Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 17 (1853)
- Issue
- Heft 37 (5.9.1853)
- Date
- 1853-09-05
- Page
- Seite 471 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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471 Rabbi Jakob Emden thätig war. — Von den vielen Synagogen, welche früher in der hiesigen Gemeinde bestanden, findet sich außer der Hauptsynagoge jetzt nur noch eine, welche von einem Legate des sei. Raphael Lichtenstein erhalten wird. Dieser Mann hat sich außerdem, gleich dem seligen vr. Heymann, durch seine Vermächtnisse ein bleibendes Denkmal in den Herzen so Vieler, die noch jetzt seine Wohlthaten genießen, gesetzt. Fromm wie er war, verlangte er einen gleichen Lebenswandel von seinem Sohne und vermachte ihm in seinem letzten Willen eine bedeutende Summe als Erbschaft nur unter der Bedingung, daß er sich nicht mit rii">:iLN maan beschäftige. Der Sohn aber that dies nicht nur dennoch, sondern ging sogar später zum Christenthum über und als die Testamenröerecuroren deshalb klagbar wurden, forderte das Gericht den damaligen Gemeindebeeidigten, den Vater des bekannten Munk in Paris, auf, zu erklären, was man unter diesem Ausdrucke verstände, und als dieser denselben durch Ketzerei übersetzte, erklärte das Gericht, daß daS Christenthum keine Ketzerei sei und somit blieb der Sohn im Besitze seiner Erbschaft. Zn politischer Beziehung als für die Gegenwart von Interesse wäre hier noch nachträglich;u bemerken, daß man eS bei uns mit der Wahrung deS PrincipS vom christlichen Staat nickt so genau wie anderwärts zu nehmen scheint. Sv haben wir nickt nur ganz in unserer Nähe in dem Dorfe Zarkau noch jetzt einen jüdischen Schulzen. Namens Levy, sondern in dem hiesigen evangelischen Gymnasium ist es sogar dem vr. Ed. Munk, bekannt als Verfasser mehrerer tüchtiger Schriften, gestattet zu unterrichten und die Abiturienten bei ihrem Abgänge zu prüfen, eine Vergünstigung, die derselbe nur noch mit dem vr. Töplitz in Lissa und dem vr. Löwenthal in Posen theilt. — Ich breche heute diesen Bericht hier ab, indem ich die obige Bitte nochmals wiederhole und zugleich verspreche, was mir etwa noch über die Geschichte der jüdischen Gemeinde zu Glogau Bemerkenswerthes zu Gesichte kommen sollte, in diesen Blättern gern nachträglich mittheilcn zu wollen. qq. Anzeigen. An hiesiger Synagoge soll, wegen vorgerückten Alters des bisherigen Kantors, diese Stelle neu besetzt werden, derselbe muß musikalisch gebildet, und da der Synagogen-! dienst keine ausreichende Beschäftigung gewährt, zugleich! befähigt sein, sich dem Elementarunterricht und widmen zu können. Hierzu qualisizirte Personen mit guten Zeugnissen versehen, haben sich an den Unterzeichneten Gemeindevorstand zu wenden. Dresden, den 18. August 1853. Der Vorstand der israel. Religionsgemeiude. Das israelitische Erzichungs- und Bildungsinstitut fir Knaben von Dd. Schwarzauer, so wie das für Mädchen gebildeter Eltern von Madame Schwarzauer in Dresden ist fortwährend bereit, neue Zöglinge aufzunehmen. DaS zu erstrebende Ziel desselben, als bereits bekannt vorauSsetzcnd, und beziehentlich auf eine Annonce vom 15. d. M. in Nr. 34 d. Bl. find Interessenten ergebenst ersucht: brieflich sich zu melden an den Unterzeichneten Vorstand Dresden, 22. August 1853. M. Schwarzauer. Ich habe durch längere Zeit Gelegenheit gehabt, daS Institut des Herrn Schwarzauer zu beobachten, und freue mich meine Anerkennung der Leistungen dieser Anstalt aussprechen zu können. Sie ist von echt religiösem und sittlichem Geiste getragen, und es wachen Herr und Madame Schwarzauer mit der angestrengtesten Sorgfalt über das Seelen- und Körperwvhl der ihnen anvertrauten Zöglinge. Bei den mehrfachen Religioneprüfungen, die die Schüler des Herrn Schwarzauer bei mir ablegren, traten mir in deren mannigfaltigem Wissen, treffliche Anzeichen des redlichen, aufrichtigen Fleißes deS LchrerS entgegen. Diese Wahrnehmung bietet sich überhaupt in der Leitung des ganzen Instituts dar: und so glaube ich mit vollem Rechte israelitischen Eltern denen das religiöse und sittliche Wohl ihrer Kinder, wie deren wissenschaftliche Bildung am Herzen liegt, diese Anstalt als eine der vorzüglichsten empfehlen zu können. Dresden, den 20. Zuli 1853. Dr. A. Frankel, Oberrabbiner. Literarische Anzeige». Ir. Baumgärtners Buchhandlung zu Leipzig ist erschienen und in allen Buchhandlungen zu haben: Staatsthierarzneikunde. Von Dr. I. E. L. Falke, Professor au rer Umrerfität und Lehrer der Thierheilkuud« am landrvirrhschaftlichen Instilnt« und rhierärztlichen Physik»» zu Jena. 8. broch. Preis 6 Ngr.