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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1838-06-09 · Heft 69 (9.6.1838) · p. Seite 279

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
2 (1838)
Issue
Heft 69 (9.6.1838)
Date
1838-06-09
Page
Seite 279 (sequence 3)
Language
German
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279 lichkeit (S. 58) dochwol sobald nicht untreu werden dürfen. Ueberhaupk hat Herr Fischer durchaus nicht seine Galle über einzelne Personenunter den Juden ausgelassen: wenn er aber darum irgend glauben konnte, daß wir deshalb ruhig zuschauen würden, wie er die ganze jüdische Welt und und alle Tendenzen derselben zu Quecksilbersublimaten verarbeitet, und als solche in einen Giftkasten 'sperrt, so muß er sich geirrt haben. Er verlangt nun'zwar, daß wir ihm gründlich aus dem alten Testamente widerlegen sollten, und diesem Verlangen wollen wir gern genügen, wenn nur die meisten seiner Angriffe auf das Gebiet des alten Testaments zu versetzen wären. Zn der Einleitung gibt Fischer eine kurze geschichtliche Uebersicht von den Schriften, die Luther gegen die Juden abgefaßt. Er zahlt drei Schriften Luthers aus den Jahren 1523, 1537 und 1538. Hier macht Fischer die Bemerkung: „Bis zu dieser Zeit scheint er sehr mild und glimpflich mit den Juden verfahren zu sein und die besten Hoffnungen für ihre Bekehrung gehegt zu haben; allein in den Schriften in der letzten Periode seines Lebens weht ein Geist der Strenge, der Strafe und des Ingrimms, so daß man glauben muß, er habe fast an der Verbesserlichkeit dieser Nation (d. h.- an ihrer Bekehrung) verzweifelt." (S. 5). Gut. Also Herr Fischer sagt selbst, daß, so lange Luther geglaubt, die Juden bekehren zu können, sei er glimpflich mit ihnen verfahren, sobald er aber inne geworden, daß es ihm hiermit nicht glücke, habe Luther die ganze Kraft und Mächtigkeit seiner Sprache aygewendet, um sie als das niedrigste, nichtswürdigste, unverbesserlichst» Gesindel zu brandmarken. Wir wollen uns hierbei gar nicht über die offenbare Ungerechtigkeit und höchste Einseitigkeit, di» Fischer in dieser Darstellung der Lutherschen Versahrungsweise selbst an den Tag bringt, auslassen, denn hiernach können wir darauf dringe», daß alle»'lebenden Menschen, di« sich nicht zur christlichen Religion bekehren, dieselben Prädikate beigelegt werden müssen —- und das könnte uns einigermaßen trösten — aber es haben uns doch die angezogenen Worte schon auf die eigentliche Unterlage der Fischcrschen Schrift gestellt. Nur daß, wenn wir von Luther's Wesen und Thaten die gedachte Versahrungsweise gegen die' Juden abziehen, dennoch der große Genius übrig bleibt, und wir abgesehen von diesem einzelnen Punkte, an früherer Hochachtung und,Bewunderung seiner, noch nicht einen Deut abzuziehen brauchen —■ hingegen, wenn wir gleichfalls von Fischer seine Berfahrungsweise gegen die Juden abziehen, nichts eben übrig bleibt, als der vr. und Prediger Fischer, der uns ganz gleichgiltig ist,,und den wir gar nicht weiter kennen, noch von ihm gehört haben. Hiermit ist denn eben gesagt, daß wir, wenn auch der Verfasser sämmtliche Stellen aus Luthers Schriften gegen die Juden hier als Text zusammen gestellt hat, Luther auch für uns Luther bleibt, und wir seine vor drei Jahrhunderten" nicdergeschriebenen Ansichten nicht erst heute zu beurtheilen brauchen, sondern uns ganz alleinan den Commentator, an Fischer zu halten habe». (Fortsetzung folgt). Theologie. Die jüdisch - theologische Facnltat. (Fortsetzung.) Transport 7260 Rt. 12 Gr. 1082) Hr. Bernstein in Schneidemüht 10 - — - 1083) Zweite Sammlung des Herrn Doctorand Med. & Cliir. Adolph Wilhelm Taußig zu Wien 101 Gulden CM. ........ 67 - 8 Summa. 7337 - 20 - NB. In den nächsten Wochen werden wir in einer Extrabeilage Gelegenheit nehmen die Herren Subscribenten, die auf den Listen des Herrn Doktoranden Taußig gezeichnet, namentlich aufzusühren, und das früher erwähnte Begleitschreiben zu geben. (Fortsetzung folgt.) Anzeiger. In demselben werden Annoncen atttr Art gegen 1 Gr. Geblrhren für die gespaltene Zeile au- Petit-Schrift oder deren Rau« ausgenommen. Die Verlagshandlung. Ges n ch. Die nicht zahlreiche israelitische Gemeinde einer bedeutenden deutschen Stadt sucht einen unv'erhcirathcten jungen Mann zum Borberer in der Synagoge, welcher bei den erforderlichen Naturanlagen so viel musikalische Kenntnisse besitzt, um sich an die Spitze eines bereits vorhandenen Mannerchors stellen und solchen fortwährend gehörig einüben zu können. — Dabei wird gewünscht, daß dieser Vorbeter im Stande sei, gediegene religiöse Vorträge in rein deutscher Sprache zu halten und an der, bereits mit einem Elementarlehrer versehenen, Gemeindeschule den Religionsunterricht zu ertheilen. Dem etwa hierauf Reflektirenden würden besagte Funktionen noch Muße genug lassen, um sein fixes Einkommen durch Ertheilung von Privatunterricht bedeutend erhöhen zu können. Wem die entsprechenden Zeugnisse über Religiosität und Fähigkeiten einzureichen sind, sagt |auf portofreie Anfragen dre Derlagöhandlung.

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