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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1853-06-20 · Heft 26 (20.6.1853) · p. Seite 325

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
17 (1853)
Issue
Heft 26 (20.6.1853)
Date
1853-06-20
Page
Seite 325 (sequence 11)
Language
German
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325 nigfachen Schulchan-Aruchs; nur: al lirgesu baderech! d. h. vertragt euch! Es halte sich Keiner für den alleinigen Besitzer deS Hortes. Ich meinerseits sage: Sprichst Du: ich suche — sei Freund mir, und läuft auch Dein Weg mir entgegen. Sprichst Du: ich habe — dann Krieg! gehst Du auch mit mir die Bahn! 7. Mit AizeS find wir versehen, baar Geld haben wir nöthig. ^Uebersetzung: Um Rath Hab' ich dich nicht gebeten, Baar Geld, baar Geld ist von nöthen. Ein Satz täglicher Erfahrung. Wer Geld geborgt oder geschenkt haben will, dem kommt man nur mit gutem Rath entgegen, ebenfalls giebt man das Geld in Löffeln und den Rath in Scheffeln. Oft ist das nur eine mehr oder minder verdeckte Abfertigung, öfter jedoch entsteht diese Weise auS der verzeihlichen Schwäche, daß der Besitzer von Geld sich auch zu gleicher Zeit in vollem Ernste weiser dünkt, als sein ärmerer Nachbar. Man will neben dem, waS man hat auch ein Endchen von dem zeigen, was man ist. UebrigenS ist es gar nicht zu leugnen, eS giebt eine gewisse Einsicht in praktische Dinge, selbst solchen, die ihn nicht unmittelbar berühren, die der Reiche vermöge seiner festern, gcfichertern Stellung bei Weitem eher erlangt als der Unbemittelte, und das Urtheil eines reichen MittelkopfS ist in vielen Dingen treffender als eines Klugen, der nichts hat, dessen Rath daher schon zu Salomo'S Zeiten verachtet war (Kohelet 9, 15.). lFortsetzung folgt.) LtterarifLbe Nachrichten. Leipzig, im Juni. Die 25. Lieferung des Bandes III. des Philippson'schen Bibelwerks ist eben ausgegeben, sie reicht bis Chronik I. Kap. 6., so daß also nun auch die Bücher Esra und Nechemjah vollständig in den Händen des Publikums find. Dtagdeburg, im Juni. Zur Geschichte der Juden in Wien. Bon Ludw. Aug. Frankl. Wien, 1853. DaS Schriftchen (78 S.) ist eben so voll Interesse, wie gut geschrieben. ES enthält zwei Artikel, der erste „der alte Freithof" (Friedhof, Gottesacker), bespricht mit tief gemüchlicher, selbst poetischer Auffassung den alten Judenreithof in der Vorstadt Rossau, der, als 1669 die Juden auS Wien verbannt wurden, durch Vorfahren des Verfassers, Jsak und Israel Frankl, gegen 4000 Gulden in Silber unangetastet erhalten, später wieder als Degräbnißplatz von den Juden benutzt, 1784 geschlossen wurde, als auf Befehl Jofeph's II. die Gottesäcker außerhalb der Linien Wiens verlegt wurden. Neben dem Leichenhof wurde daS israelittsche Spital gebaut und fast ein halbes Jahrhundert blieb jener unbeachtet, bis er 1844 von Gestrüpp gereinigt, die gesunkenen Steine aufgerichtet, auf die Gräber einige hundert Rosenbäume gepflanzt wurden. Der Verf. theilt noch einige Inschriften von angesehenen Männern und Frauen mit, deren Häuser noch jetzt in Wien blühen. Der zweite Artikel „der Tempelhof" ist genau aktcnmäßig gehalten, und giebt eine Geschichte der gottesdienstlichen Anstalren in Wien, insonderS des „Tempels", die theilS der wechselnder Schicksale, theils deswegen interessant ist, weil eben die Gemeinde im Begriff ist, einen neuen Tempel in der Lcopoldstadt zu bauen. Beide Piecen machen den Eindruck eines Stück Lebens. Die Gegenwart sieht sich zu sehr im Lichte der Jsolirung von, ja der Opposition zur Vergangenheit. Solche Arbeiten zeigen uns den organischen Zusammenhang, und machen uns den ununkerbrcchenen Fortgang bewußt. Wir können Herrn Frankl nur danken, und den Wunsch aussprechen, weiterhin ähnliche Arbeiten von ihm zu erhalten. Anzeigen. Lehr- und Pensionsanstalt für Knaben von Dr. Magnus Cohn in Hamburg. Diejenigen geehrten Eltern und Vormünder, welche geneigt sind ihre Söhne und Pflegebefohlene diesem Institute anzuverlrauen, werden ersuche sich über das Nähere an den Vorsteher desselben zu wenden. Ueber Persönlichkeit und Qualifikation desselben wollen aus gefällige Anftagen gern Auskunft geben: Herr Oberrabbiner 0r. A dler in London, Herr Landrabbincr 0r. Meyer in Hannover, Herr Oberrabbiner Stern in Hamburg. Für einen Jüngling von honnettcr Familie, der bis zur Prima das Gymnasium absolvirr hat, wird in einer Handlung eine Lehrlingsstclle gesucht, wo er die Woche vollauf beschäftigt ist, am Sabbat aber nicht zu arbeiten braucht. Franko - Offenen richte man gefälligst an M. A. Benjamin in Essen a. d. Ruhr.

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