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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1853-07-18 · Heft 30 (18.7.1853) · p. Seite 372

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
17 (1853)
Issue
Heft 30 (18.7.1853)
Date
1853-07-18
Page
Seite 372 (sequence 6)
Language
German
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872 zweiten Tage der Pessach-Mittelfeiertage eine Generalversammlung einzuberusen und derselben über die Wirksamkeit und daS Gedeihen des Vereins speziellen Bericht zu erstatten. Außerdem kann der Rabbiner, wenn eS ihm nöthig erscheint, jederzeit eine außerordentliche Generalversammlung einberufen. Ferner soll auch der Rabbiner am 7. Pessachtage von der Kanzel über dieses wohlthätige Institut zur Gemeinde sprechen und demselben seinen Segen ertheilen. DaS Vermögen des Vereins entsteht aus dem von jedem Mitgliede bei seiner Aufnahme zu entrichtenden EintrittSgelde, daS nicht unter 1 Thlr. betragen darf, den regelmäßigen, monatlichen Beiträgen und den freiwilligen Spenden, von denen das VereinSvermögen säst wöchentlich einen Zuwachs erhält. — Die Aussichten für den Verein können wir nur als sehr günstige bezeichnen. Einerseits wird die Betheiligung an demselben immer reger und werden dadurch die Mittel für eine größere Ausdehnung desselben geboten, andrerseits find wir berechtigt, die besten Resultate von seiner Wirksamkeit zu erwarten. Wenn ein derartiges Institut in jedem Orte wünschenSwerth und segenbringend ist, so ist ein solches wohl nirgends mehr an seinem Platze, als gerade bei uns. Den Bestrebungen der jüdischen Volkslehrer, namentlich in Süddeutschland, den Juden immer mehr vom Kleinhandel abzuziehen und dem Handwerke zuzuwenden wird jeder seinen Beifall zollen. DaS ist indeß mehr in den dortigen Lokalverhältnissen begründet. Hier ist der Handwerkerstand unter den Juden auch ohne äußeres Hinzuthun im Allgemeinen blühend und zu allen Handwerken ein Andrang von jüdischen Lehrlingen, weil sie in fast allen Professionen bereits rüchlige jüdische Meister finden, und sie deshalb bei ihrer Aufnahme den Schwierigkeiten nicht begegnen, die sich ihnen bei christlichen Meistern entgegenstellen. Wir haben hier einen überaus lebhaften Geschäftsverkehr und ist einem rühigen Manne wohl selten anderwo eine so günstige Gelegenheit geboten, mit wenigen Mitteln sich seinen Unterhalt zu verdienen, als hier. Solchen Leuten unter die Arme zu greifen, har sich unser Verein hauptsächlich zur Aufgabe gestellt. Oesterreichischer Kaiserstaat. Baden (bei Wien), 6. Juli. (Privatmitth.) Ich komme eben aus dem Kaffeehause, wo ich die „allgemeine Zeitung deS JudenthumS" gelesen. ES ist das ein Fortschritt der neuen Zeit, daß man Ihre Zeitung in öffentlichen Lokalitäten hält, und eS drängt mich. Ihnen einen kleinen Bericht von hier aus zu schicken. Bon dem hiesigen jüdischen Leben ist eigentlich wenig zu sagen. ES ist daS Leben kein speziell jüdisches, alle Diejenigen, die noch den alten Gebräuchen treu sind, klagen fürchterlich. Während christliche Gasthäuser nebst allem Komfort vortreffliche Kost bieten, ißt man in der jüdischen Träteurie, daß man nur über daS ausgegebene Geld klagt. Doch wozu bei diesem unerquicklichen Gegenstand bleiben. Ich will mir erlauben, Ihnen eine Nachricht mitzutheilen, die Sie gewiß eben so, wie die Leser Ihrer Zeitung freuen wird. Ich theile Ihnen beide Versionen mit, wie sie eben in der Stadt kourfiren. Der ReichSrath soll Sr. Majestät daS Judengesetz vorgelegt haben, und derselbe soll ganz einfach darauf geschrieben haben: „Ich will kein Judengesetz!" Von einer andern Seite wird noch hinzugefügt, daß man den Kaiser darauf aufmerksam gemacht haben soll, die Juden seien im Jahre 1848 die Revolutionäre gewesen (welches beiläufig gesagt eben so unwahr, als manche andere Beschuldigung ist). ES ist dem Juden rvoba bw sm« angeboren, und darauf soll derselbe gesagt haben: Ich kenne keine jüdischen, keine christlichen Demokraten. Die Gesetze müssen für alle gleich sein, und diese sollen auSreichen und gehandhabt werden. Es find daS Antworten, wie fie Sr. Majestät ähnlich sind, der in seiner Jugendfülle so viele schwere Erfahrung gemacht hat, und seinen ganzen großen Haushalt genau kennt. Möge Gott ihn weiter starken und kräftigen zum Heile seiner Völker! Berthold Auerbach lebt jetzt hier und beschäftigt sich mit der Abfassung neuer Dorfgeschichten. Wien, 7. Juli. (Privatmitth.) Herr G. Wolf, der bisherige provisorische ReligionSlchrer, wurde von dem Gesammtvorstande definitiv in dieser Stelle bestätigt. Frankreich. Paris, im Juli. (Arch. isr.) Unter dem 5. Juli ist die Wahl deS Großrabbiner zu Nancy, Herrn Ulmann, zum Großrabbiner deS ZentralkonfistoriumS

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