparteiisches Organ für alles jüdische Zrrtereffe. Redaktion: Dr. Ludwig Philippson, l>r. V. Meyer, Stabbiner zu Magdeburg. verautwortlicher Redakteur. Leipzig, den 19. September 1853. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal. Montags, unk wird jährlich 75 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers «. s.w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Rgr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate— 22'/s Ngr. (IS gGr.) für das Vierteljahr angesehl worden. AUe Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Erveditionen nehmen Bestellungen an: der-Hauptspetition für beide Letztere bat sich die königl. fachs Aeitungs-Erpedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitender Artikel: Unser Programm. Zeitungsnachrici,:cn: Deutschland: Frankfurt. Worms. Preußen: Berlin, Oestcrreichifcher Kaiserstaat: Wien, Teschen. Niederlande: Magdeburg. Gro ßbrita ni en: London. Palästina: Jerusalem- Asien: Damaskus. Afrika: Algerien. Korrespondenzen: Magdeburg: Reiseberichte. Lengsseld: Kultusresorm. (Fortsetzung.) Leitender Artikel. Magdeburg, 9. September. Unser Programm. Es gehört zu Leu wichtigsten Vorrheilen und Erfolgen einer Reise, daß sie uns mit vielen und bedeutenden Persönlichkeiten zusammcubringt, welche zu Len belcblesten Diskussionen Veranlassung geben. Da gilt cs, seine Ideen klar und bestimmt auszusprcchcn, sie denen Anderer gegenüber zu mokiviren und zu vcrthcitigen oder auch sic mit den Ucb crzeugungcn Andrer zu vcrober auszugleichen. Nicht minder tritt Lies bei den Beobachtungen ein, die wir an den Orten, die wir besuchen, zu machen Gelegenheit haben. Die Wirklichkeit, wie sie sich da aufdrängt, wird zum Prüfstein für die Ansichten, welche wir mir uns herumtragen, unv die zäheste Natur kann sich dieser Einwirkung nicht entziehen, da sie zum Lhcil unbewußt geschieht. Wohl dann, wenn wir in Dem, was wir mitbringcn, keinen vollen Gegensatz zu Dem, was wir antressen, sindcn, vielmehr in Jenem nur bestärk! und gckräftigt werden, und so zu immer klarerer Anschauung gelangen. Nicht selten stellte sich auf der Reise, die wir jüngst durch die herrlichen Hauptstädte Böhmens und des Erzhcrzogthumö gemacht, die konzinne Frage uns entgegen: was halten Sic von der Zukunft? unk was ist zu thun? — sei es, daß diese Frage in der That also an uns gerichtet wurde, sei es, daß die ftcudigcn oder trüben Beobachtungen sic uns von selbst aufdrängien.... Wir schwankten niemals, cs auszudrücken, wir waren nie zweifelhaft, was wir zu antworten hätten, und — offen gesagt, Alles was wir auf dieser Reise erfahren haben, bestärkte uns nur darin. Wir haben kein neues Programm mir nach Hause gebracht, nur klarer und bestimmter ist es geworden. UebcraU hat cs sich uns gezeigt, daß das Konserviren und Reformiren, Beides allein und an sich er protesso oder prinzipialiter — Unsinn ist. Wir Alle sind berufen zu konserviren. Wir Alle sind genörhigt zu reformiren... Jeder wahrhafte Anhänger des Judenlhums ist berufen zu konserviren; zunächst liegt dies im Begriff, denn wir wollen ja die Religion der vier Jahrtausende konserviren, erhalten, fortpstanzen, unseren Kindern übertragen. Alsdann sehen wir die auflöienlc, die zersetzende Kraft unv die materielle Richtung der Zeit zu viele Zerstörungen ' in religiöser unv sittlicher Beziehung anrichren; wir sehen die ganze äußere Erscheinung des Zudeuthums immer mehr zerfallen und schwinden, und wissen zu gut, daß bloße Prinzipien Las zweite Geschlecht nicht mehr zu fes-