Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 17 (1853)
- Issue
- Heft 38 (12.9.1853)
- Date
- 1853-09-12
- Page
- Seite 484 (sequence 12)
- Language
- German
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484 in den Händen einer zahlreichen Priesterkaste, die eS durch Wahrsagerei, durch falschen Prophetengeist gängelte. In Juda dauerte der Kultus und die Verehrung deS Einigen fort, allein die häufige Berührung mit Israel, die hier herrschende größere Freiheit im Kulms verleitete auch jenes zum Götzendienste, und so nehmen wir die höchst merkwürdige Erscheinung wahr, daß neben dem Kulms deS Einigen, der aber zur bloßen Form herabgesunken war, auch die Verehrung der Götzen bestand, daß neben der pünktlichsten Befolgung der Opfergesetze, der Feier der Festtage Lug und Trug, Bestechung und Rechtsverdrehung immer mehr die Oberhand gewannen. Doch jemehr daS Volk in Lasterhaftigkeit versank, jemehr es sich von seinem Berufe, der Träger der göttlichen Lehre zu sein, entftemdete, — desto kräftiger traten die Boten des Ewigen — die Propheten — auf, desto reiner entwickelten fie die geoffenbarte» Ideen, von welchen einstenS die gesammte Menschheit durchdrungen werden wird. Somit hatte auch die religiöse und sittliche Entattung Israels zur Folge, daß die Lehre des Einigen aus den engen Grenzen einer Volksreligion herausttat und zur Glaubenslehre aller Völker sich erhob. Bon welchen Völkern drohte zu jener Zeit und etwas später den Israeliten am meisten Gefahr? Gleich nach der Trennung des Reichs war es Aegypten, das gegen Juda eine feindliche Stellung einnahm, indem es schon Rehabeam mit Erfolg bekriegte und den Tempel plünderte; auch würde es für die Folge gegen Juda sowohl, als auch gegen Israel diese Stellung behauptet haben, wenn nicht um dieselbe Zeit eine andere Großmacht — Assyrien — mit ihm um die Weltherrschaft gekämpft und jene Reiche sich ihm nicht aus falscher Polittk angeschlossen hätten. Doch Assyrien rächte sich ob der Verbindung mit seinem Nebenbuhler an Israel, das es zinspfiichttg und in Abhängigkeit von sich machte. Außer diesen beiden Reichen Aegypten und Assyrien waren es die kleineren Staaten, Edom, Moab und die Philister (früher abhängig von den Israeliten, aber wegen der Ohnmacht beider Reiche ihre Selbstständigkeit sich erkämpfend), welche oftmals wider die Israeliten in die Offensive ttaten. R. Anzeige«. In der hiesigen jüdischen Gemeinde soll zum 1. Aprll 1854 die Stelle eines zweiten Kultusbeamten anderweittg besetzt werden. Bei einem Firum von 250 Thlr. nebst fteier Amtswohnung und sonstigen Nebeneinkünsten, bestehen die Funktionen dieses Beamten im Vorbetea und Schlachten (ftn und am«). Qualifizirte verheirathete Bewerber wollen ihre Zeugnisse bis zum 1. Dezenter d. I. portofrei an uns einsenden. Stargard in Pommern, 23. August 1853. Der Vorstand der jüdischen Gemeinde. Carl Levin. 4jj>. Meyer jun. M. L. Reifernann. Mit dem 1. November d. I. soll in Sttelitz in Mecklenburg die Stelle eines Schächters, Kantors und Religionslehrers besetzt werden. Gehalt 150 Thlr. pr. Ert. ohne den Erttag der i-ra-rras, der sich auf circa 100 Thlr. beläuft. Reflektanten die unverheirathet und fähig sdld, einen Chor zu leiten, wollen sich unter Anschluß ihrer Zeugnisse in frankirten Briefen wenden an den Vorstand der jüdischen Gemeinde in Strelitz in Mecklenburg. Im September 1853. In der hiesigen jüdischen Gemeinde wird zum 1. April 1854 die Stelle eine Predigers und Lehrers vakant. Außer fteier Amtswohnung und Nebeneinkünste, ist diese Stelle mit einem Gehalt von 300 Thalern firirt. Qualifizitte Bewerber — jedoch nur verheirathete — mit Hathorath haroah versehen, wollen ihre Zeugnisse bis zum 1. Dezember d. I. portofrei an uns einsenden. Stargard in Pommern, 23. August 1853. Der Vorstand der jüdischen Gemeinde. Carl Levin. H. Meyer jun. M. L. Reifernann. In der Privat sch ule des Unterzeichneten können einige Pensionäre unter sehr vortheilhaften Bedingungen ausgenommen werden, und wird ein gediegener Unterricht in sämmtlicher jüdischer Literatur als besonders N2D» und deren Kommentar und in allen deutschen Wissenschaften, die der Kaufmannschaft, der ftanfischen und englischen Sprache, versichert. Eben so wird der religiöse und moralische Lebenswandel der Zöglinge streng überwacht. Nähere Auskunft ertheilt Raphael Greif, Lehrer der israelit. Theologie zu Bad-Homburg.