Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 17 (1853)
- Issue
- Heft 36 (29.8.1853)
- Date
- 1853-08-29
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Beilage zur Allgemeinen Zeitung des Judenthums Nr. 36. Alle Anzeigen und Beilagen geschehen auf kosten ihrer Verfasser, und ist die Redaktion dem Publikum nicht verantwortlich dafür. Nekrolog. Am 8. August 1853 verschied der Herr MarkuS Schüller, Oberlehrer an der hiesigen deutschen Schule, nach einem kurzen, aber segensreichen Wirken im 41. Zabre seines Lebens. Mit den Gymnasial- und philosophischen Studien vertraut, wendete sich Herr Schüller dem Lehrsache zu, und, an der Hauptschule zu Prag für diesen Beruf herangebildet, bezeichneten ihn seine natürlichen Anlagen, sein reger Geist und Wille schon während seiner Lehramtskadidatur als den künftigen gewandten Volksschullehrer. Der folgende Zug aus jenem Lebensabschnitte des so früh Verblichenen wird sowohl für sein Talent als die Charakteristik, die ihm bis zu seinem Lebensende eigen geblieben, bezeichnend sein. Sein Durchlaucht Prinz Rohan in Prag hat ihm im Jahre 1843, als dem unter den Lehramtskandidaten zumeist Befähigten ein Stipendium von 200 fl. C.-M. zugewiesen; er jedoch verzichtete dankend darauf zu Gunsten eines seiner christlichen Kollegen. Für seinen Beruf ausgebildet und mit anempfehlenden Zeugnissen versehen, betrat nun Herr Schüller die erste Laufbahn in seiner Vaterstadt PieSling in Mähren, von wo aus sein vortheilhafter Ruf als Schulmann in weiteren Kreisen sich verbreitete. Als nun im Jahre 1852 der damalige hiesige Lehrer sich entschlossen hatte, sein Lehramt jüngeren und kräftigeren Händen zu übertragen, und hierüber die Errichtung einer Schule, welche den deutschen und hebräischen Unterricht vereinbart in sich fasse, bewilligt worden war, folgte Herr Schüller dem Rufe dieser Gemeinde als Oberlehrer, nachdem er 8 Jahre in gleicher Eigenschaft der Jugend seiner Vaterstadt im Unterrichte ruhmvollft Vorstand. Am 1. November 1852 trat er hier seinen neuen Wirkungskreis an, welchem er durch den Tod, zum Leidwesen Aller, die ihn kannten, so schnell entrissen wurde. Zuvörderst war eS nun seine Aufgabe eine ungezähmte Jugend zu diSzipliniren, eine Schulzucht einzuführen, die den künftigen Lehren vorangehen sollten, um den unentwickelt gebliebenen Seelenkraften einer verwahrlosten Schuljugend jene Empfänglichkeit und Neigung für die Lehren beizubringen, ohne welche ein geregelter Fortschritt und sicherer Erfolg nicht zu gewärtigen steht. Diese schwere Aufgabe löste Herr Schüller mit