Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 17 (1853)
- Issue
- Heft 29 (11.7.1853)
- Date
- 1853-07-11
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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No. SS xvn. Jahrgang. Allgemeine Zeitung -es Judcnthums. Ei» unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redaktion: Dr. Ludwig PhiUppson, Dr. D. Meyer, Rabbiner zu Magdeburg. verantwortlicher Redakteur. Leipzig, den 11. Juli 1853. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 78 Bogen in Quart inkl. des Titels. Registers u. s.w. umfassen. Z« Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit S Thlr. für de» Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate—22>/r Ngr. (IS g@r.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Aeitungs-Erveditionea nehmen Bestellungen an; der Hauptspeditioa für beide Letztere hat sich die köuigl. sachs. Aeitungs-Erpedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Die Ausschließung aus den Schulen. — Ja Preußen. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Wiesbaden, aus Mecklenburg. Baiera. Preußen: Magdeburg. Oesterreichischer Kaiserstaat: aus Mähren. Großbritanien: London. Amerika: Kalifornien, Venezula, Puerto Cabello. Abhandlungen verschiedenen Inhalts: Deutsch-jüdische Sprückwörter aus Hamburg. fFortsetzung.) Literarische Nachrichten: Aus Mähren, Leipzig, Magdeburg, Magdeburg. Leitende Artikel. Magdeburg, 1. Juli. Die Ausschließung <tu$ den Schulen. Das Zudenthum bedarf einer mächtigen Erstarkung. Wir meinen dies heute nicht um der politischen Behandlung seiner Bekenner wegen; auch nicht dem, in seinem Schooße vorwiegenden JndifferentismuS gegenüber. Vielmehr ganz einfach mir dem Hinblick auf die ungeheuren und unbedingten Fortschritte, welche die extremsten Spitzen der christlichen Konfessionen in der Geltendmachung ihrer Prinzipien macken. Fern von uns, daß wir auch die Juden zum konfessionellen Rigorismus auffordern und drängen wollen. Die sehr kleine Zahl, welche in unsrer Mitte davon beseelt ist, oder sich davon beseelt stellt, thut dies von allein. Die große Mehrheit ist kaum zu genügender Selbstständigkeit zu bringen, viel weniger noch weiter. Aber, wenn von allen Seiten, in der katholischen, lutherischen und refonnirten, oder unitten Kirche, die strengste Absonderung ausgcführt wird, so ficht fich das Zudenthum von selbst isolirt, und muß in sich die Mittel suchen, um eristiren, um — nicht zu vegetircn, sondern — lebenskräftig fottcristiren zu können. Es ist ein mächtiger Streit. Während unter der äußern Decke der Materialismus, der Pan- und Atheismus immerfort weiterfrißt, während dieser, wenn er auch mit seiner Spitze noch nickt in Viele eindringt, doch seinen erstarrenden Frosthauch vor sich hcrscndct, und Religionslosigkeit, Apathie, Jndifferenrismus in aller Weise in Zahllosen hervorruft und fördert; während also hier die reine positive Religion innerlich den schwersten Kampf zu bestehen hat; kommt nun äußerlich die rigoröseste Trennung der Konfesfionen, die seit zwei Jahrhundetten unerhötteste Unduldsamkeit hinzu, und dieselbe Macht, welche die Bekenner des Judcnthums immerfort angestachelt hat, aus allen ihren Eigcnthümlichkeitcn herauszukommen, welche sie, zum Theil mit Gewalt, gezwungen hat, fich mit der europäischen Welt zu amalgamiren, dieselbe Macht stößt jetzt die Juden plötzlich von fich, und will sic nach innen zurückwcrfen. Nun zur. Wir müssen uns dies gefallen lassen, und, offen gesagt, wir glauben nicht, daß die Juden jetzt viel daran verlieren werden, fobafö sie in sich pekuniäre Mittel genug finden, pekuniäre Opfer genug zu