Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 1 (1837)
- Issue
- Heft 116 (28.12.1837)
- Date
- 1837-12-28
- Page
- Seite 462 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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zuheben ist, da dieses Städtchen-zum Henneberg'schen! Schwert und Brandfackel in Trümmer geworfen — aber gehört, wo bis jetzt die Juden noch keine Handwerke - noch werden di« Lampen gezündet, die zur Weihe des makkabetreiben dmftn. — -r_ betreiben dürfen. Um Mißverständnisse zu vermeiden, muß die Redactrb? bemerken, daß ihr eine Zahl höchst werthvoller Arbeitm vorliegen, die zeither noch nicht ausgenommen werden konnten, nun aber alsbald im neuen Jahre gegeben averden sollen. Den Herren Abfassern möge dies zur Benachrichtigung feierten. So: über den Ritus der portugies. Synagoge; über den Cultus in Kopenhagen, ein pragmatisch - historischer Versuch; über den Ackerbau der alten Hebräer; Mittheilungen aus Prag; Prager Zustände; drei Briefe aus Mahren; geschichtliche Verhältnisse der Israeliten im Kursurstenthum Hessen; Wiener Urkunden; Welcker, Bekk und Bader in der Baden'schen Kammer; drei Entgegnungen auf das Schreiben eines jüd. Familienvaters; über die Glaubenslehren des Judenthums; Stimmen aus England; rc. rc. Ebenso Berichte: aus Warasdin in Croatien, aus Brody, aus Baiersdorf, aus Frankfurt am Main, aus Marburg, aus Dresden, aus München, aus Wien, aus Oberschlcsien, aus Ungarn, aus Kempen u. s. w. . Unser Beiblatt werden wir mit der mehrere Male versprochenen Charakterisirung Joel Jacoby's beginnen. Lange standen wir an, diese durch und durch heuchlerische Erscheinung im Bereiche dieser Zeitung aufzurufen, und versuchten es vielmehr, fie ganz von uns abzuweisen — da aber die Töne seiner kindisch klimpernden Harfe und seiner ächzenden Leier immer von Neuem schwirren und von sich selbst ausschreien: Sehet, ich bin ein Lügenpcophet! — so ist es wahrlich Zeit, einen männlich festen Blick in das Marionettenspiel dieses Menschen zu werfen, der mit dem orthodoxen Judenthum eine glänzende Ironie durchführen, und das fortstrebende Judenthum bei den Regierungen denunziiren will, und im Sinne des ganzen Judenrhums die Larve abzureißen, und das fahle Todtengesicht oder den ausgestopften Lederbalg dahinter zu zeigen. Wir werden mit klaren Worten sein ganzes Gespinnst entwirren und darthun, wie mit beispielloser Gleißnerei dieser Mensch das christliche unb. das jüdische Publikum hinter's Lichtr führen will, —■— doch wir wollen uns nicht vorgreifen. -- Die Redaction beginnt nun den zweiten Jahrgang dieser Zeitung mit der gegründeten Hoffnung gleicher Theilnahme und Würdigung, und bemerkt ihren geehtten Correspondcnten und Mitarbeitern, daß sie mit ihrm Einsendungen fernerhin durchaus nicht zögern mögen, da das Momentan-Wichtige immer den Vorzug erhalten muß, und gerade bei Häufung des Stoffes verzögette Einsendung noch langem Aufschub des Abdrucks nach sich ziehen würde. bätschen Tempels ihre Strahlen warfen. Was kannst Du erzählen bei dem zitternden Lichte dieser Lampen, als daß einst ein Heldengeschlecht den verloreneu Tempel wieder eroberte, aber daß das Heldengeschlecht und der Tempel untergegangen, und eine todte, öde Wüste sich darüber gelagert? Und dennoch stimmet ihr das große Hallel, den unsterblichen Lobgesang an, und preiset den Herrn ob der Wunder, die Er in langst vergangener Zeit vollfuhret? und die Tobten feiert ihr, als ob sie leben, und die Trümmer, als ob sie noch ständen in dem weiten, prächtigen Gebäu? Das ist mehr, als ein Volk thut, und herrlich an Sinn und Lehre. Nicht das Werk feiern wir, wie es irdisch steht und fallt, stand und fiel, sondern das Thun, wie*es hervorgeht aus der unsterblichen Seele und aus göttlicherWillenskrast, und nicht fallen kann, sondern vollendet und ewig ist. Das ist eineUnvergänglichkeit, die durch den zerfallenden Staub dringt und durch die fliehenden Stunden der Zeit. Nur den Namen giebt der Staub, aber die That ist ewig dieselbe; sie ist das Gewächs der Natur, das immer wieder hervorsprießet aus dem Moder des verlebten. Wer tteu und fest hält an dem Glauben, den er erkannt in seiner Wahrheit, wer durch die Stürme des Lebms schreitet, und durch die Kämpfe seiner Zeit mit unerschüttetter Treue, und aus dem Gewirre der Leidenschaften sich rettet mit starker Hand und sicherem Fuße: dem brmnen diese Lampen, und von dem könnet ihr erzählen bei ihrem zitternden Lichte. Lasset die Raben krächzen um den Todtenhügel: vsie find todt l«. und die Aasvögel ihre heisere Stimme erheben um die Trümmerhaufen: »fte sind zerfallen!« — die Unsterblichen leben in unserer Brust, und der Tempel des Herrn stehet vor den Augen unserer Geister, und die Flammenschrift lodert an seinem Eingang: »Nur die Gerechten gehen da hinein!« Chanukka. Die alten Helden ruhen in ihren Grüften — aber die Zeit ist noch wach über diesen — und Israel hat ein langes Gedächtniß. Den Tempel der Makkabäer hat langst des Römers Lese aramäischer Gnomen. (Schluß.) 25. 2Cnf Genauigkeit beruht, was Einer thut. 26. Rur der Herr des Hauses darf, es immer wagen, zu betreten das geheimste Zimmer. 27. Der Zinsen Uebermacht hat Manchen um Haus und Hof gebracht. 28. Wenn Drei dich in den Bann gethan, gehn nicht drei Andere in Jener Haus, und tilgen ihren Dannspruch aus. 29. Recht verschieben heißt Recht vertrieben.