Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 17 (1853)
- Issue
- Heft 28 (4.7.1853)
- Date
- 1853-07-04
- Page
- Seite 353 (sequence 11)
- Language
- German
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353 wenig man in Rom den verjährtesten Anspruch, z. B. den Protest gegen den westphälischen Frieden, je fallen läßt, so wenig giebt die kleinste Judengemeinde einen Anspruch von zwei Thalern gegen Kinder und Kindeskindcr freiwillig auf. Außerdem heißt es auch: „Kohol darf einen Kauach thun," d. h. ES können Regierungsgewalten Nicht immer am Rechte sich halten. Natürlich geht dies nur auf solche Jammergewalten, wie rin Judenvorstand war, der sich durchhelfen mußte, wie es eben ging. Bei wirklichen Autoritäten ist ein solches Abweichcn vom Recht gewiß nie zu befurchten.-*) *) Hier das Muster eines Austufs für Rabbinarsbefetzüngen: Die Gemeinde zu Seebach-Zalmunn beabsichtigt, einen Rabbiner anzustellen, welcher folgende Eigenschaften und Kenntnisse und Fähigkeiren nachzuweisen har: 1) Besitz dreier Horoah's von Theologen verschiedener Richtungen; vollständige Kenntniß von Schaß und Poßkim, biblischer, orientalischer und klassischer Philologie, der Mathematik, Astronomie, Physik, Chemie und Naturgeschichte; 2) Besitz von Diplomen als Doktor verschiedener Fakultäten. Vollständiger Besitz der Aesthetik, der deutschen und sonstigen modernen Literatur, der Weltgeschichte und der Jura; 3) Fertigkeit im Schächten, Untersuchen und Toraschreiben. Theorie und Praris der Erziehungskunst; 4) vorzügliches Predigertalent, sowohl im erbaulichen als im belehrenden Genre. Es ist auch wenigstens 4mal jährlich Chilluk zu sagen und mir etwa anwesenden Talmudisten zu diSpuriren. Die Erbauungspredigten müssen abwechselnd pathetisch und ironisch gehalten sein. 5) vollständige Fähigkeit zum Vorbeter als Chasan sowohl mit als ohne Chor nach alter oder neuer Manier. Für sonstige musikalische Bildung genügen vollendetes Klavier-, und gutes Quartett-, Diolin- oder Bratschen-Spiel nebst Harmonielehre, Contrapunkt und der Fähigkeit einen großen Diletrantenchor zu dirigiren; 6) Lokalverhältnisse, die hier nicht aufgezählt werden können, machen noch folgende Kenntnisse unerläßlich: französische, englische, italienische, spanische, arabische, syrische, chinesische und tamulische Sprache, erprobte Fertigkeit in der Malerei, Baukunst, im Schachspielen und im L'hombrc. Für die Tanzkunst genügen Polka, Mazurka und Redame. 7) Pädagogik, Uebung zur Leitung eines Kindergartens und einer Turnanstalt. Bei vollständigem Entsprechen obiger Erfordernisse, wozu noch eine tadellose Moralität und strenge Religiosität, ein weltmännisches Benehmen, eine geschmackvolle Toilette erwartet werden, kann der Kandidat auf seine Kosten sich hier einfinden. Das Fixum beträal 300 Gulden im 24 G.-Fuß, außer einem Zimmer nebst Kammer zur Wohnung, freiem Kaffee (jedoch ohne die Milch) und der Erlaubniß, in einem benachbarten Garten täglich 1*/2 Stunden spazieren zu gehen. (Fortsetzung folgt.) Anzeigen. CwsT* In der hiesigen jüdischen Gemeinde ist die Stelle eines Religionslehrers mit einem jährlichen Gehalt von 180 bis 2OO Rthlr. vakant. Die geeigneten Herren Bewerber wollen Zeugnisse ihrer Qualifikation und bisherigen Wirksamkeit bis spätestens zum ersten August d. I. dem Unterzeichneten Vorstand franco cinsenden. Pyritz, den 17. Juni 1833. Der Vorstand der jüdischen Gemeinde. C5r* Ein •pn und am®, der zugleich Unterricht im Hebräischen geben kann, wird bei der Gemeinde zu Frcdericia auf November d. I. gesucht, und würde ein unverheiratheler Kandidat vorzugsweise berücksichtigt werden, so wie auch wenn er bma ist. Das Gehalt ist nebst freier Wohnung 250 bis 3OO Thlr. dänisch. Bewerber wollen sich in portofreien Briefen mit den erforderlichen Zeugnissen an den Unterzeichneten wenden, bei dem sie sich auch einer Prüfung zu unterwerfen haben. Kopenhagen, den 14. Juni 1853. ör. A. A. Wolfs, königl. dän. Qberrabbiner und Prediger. Durch Berufung unseres Rabbiners, Herrn Dr. Wiener, nach Oppeln, wird die hiesige Stelle, die — außer Emolumenten — mit 300 Thlr. sirirt ist, zum 1. September e. vakant. — Mir nsnn inn versehene, für das Predigt- und Schulamt befähigte Theologen, die auf die hiesige Stelle reflektiren, belieben, ihre QualifikarionSzeugnisse franko an uns einzusenden. Kosten, Juni 1853. Der Synagogen-Vorstand. Für einen Jüngling von honnctter Familie, der bis zur Prima das Gymnasium absolvirr hat, wird in einer Handlung eine Lehrlingsstclle gesucht, wo er die Woche vollauf beschäftigt ist, am Sabbat aber nicht zu arbeiten braucht. Franko-Offerten richte man gefälligst an ZN. A. Benjamin in Essen a. d. Ruhr.