Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 17 (1853)
- Issue
- Heft 24 (6.6.1853)
- Date
- 1853-06-06
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3224737-3225822-3225847--13169-3299453- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
xm Jahrgang. Allgemeine No. 34. Zeitung des Zn-enthmns. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redaktion: ör. Ludwig Philippson, Dr. V. Meyer, Rabbiner zu Magdeburg. verantwortlicher Redakteur. Leipzig, den 6. Juni 1853. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jabrlich 78 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. s.w. umfassen. 2n Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Rgr. (1 Tblr. 12 gGr.i für sechs Monate—22 Ngr. (1S g@r.) für das Viertel; rhr »»gesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Erpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptisxedition für beide Letztere hat sich die künigl. sachs. Zeitungs-Erredition allhier unterzogen. Inhalt. Leitender Artikel: Die Naturwissenschaft in ihrem Verhältniß zur Religion und zum Religionsunterrichte. IH. Zeitungsnachrichten: Deutschland: AusderRheinpfalz. Frankfurt a.M. Aus Baden. Preußen: Posen. Rußland: Bonder rusfischen Grenze. Mitau. Amerika: Kalifornien. Asi en: Smyrna. Nekrolog: Posen. Abhandlungen verschiedenen Inhalts: Deutsch-jüdische Sprüchmörter aus Hamburg. — Vergleichende Studien über den Talmud, von D. Oppenheim, Rabbiner in Jamnitz. (Fortsetzung.) Literarische Nachrichten: Magdeburg. Leitender Artikel. Magdeburg, 30. Mai. Die Naturwissenschaft in ihrem Verhältnis zur Religion und zum Religionsunterrichte. Ul. 3n den beiden vorhergehenden Artikeln (Nr. 15. 17.) haben wir die Stellung der Naturwissenschaft zur ReligionSlehre, d. h. zur Lehre des Judenthums zu zeichnen gesucht. Wir haben sie in ihrer Objektivität die höchsten Fragen eben so wenig zur Entscheidung bringen sehen, wie die Philosophie; wir haben in subjektiver Stellung, sobald die höchsten Sätze des Judenthums als Prämisse gesetzt waren, die Naturwissenschaft dem Judenthume nirgends widersprechen sehen — ein Vorzug, den das Judenthum wohl wahrnehmen muß. Um so mehr muß die Naturwissenschaft vom jüdischen Religionslehrer studirt und beim Unterrichte benutzt werden; und zwar aus zwei Gründen. Zuerst weil es von der höchsten Wichtigkeit ist, die Harmonie des Judenthums und der Naturwissenschaft von früh auf dem Bekenner unsrer Religion zum Bewußtsein zu bringen; ihm klar zu machen, daß zwischen Judenthum und Naturwissenschaft nur dann Zwiespalt und Widerspruch stattfinkct, wenn die letztere zur Unterstützung des traurigsten Materialismus gemißbraucht wird; ihm die Lehre der Religion und ihre Erweisung in den großen und kleinen Gestalten der Natur überall als eines und ineinander greifend zu zeigen; ihm so Schrift und Natur als in ihren wcsenklichstcn Aussprüchen sich deckend nachzuweisen. Je früher die Kinderseele dahin geführt, je immer wiederholter dies zu Verstand und Gemüth gebracht wird — desto mehr senkt sich diese Anschauung in den Geist ein, daß sie ein unzerstörbares Eigenthum des Zöglings bleibt. Der zweite Vortheil ist aber, daß dadurch der Religionsunterricht ein so reichhaltiger, abwechselnder, belehrender und ergreifender wird, daß die Sck'üler um so eher Geschmack ihm abgewinnen. Von den Wundern der göttlichen Schöpfung hört ja der Mensch so gern, von den Wundern im Großen und Kleinen, in den Höhen und Tiefen. Vereinigen sich so die Schrift, die Geschichte (insonders Israels) und die Naturwissenschaft als die drei Elemente des jüdischen Religionsunterrichtes, so können Stoss und Form niemals ausgehen, niemals mangelhaft sein. Der Lehrer selbst erscheint auf dieser Basis durch-