Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 17 (1853)
- Issue
- Heft 17 (18.4.1853)
- Date
- 1853-04-18
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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No. M. xm Zahrgimg. Allgemeine Zeitung -cs Iudcnthums. Ein Mparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redaktion: »r. Ludwig Philippson, Dr. V. Meyer, Rabbiner z« Magdeburg. verautwortlich er Redakteur. Leipzig, den 18. April 1853. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 18 Bogen in Quart inkl. des Titels. Registers u. f.w. umfassen. Ja Gemäßheit des AweckeS derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit S Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate—22'/, Ngr. (18 g@r.) für das Biertelj ihr «»gesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Aeitungs-Erveditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat fich die Löaigl. sächs. Ieitungs-Erpedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Die deutschen Juden. — Die Naturwissenschaften, in ihrem Verhältnis! zur Religion und zum Religionsunterricht. II. Zeitungsnachrichtenr Deutschland: aus dem Großherzogthuw Mecklenburg, aus dem Großherzogthum Mecklenburg, aus dem Großherzogtbum Mecklenburg, aus dem Mecklenburgischen, auS Baiern. Preußen: Berlin, Krefeld, aus der Provinz Posen. Großbritauien: London. Rußland: auS Litthauen. Korrespondenz: Stuttgart. Belletristisches: Esra. Eine Novelle. (Fortsetzung ) Leitende Artikel. Magdeburg, 11. April. Die deutschen Jude«. Wir, deutsche Juden, sind abermals dazu berufen, zu zeigen, daß wir Männer findzu zeigen, daß Stürme von außen und innen unsere religiöse Ueberzeugung nicht wanken machen, unsere religiöse Kraft nicht schwächen können. Tag für Tag bringt einen neuen Schlag auf unsere bürgerliche Stellung; unersättlich dringen unsere Feinde darauf, uns Recht nach Recht zu entziehen; unerschöpflich an Haß streben sie danach, daß unS Ausschließung nach Ausschließung auferlegt werde. Aber noch mehr. Auch die Gewissensfreiheit in unserm Schooße ist bedroht. Man tastet unsere Institute an, und will uns vorschreiben, was wir im Innersten unseres Kultus zu thun und zu lasten haben, und will uns die Bräuche unseres Gottesdienstes vorschreiben, und will uns vorschreiben, auf welche Weise wir den Gott unserer Väter, den wir anbeten seit vier Jahrtausenden, zu verehren hätten. Wir sollen dies nicht nach unserer Ueberzeugung, nach dem in uns waltenden und uns erziehenden Geiste ordnen, sondern Hände von außen sollen es uns bestimmen. Und eS giebt Pharisäer genug in unserer Mitte, die dies provoziren und in den Himmel erheben, Pharisäer, wie sie schon vor Jahrtausenden unter uns umhergingen, Pharisäer, wie sie die Zerstörung Jeruschalajim'S zweimal bewirkten, in unserer Mitte Leute, die dazu fich als Werkzeuge bieten, und mit heuchlerischem Worte die fremde Einmischung in das Innere der Synagoge, in unser Gebet und unfern Gottesdienst als eine „gottgesandte" heilig sprechen ... alle diese Vorgänge find nicht neu, und alle diese Menschen find nicht neu, und alle diese Schmerzen und Wehen find nicht neu — und wir haben sie ertragen, und werden sie ertragen. Wodurch? Durch wahrhaftige Religion, durch wahrhaftige Sittlichkeit, durch wahrhaftige Anhänglichkeit an der Lehre Moscheh's, an den Heiligthümern Israels. Wenn unS Ausschluß nach Ausschluß trifft, wir dulden es, wir stärken unS dadurch nur in der Treue am Gotte, den wir erkennen; wenn man unS die veraltete Sitte, den beseitigten Mißbrauch wieder aufdrängen will: wir beugen uns demuthsvoll vor dem Willen der Obrigkeit, aber was wir jedenfalls zu thun berechtigt find, wir werden das Veraltete nicht mit üben, den Mißbrauch nicht mit vollziehen, sondern so lange fiir unS selbst, in unseren Wohnungen