Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 17 (1853)
- Issue
- Heft 22 (23.5.1853)
- Date
- 1853-05-23
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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xm Jahrgang. Allgemeine No. SS Zeitung des Iudcnlhums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redaktion: »r. Ludwig Philippson, JDr. V. Meyer, Rabbiner z« Magdeburg. v er a n t w ort l i * < r Redakteur. Leipzig, den 23. Mai 1853. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 78 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. s.w. umfassen. I» Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. Ib Rgr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22'/- Ngr. <18 gGr., für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Erpetitionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die königl. sachs. Zeitungs-Erredition allhier unterzogen. Inhalt. Leite»-er Artikel: Der jüngst in diesen Blättern geführte Streit über Zudenthum und Pantheismus. I. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Bayern. Rezensburg. Preußen: Berlin. Stettin. Oesterreichischer Kaiserstaat: Wien. Wien. Wien. Literarische Nachrichten: Magdeburg. (Schluß.) Belletristisches: Esra. Eine Novelle. (Fortsetzung ) Leitender Artikel. Magdeburg, 12. Mai. Der jüngst i» diesen Blättern geführte Streit über Judenthur» und Pantheismus. I. (S. No. 3. 9. 10. 17. 19. 20.) ES wird Manchem unsrer Leser sonderbar bedünken, daß wir noch ein Wort zu den, rheils im Tert, tyeils in Beilagen geführten Streitschriften der Herren Löwy, Schmiedel und Dr. Beer, wozu auch Schreiber dieses durch seine Anmerkungen in Nr. 10. gekommen, fügen, da eigentlich sämmtliche Herren einig — scheinen. Denn 1) erklären sie sich sämmtlich aufs unzweideutigste zu dem unantastbaren Lehrsatz des Iudenrhums von der Außerordentlichkeit Gottes; 2) vertheidigen sie auch sämmtlich R. David Nieto, daß er mit dem berufenen Ausspruche: "ins* bnr? yasm , saarn nichts Pantheistisches habe lehren wollen. (Heer Löwy thut dies Nr. 3.; Herr Schmiedel Nr. 19. und Herr Beer Nr. 20.) Also worüber ist denn eigentlich der Streit? und wozu ihn unsrerseits noch forrsctzen? Weil, nach unsrer innersten Ucbcrzeugung, hiermit doch nur ein Riß verdeckt und verkleistert ist, in unsrer Zeit aber es vor Allem darauf ankömmt, die Lehre des JudenthumS unvernlischt und unenrstclll zu wahren, da fie sonst ihre volle Kraft und Sicherheit verlieren würde. Hingestellt zwischen die Gläubigkeir der Kirche und die Sophisterei einer pantheistischen Philosophie und Zeirrichtung, beiden gegenübcrstehend und jenen Miltelpunkr darstellend, in welchem, wie im Menschcngeiste selbst, Vernunft, Herz und Glauben (Glauben, d. i. Uebcrliefcrung, Geschichte) Zusammentreffen und übereinstimmcn — darf die Lehre des JudenthumS nach keiner Seite hin liebäugeln, darf nach keiner Seite hin einen Schritt von ihrem festen Mittelpunkie thun, um sich mit irgend einer Richtung „vermitteln" zu wollen, darf nach keiner Seite hin eine „Konzession" macken, ohne damit sich, ihren Werth, ihren Inhalt aufzugeben. Dies war es, was uns zu unseren beiden Bemerkungen in Nr. 10. veranlaßte, dies was uns nöthigt, gegen alle drei Herren Fronte zu machen, und zu sagen: der Ausspruch: „Gott und die Natur, die Natur und Gott, Alles ist EineS," ist unter jeder Bedingung pantheistisch, der Lehre des Judenthums schnurstracks widerstreitend, und die versuchte Der-