Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 17 (1853)
- Issue
- Heft 4 (17.1.1853)
- Date
- 1853-01-17
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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xm Z-hrgaag. Allgemeine No. 4« Zeitung -es Iudcnthums. Ei» unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redaktion: Dr. Ludwig Philippson, Dr. V. Meyer, Rabbiner zu Magdeburg. verantwortlicher Redakteur. Leipzig, den 17. Januar 1853. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich "$ Bogen in Quart inkl. deS Titels. Registers u. s. w. «mfaffe». Za Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit S Thlr. für de» Lahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate—22'/r Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. All« Buchhandlungen, Postämter und Zeitnngs-Expeditionen nehme» Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die königl. sächs. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitender Artikel: Die gegenwärtige Stellung der Juden, l. (Schluß.) Zeitungsnachrichten: Preußen: Berlin. Ocsterreich is ch er ädaiserft a at: aus Ungarn, aus Mähren. Großbritanien: London. Frankreich: Paris,Paris. Palästina: Jerusalem. Abhandlungen verschiedenen Inhalts: Vergleichende Studien über den Talmud, von D. Oppenheim, Rabbiner in Jamnitz. (Fortsetzung.) Korrespondenz: Briefe aus Holland. Dritter Brief. (Fortsetzung.) Belletristisches: Jüdische Mährlein. (Fortsetzung.) Leitender Artikel. Magdeburg, 10. Januar. Die gegenwärtige Stellung der Juden. I. (Schluß.) *) Haben wir unS die Stellung der Juden als Träger deS Judenthums so in abstrakten Sätzen klar gemacht, legen wir nun Fleisch, Nerven und Sehnen um das Skelet. Wir können dem Disraeli kein „semitisches" Prinzip zugestehen, denn nicht die „Semiten", sondern die „Israeliten" find es, aus denen dies Prinzip hervorgegangen, und die anderen „Semiten" haben ebenso erst *) Jrrthümlich ist in No. 3 „Schluß" statt „Fortsetzung^* gestellt worden. bei den Israeliten in die Schule gehen muffen, wie die „Japhetiten" (die Europäer). Wir können aber auch das „israelitische" Prinzip nicht blos auf die christliche Welt beschränken, sondern müssen auch in dem Islam einen großen Misfionär jenes israelitischen Prinzips erkennen, den für daß Morgenland. Wir wollen auch gern den Nationalnamen zur Bezeichnung deS Prinzips weglaffen, und es die „religiöse Idee" nennen, im Gegensatz zur antik- und modern-heidnischen. Wenn es also wahr ist, daß weder Christenthum, noch Islam das Judenthum als Basis zu entbehren vermögen, daß sie, wollen sie irgend konsequent sein, auch nicht ein Titelchen des JudenthumS, wenigstens soweit es in der h. Schrift enthalten ist, aufgeben oder verleugnen können; wenn daraus fließt, daß die Lehre des Judenthums die höchsten und reinsten Wahrheiten enthalten muß, da gerade in diesen alle posttiven Religionen ihren DereinigungS- oder besser Ausgangspunkt haben, und nur abseitens jener anders und andere geworden find; wenn ferner von uns selbst auSgesagt wird, daß das Judenthum, wie es im langen Laufe der Zeilen an die reine „Lehre Mofis", wie fie in den Propheten und heiligen Skribenten entwickelt worden, zeitliche Zusätze gemacht hat, vor der Zerstörung des zweiten Tenipels schon, z. D. die bis zu Persönlichkeiten und Namen ausgearbeitete Engellehre, die allgemeine Wiedererstehung der todten Leiber, nach der Zerstörung des zweiten Tempels die grotesken Phantasmagvrieen deS Aberglaubens, bis zum barocken Mystizismus der Kabbala, alle diese im Lichte deS letzten