Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 17 (1853)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1853)
- Date
- 1853-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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No. 1 xm Z-Hrgaug. Allgemeine Zeituug -es Judcnthums. Ein ««parteiisches Organ für alles jüdische Jutereffe. Redaktion: Dr. Ludwig Philippson, Dr. D. Meyer, Äabbiner ja gKagtiebatg. x>e*ant«>ortti A er R et aktcur. Leipzig, den 1. Januar 1853. Diese Aeitang erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 78 Bogen in Quart inkl. des Titels, Slegißers u. s. w. mnfaffen. 2n Gemäßheit des Ameckes derselben die allgemeinste Berbreitnng zu gebe», ist der Preis äußerst niedrig: mit S Thlr. für den Jahrgang: — 1 Thlr. 15 Slgr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22.*/* Ngr. (18 g<8r.> für das Bierleljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Aeitungs-Erpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspeditio» für beide Letztere hat fich die königl. sachs. Ieitungs-Erpeditio» allhier unterzogen. Inhalt. Leitender Artikel: Die gegenwärtige Stellung der Jude«. I. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Frankfurt a. M., Bernburg, Magdeburg, Meiningen. Preußen: Berlin, Brilon, Krefeld. Italien: Turin. Nordamerika: New-Nork. Palästina: Jerusalem. Bemerkung: Ein Wort zum Derständaiß des Tacitus, bist. II. 78. Von Ernst Wehli. Literarische Nachrichten: Magdeburg, Preßburg, Bercelli, London. Korrespondenz: Briefe aus Holland. Dritter Brief. Belletristisches: Jüdische Mährlein. (Fortsetzung.) Leitender Artikel. Magdeburg, 20. Dezember. Die gegenwärtige Stellung der Inden. I. Daß die Juden nicht gänzlichen Schiffbruch gelitten in dem Wirbel der verflossenen Jahre, ja, daß sie, wie auch die Gegeoversuche ausialleu, ihr allgemeines Recht und den lauten Anspruch daran nicht verloren haben, hat seit lange die äußerste Partei der Linken und der Rechten in liefen Ingrimm versetzt, und bei der Geneigtheit der Elfteren, zum Pessimismus fich zu bekennen, haben fie diesen Umstand zu den schlimmsten Zeichen der Zeit zu rechnen sich nicht rnrblödet. Endlich gar die Gleichzeitigkeit der ministeriellen Amtirung Benjamin DiSraelkS alsenglischer Schatzkanzler und Achille FouldS als französischer SlaatSministcr, wozu die Deutschen nun noch den überwiegenden Einfluß des Prof. Stahl in Berlin rechnen — obschon Disraeli der Sohn eines gelausten Juden, Stahl ein getaufter Jude, und Fouid, obschon nicht getauft, döch sehr wenig Jude ist — har die Demokraten und ihre Blätter ganz außer Rand und Band gebracht, und z. B. die Magdeburgische Zeitung (die freilich 1848 konservativ war, und erst seitdem wieder eine vorsichtige Oppofilion Abonnenten bringt, demokratisch ist), speit Feuer und Flamme über diese „Herrschaft der Juden". Wir wissen nicht, wie lange DiSraeli und Fvuld auf der Ministerbank fitzen werden — der Elftere vielleicht schon in diesem Augenblicke nicht mehr — die Gloire Stahls halten wir überhaupt nur für sehr fraglicher Natur, ob ihm auch die pommer'schen Ritter eine silberne Säule überreicht haben, und wie weil unsre, der Juden, Solidarität mit allen drei Herren gehe, ist erst noch zu untersuchen; allein da man eben etwas Prinzipielles darin finden will, so nehmen wir den Kampf auf. Die Stellung der Juden bietet eine dreifache Seite dar, sie als Träger des JudenthumS, fie in ihrem sozialen und in ihrem RechtSverhältniß. Wir beginnen mit dem ersten Moment und lehnen da an die neueste Schrift DiSraeli'S selbst an. Wir haben schon in früheren Jahrgängen Auszüge auS DiSraeli'S Schriften gebracht, und seine Ansichten skiMrt (Jahrg. 1849 No. 22. 23. 2b.). In seiner neuesten Schrift „Lord Georg Beatenck, eine polltische Bio-