Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 17 (1853)
- Issue
- Heft 6 (31.1.1853)
- Date
- 1853-01-31
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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xfiL Jahrgang. Allgemeine No. s Zeitung des Zudenthums. Ei» unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redaktion: Dr. Ludwig Philippson, Dr. B. Meyer, Rabbiner zu Magdeburg. verantwortlicher Redakteur. Leipzig, den 31. Januar 1853. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 78 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. Ja Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu gebe», ist der Preis äußerst niedrig: mit S Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Rgr. (1 Thlr. 12 g@r.) für sechs Monate — 22>/- Ngr. (iS gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Ieitungs-Erpeditioaen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat fich die köaigl. sächf. Zeitungs-Erpeditioa allhier unterzogen. Inhalt. Leitender Artikel: Vier Vorlesungen über Stoff und Geist. Zweite Vorlesung: Stoff und Geist in der Menschheit. (Schluß.) Zeitungsnachrichten: Deutschland: Frankfurt a. M., Altenburg, Wiesbaden, aus dem Badischen. Preußen: Insterburg. Oesterreichischer Kaiserstaat: Wien, aus Mähren. Italien: Turin, Acqui. Donaufurstenthümer: von der moldauischen Grenze. Literarische Nachrichten: Leipzig, aus Mähren. Korrespondenz: Briefe aus Holland. Dritter Brief. (Schluß.) Belletristisches: Jüdische Mährlein. (Fortsetzung.) Leitender Artikel. Bier Vorlesungen über Stoff und Griff« Zweite Vorlesung: Stoff und Geist in der Menschheit. (Schluß.) Man hat, g. H., häufig die Forderung gestellt, daß man die Frauen emanzipire, d. h. daß man das weibliche Geschlecht dem männlichen in Erziehung, Beschäftigung, Pflichten und Rechten völlig gleichstelle. Allein wie die körperliche Natur beider Geschlechter verschieden ist, wie das Weib durch ihre körperlichen Prozesse, die Menstruation, die Schwangerschaft, das Säugungsgeschäft immer auf längere Zeit an wirklichen, ernsthaft geistigen oder sehr angreifenden körperlichen Beschäftigungen verhindert und darin unterbrochen wird: so findet allerdings auch eine geistige Verschiedenheit der Geschlechter statt. Im Weibe herrscht die Enrpfindung vor, im Manne das denkende Wesen. DaS Weib hat größere Empfänglichkeit für geistige Eindrücke, aber sie schwinden schneller. Das Weib hat rascheres Uttheil, aber eS geht nicht in die Tiefe; sie ist wankender, er fester, beständiger; sie ist eiteler, er stolzer. Die Geschichte erweist, daß daS Weib in den verschiedensten Zweigen der Wissenschaften und Künste schon Schönes und Ausgezeichnetes geleistet hat, daß aber das ausgezeichnete Weib es nie so weit brachte als der ausgezeichnete Mann, und bei Weitem seltener ist. Trotz möglichster Freiheit in der Erziehung bewährt es fich jeden Augenblick, daß das Weib geeignet ist, die speziellere Sorgfalt für die Familienglieder zu tragen, der Mann für die Familie als Ganzes, für die Subfistenzmittel, den Schutz und die Sicherheit der Familie. Das Weib begründet das innere Familienverhältniß, der Mann das äußere Famllienveryältniß, er begründet die Gesellschaft, den Staat. Es ist aber eine Wahrheit, daß, je gebildeter, je mehr geistig kultivirt daS Weib ist, selbiges, wenn eS dabei feine Kräfte nicht auf's Spiel gesetzt und seine eigentliche Bestimmung nicht verkannt hat, desto besser die Erziehung der Kinder, so wie das Haus- und Familienwesen zu leiten im Stande ist. Stets aber, wenn fich das weibliche Geschlecht von seiner eigentlichen Bestimmung entfernt, hat es durch Schwächlichkeit und Kränklichkeit dafür zu büßen; wie z. B. in Frankreich die Zahl der geisteskranken Frauen die der geisteskranken Männer fast um das Doppelte übertrifft, während in.anderen Län-