Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 17 (1853)
- Issue
- Heft 35 (22.8.1853)
- Date
- 1853-08-22
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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No. 35. xm Jahrgang. Allgemeine Zeitung -es Zu-enthums. Eiu unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redaktion: Dr. Ludwig Philippson, Dr. V. Meyer, Rabbiner z« Magdeburg. verantwortlicher Redakteur. Leipzig, den 22. August 1853. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 78 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registersu. f.w. umfassen. Ja Gemäßheit des Zweckes d erselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig; mit 2 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate—22'/a Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Erpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die königl. (achs. Zeitungs-Ervedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitender Artikel: Betrachtung am neunten Ab. Zeitungsnachrichten: Preußen: Münster, Berlin,Posen. Oesterreichischer Kaiserstaat: Baden (bei Wien), Proßnitz. Frankreich: Paris. Palästina: Berlin. Türkei: Konstantinopel. Nordamerika: Albany. Korrespondenz: Ostrowo. Meine Unterhaltung mit einem berühmten Rabbinen zu Padua. Erzählt von dem Grafen Orenstierna. Literarische Nachrichten: Magdeburg. Leitender Artikel. Magdeburg, 14. August. Betrachtung am neunten Ab. Lastet uns heute über daS Meer ziehen, an jener Küste des Morgenlandes landen, von der unsre Väter abfuhren, als ste über die Erde stohen, durch die Wüsten und Tristen pilgern bis zu jenen Bergen, welche mit den Trümmern unsers Heiligthums noch heute gekrönt find, Zijon, Morija. Da stehen wir. Unser Geist erweitert, erhöht sich; wir find nicht mehr dieser und jener, wir find Israel, das am Fuße des großen Trümmergrabes steht. Siehe, da erhebt fich zuerst das Bild dessen, was hier einst gestanden. Vor uns breitet fich jene Königin der astatischen Städte, darinnen zur Festeszeit anderthalb Millionen der Söhne Israels Platz hatten; mit ihren Palästen und Burgen und Thürmen; vor uns ersteht jener erhabene Tempel mit seinen riefizen Höfen und Bauten, mit seinem Altar, seinem Heiligen und Allerheiligsten, mit seii5en goldenen Wänden und Gerüchen und Zinnen. Da strömt das Volk aus und ein, welches, einer Welt gegenüber, allein den Einig-Einzigen, den Schöpfer des Himmels und der Erden, anbetete und Seinem Namen räucherte. Da gehen die Propheten aus und ein, welche die Lehre des Herrn verjüngten und Fürsten und Völkern das Wort der Wahrheit in nie wieder gehörter Weise zudonnerten, es oft genug mit ihrem Herzblut befiegclnd. Da erheben die heiligen Sänger ihre Stimmen zu den Klängen der Harfen und Zither, der Zymbeln und Triangel, welche Lieder sangen für die ganze Menschheit, Lieder für die Gefesselten und Verfolgten, für die Schmachtenden und Traurenden, kein Weh, daS fie nicht ausgesprochen; aber auch Lieder für die Gerechten, die fiegten, Iubcllieder der Hülfe, der Rettung, des Heils, deS Triumphes. Siehe, dies find die Mauern, innerhalb derer die Quelle aller Religion, aller GotteSlehre, alles Gottesbekenntnisses floß: 'rr “lam i-mn 82LN ■jTatn *o „denn von Zijon geht die Lehre aus, und das Wort des Ewigen von Jeruschalajim," denn wie fie fich nennen und absondern, die Kirchen und Moscheen, fie find alle gebaut auf den Boden, den ihnen Zijon geliehen, auf den Grund, den fie von Jeruschalajim empfingen! Dies ist das Bild, welches uns aus der Trümmerstätte heraufsteigt, an der wir stehen, und wie? erhebt fich nicht da eine Freude, eine stolze Freude und ein