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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1853-03-21 · Heft 13 (21.3.1853) · p. Seite 163

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
17 (1853)
Issue
Heft 13 (21.3.1853)
Date
1853-03-21
Page
Seite 163 (sequence 11)
Language
German
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163 anderen Flammen neben Ach auSgelöscht haben ... selbst die Flamme der Liebe.... Du kannst Großes. Esra, aber nicht Alles ... Du hast große Gaben, aber nicht alle ... der Geist unferS Gottes ist in Dir wie in den Propheten — aber Du -kannst keine Wunder thun ... und wer vor dem Volke keine Wunder thut, der bewegt daS Volk, aber er fesselt eS nicht. Ach, Esra ... Du hast zu viel Herz, ein zu weiches Gemüth zu solchem Werke — Du kannst kein Schwert führen ... Du kannst kein Blut vergießen...." Esra sann lange diesen Worten nach. Dann hob er an. „ES ist die Frage, Naarah, ob unsre Zeit noch eine solche ist, welche durch daS Schwert beherrscht werden kann, und die durch Wunder gefesselt sein will — oder ob sie nicht ganz und gar eine Zeit deS Wortes, eine Unterthanin des Gedankens ist — — dann fühl' ich -mich Herr und Meister derselben.... Aber eS sei AlleS so, wie Du gesagt — waS zu thun der Herr unS berufen hat, daS sind wir verpflichtet zu vollführen, und sei eS nur einen Theil deS Werkes, und wären wir nur Vorläufer und Bahnbrecher für den, der da kommt._" „Nein, nein! Esra! weißt Du mit wem Du zu thun hast? Mit Juda. Ich kenne unser Volk, besser als Du, denn ich bin in seiner Mitte erwachsen. Selbst hier, wo eS Knecht ist — beugt eS allein sich dem unwiderruflichen Befehl deS Königs, und nur so weit, alS eS gezwungen ist — in allem Uebrigen lebt es nach eignem Willen, und mit unwiderstehlicher Lust thut eS das Gegemheil von dem, waS Andere wollen, was Alle thun — — Da läßt sich nichts Halbes thun, sonst ist eS vergeben- — und waS aus ihm gemacht werden soll, muß mit jenem Schwerte der Leviten geschehen, das „seinen Bruder und seinen Freund und seinen Verwandten erschlägt" *) Beide schwiegen. „Gut, Naarah," fing endlich Esra an; „mein Enschluß ist noch lange nicht gefaßt — ich will noch auf die Stimme des Herrn warten — und ja, vertheidige Du nur unsre Liebe mit allen Waffen . . . ich werde Schemajah zu Dir bringen. Wäre ja noch viel zu überwinden, viel zu erlangen — meine Stellung beim Könige, dessen Zustimmung, dessen Machtbefehle_ Steh mir bei, theure Naarah, Dies zu Ende zu ringen und H klar zu bekommen vor den Augen. ..." Er zog sie an seine Brust, und lange hielten sie sich umschlossen. AlS Esra sich zum Fortgang anschickte, da rief ihn Naarah noch einmal zurück, stellte sich vor ihn hin, hob die rechte Hand sanft drohend in die Höhe und sprach halb lächelnd, halb in.ernster Draucr: „Vor Allem, Esra, vergiß nicht, daß ich Recht und Anspruch an Dich habe — an jenem Tage, wo Du mich und meinen Vater rettetest auS der Hand des Pöbels von Ekbatana — da erwarbest Du nicht allein mich, sondern auch ich Dich! Ich bin nicht gewillt, mein Recht aufzugeben...." Esra sank noch einmal an ihren HalS; dann riß er sich loS und floh von dannen. Naarah ging langsam in'S HauS, den Blick öfter gen Himmel erhebend. Als der Garten wieder verlassen stand, da schlich hinter dem Gesträuche der junge Mann mit den brennend rothen Haaren hervor. Seine GesichtSzüge waren gräßlich verzerrt, er ballte die Faust, und murmelte in sich hinein: „So ist eS wahr, waö ich vernommen — aber ich habe Dich, schmächtiger Priester, ich habe Dich!..." Und mit diesen Worten schlich er durch den Garten und daS Pförtchen hinaus. Der Garten war leer. Die Sonne brannte glühend hinein. (Fortsetzung folgt.) Anzeigen. Bei der hiesigen israelitischen Gemeinde wünscht man noch zu Ostern d. I. die vakante Stelle eines ReligionSlebrers, Schächters und Dorberers für ein jährliches Gehalt von 80 Thlr. Kourant zu besetzen. Sich baldigst zu melden beim Vorstand der hiesigen israel. Gemeinde. I. Levetzow. Laage (Mecklenburg-Schwerin), 8. Marz 1853. In einer der Hauptstädte Englands sucht eine sehr angesehene englische Familie eine Erzieherin für zwei Mädchen (das älteste ist 12 Jahre und hat bei Lehrern Unterricht) und einen Knaben. Dieselbe muß eine streng religiöse Erziehung genossen haben, und neben den Elementarkenntniffen fertig französisch und auch ein wenig englisch sprechen können. Die auf diese Stelle Rrflektirenden haben sich an den Redakteur d. Dl., den Herrn Rabbiner vr. Philippson zu wenden. Für unser Ledergeschäft suchen sofort oder zu Ostern einen Lehrling M. 'Bernstein de Ellinger Jan. in Halberstadt. *) 2 Mos. .32, 27.

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