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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1853-01-24 · Heft 5 (24.1.1853) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
17 (1853)
Issue
Heft 5 (24.1.1853)
Date
1853-01-24
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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xvn. Jahrgang. Allgemeine No. 5. Zeitung des Iudcnthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redaktion: Dr. Ludwig Philippson, Dr. B. Meyer, Rabbiner zu Magdeburg. verantwortlicher Redakteur. Leipzig, den 24. Januar 1853. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 'S Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 g@r.) für sechs Monate — 22'/- Ngr. (IS g®r.) für das Vierteljahr angefetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeituags-Erpetitionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die königl. sächs. Zeitungs-Erpedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitender Artikel: Vier Vorlesungen über Stoff und Geist. Zweite Vorlesung: Stoff und Geist in der Menschheit. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Kassel. Preußen: Berlin, Berlin. Großbritanien: London, London. Literarische Nachrichten: Leipzig. Leitender Artikel. Bier Borlesungen über Stoff und Geist. Zweite Vorlesung:*) Stoff und Geist in der Menschheit. Der Mensch ist ein Geschöpf der letzten Erdrevolution; während die Reste der Thier- und Pflanzenwelt vorfluthlicher Schöpfung ein ziemlich genaues Bild dieser geben, find noch niemals Reste von Menschen ausgegraben worden, welche nicht der geschichtlichen Zeit angehörten. Es ist bekannt, daß gegenwärtig nach der Annahme der Statistiker in jeder Sekunde ein Mensch geboren wird, und ein Mensch seinen letzten Athemzug ausstößt. Denn bei 1000 Millionen Menschen, die jetzt auf dem Erdball lebend angenommen werden — statistische Genauigkeit ist natürlich erst bei dem kleinern Theile der Völker möglich — und bei der durchschnittlichen Lebensdauer einer Generation von 33 Jahren kommen 30 Millionen Geborener und Sterbender auf das Jahr, 82,190 auf jeden Tag, 3424 auf jede Stunde, 57 auf jede Minute. Solch' eine Ernte hält der Tod immerfort unter diesem höchsten Wesen der Erdenschöpfung — aber eben so unerschöpflich ist die Schöpferkraft selbst. Ja, diese ist noch gewaltiger, denn wie das Menschengeschlecht nur allmälig zu dieser Höhe herangewachsen, so findet noch immer ein wachsender Ueberschuß der Geburten über die Sterbefälle statt, insonderS bei den zivilifirten Nationen, bei denen die Geburten zahlreicher find, die Sterblichkeit aber geringer, die allgemeine Lebensdauer also steigend ist — eine Erfahrung, welche, früheren Voraussetzungen gurmüthiger Freunde der rohen Natur gegenüber, welche eine Abnahme der Lebensdauer verkündeten, die neueste Zeit bewährt hat, und die ihren Schlüffe! befitzt in der Verbesserung der Nahrungsmittel, in größerer Reinlichkeit, in den dadurch bewirkten geringeren Krankheitsanlagen, namentlich für verwüstende Pestilenzen, wie in der Verminderung der rohen Leidenschaften und Gewaltsamkeit und in der Steigerung der Intelligenz und der dadurch bewirkten geistigen Regsamkeit und Frische. Die dadurch einmal aufgetauchte Befürchtung, als ob die Mutter Erde der Kinder zu viel habe und an Uebervölkerung leide, ist als eine eitele erkannt; wir wissen, daß die Erde vielleicht eine zehnmal so große Bevölkerung mit Leichtigkeit ernähren könne, und daß, wenn irgend eine lokale Uebervölkerung eintritt, tausend Räume fich öffnen, um die Sendlinge der alten Kultur aufzunehmen. Ueberschauen wir nun diese Masse von 1000 Millio- *) Die erste Vorlesung s. vor. Jahrg. No. 49. 50.

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