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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1853-01-24 · Heft 5 (24.1.1853) · p. Seite 61

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
17 (1853)
Issue
Heft 5 (24.1.1853)
Date
1853-01-24
Page
Seite 61 (sequence 11)
Language
German
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61 Großbritarnerr. London, 7. Januar. Vor uns liegt die erste Nummer einer neuen jüdischen Wochenschrift, betitelt: the hebrew Observer, in sehr großem Format und kleinem Druck. Um unseren Lesern sofort zu sagen, was dieses Blatt soll, geben wir den Inhalt dieser ersten Nummer. Es beginnt mit einer Aufforderung an das jüdische Publikum, den hebe. Observ. zu halten, namentlich ihre Anzeigen darin zu veröffentlichen; dann einen Artikel über den Abgang deS Derby-Ministeriums und die jetzigen Parteien im Parlament. Hierauf folgen die Parlaments Verhandlungen vom 31. Dezember; die Wahlreden von Ruffel, Palmerston, Graham, Wood, MoleSworth, Grey; Auszüge aus dem pariser Moniteur und andere allgemein-politische Zeitungsnachrichten. Run folgt ein Artikel über die Stellung der Juden, die nichts politisch Gemeinsames haben; ob die Juden in England wirklich emanzipirt werden würden aus TradeSman'S Journ.; neueste Nachrichten, und hierauf — jewish News — jüdische Nachrichten (sehr unbedeutend) — nun eine „column for the young“, in welche eine — bis jetzt dürre gehaltene Geschichte der makkabäischen Kämpfe begonnen wird; ein Referat über Benisch' Schulbibel; Korrespondenzen, namentlich über Emigration jüdischer Mädchen nach Australien, die englische Gesellschaft zur Beförderung der jüdischen Niederlassung in Palästina u. dgl.; hierauf „London Gazette“: Bankeroute'S, Auflösung von Sozietätsverträgen (Kompagnie's), Geld- und Papierhandel; Anzeigen u. dgl. — Wir müssen gestehen, daß wir diesen Versuch eines neues Aufschwunges der jüdischen Presse mit Erwartung und Freude in die Hand genommen haben. Aber theils ist in der That kein einziger bedeutender Artikel in dieser Nummer enthalten, theilS will uns diese Vermischung und Vereinigung deS rein und allgemein politischen Wochenblattes mit der jüdisch, oder vorzugsweise theologischen Zeitschrift nicht behagen. Der bebr. Observ. sagt im Leitartikel selbst, daß uns nur ein religiöses Band vereinigt; bnt brethren in faith, we are strangers in all eise; united in the past and future, we are widelv separated in the present; with one history, one religion, and one destiny, we know as little of each other as the variest aliens in one and all. WaS sollen also die Salle der Königin von Spanien, die Bankeroute der City und die Geldverhältnisse der Börse neben den makkabäischen Siegen und der Sephardimgemeinde? Soll die Lektüre deS Einen zu der deS Andern locken? — Ein ähnliches Aushilfsmittel hat der Asmonean in New-Dork angewendet, aber dieser begnügt sich mit Aufsätzen und Berichten allgemeinen Interesses, will aber nicht zugleich völlig politisches Blatt sein. Wir sind begierig, ob und welchen Fortgang dieser „Beobachter" hat. Die Namen der Redaktion haben wir vergebens gesucht. London, 7. Januar. Jew. Chron. schreibt in seiner neuesten Nummer: „Wir befinden unS in der Lage, die Mittheilung zu machen, daß der Earl of Aberdeen, der ein gleich ehrenhafter Gegner der Judenemanzipation war, sich in der letzten Zeit veranlaßt sah, seine Ansichten in diesem Punkte zu ändern, und daß er jetzt alle Ansprüche der Juden auf vollkommene politische Gleichstellung unterstützt. Der Baron Lionel v. Rothschild, der dreimal erwählte Repräsentant der City, hat die Hoffnung, daß die bevorstehende Session deS Parlaments nicht vorübergehen wird, ohne daß er seinen Sitz in demselben einnehmen wird." (Wir gestehen offen — wir glauben dies noch nicht; und wenn wir auch uns freuen werden, wenn es geschieht, so können wir doch in die übertreibenden Worte deS Jew. Chron. nicht auSbrechen: „Mögen wir vorbereitet sein für die „gute kommende Zeit" für unfern Stamm'" Wir sehen I gar nicht ab, waS der Eintritt Rolhschild'S in'S englische Unterhaus für einen Einfluß auf daS Judenthum anders haben soll, als daß dem Prinzipe genügt ist! Red. d. A. Z. d. Jud.) —. Vor Kurzem starb ein gewisser John Zachariah, ESq., von Haverstock-Hill, der 500 L. St. dem jüdischen Hospital, 200 L. St. der jüdischen Freischule, 200 L. St. den jüdischen Blinden, 200 L. Sr. dem jüdischen Waisenasyl, 200 L. St. dem Asyl für herabgekommene jüdische Gewerbtreibende, 100L. St. der Portsmouth-Synagoge hinterließ, zusammen 14V0 L. St. (fast 10,000 Thlr.)

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