Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 1 (1837)
- Issue
- Heft 116 (28.12.1837)
- Date
- 1837-12-28
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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I. Jahrgang. ALLgemeine No. 11«. Zeitung -es Zn-enthnms. Eia unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. (Mit König!. Sächsischer allergoädigster Concesiion.) Leipzig, den 28. Decemöer 1837. Politik. Zeitungsnachrichten. München, 10. Dec. Die Al lg. Augsb. Zeit, enthält von dieser Stadt folgenden Artikel: »Wir nehmen hier Anlaß, einer der Leipz. Allgemeinm Zeitung des Judenthmns enttommenen, und in andere, auch Münchener Blätter, übergegangenen Notiz officiell zu widersprechen. Es wird nämlich behauptet, die hiesige Universität habe wegen Verzichtlcistung auf ein herkömmliches Recht die jüdische Gemeinde zu einer jährlichen Abgabe von 12 fl. angehalten. Ein solches Recht hat aber hierorts zu keiner Zeit exisiirt.< Wer den in No. 101. unserer Zeit, enthaltenen Artikel liest, wird der klaren Abfassung gegmüber diese sogenannte »offtriette« Erklärung, deren Wahrhaftigkeit wir vom Herzen wünschen, nicht genügend finden. Da wir «inen sehr unpartheiischen und wahrheitsliebenden Correspondenten in München haben, so können wir nur seine Erklärung darüber abwarten. Die Redact. Hamburg, 12. Dec. (Privatmitth.) Vor einigen Tagen wurde dervr. Heil but, ein Israelit, zum Assistenzarzt am allgemeinen Krankenhause erwählt. — Das berühmte, von den kindischen Juden dem vr. Riesser verehtte Oppenh eim'fche Bild: sdie Rückkunft eines jüdischen Kriegers aus dem Freiheitskämpfer ist hier in der Specter'schen Offizin in Steindruck erschienen und in der Berendsohn'schen Buch - und Kunsthandlung zu haben. 'sGravenhage, 2. Sept. *) (Privatmitth.) Wir «suchen Sie, folgenden Bericht aus H e n g e l o vom 14. Juli, dem Oberyffeler Courant entlehnt, der Allg. Zeit, des Jud. einzuverleibcn. — Heute fand hier die feierliche Einweihung der neugebauten Synagoge statt, sur welche Festlichkeit der ehrwürdige Herr H. I. Hertz veld, Oberrabbiner des Bezirks Zw olle, einige passende Gesänge in ebräischer Sprache verfertigt hatte. Diese Gesänge von H. Lion Mesritz aus Almelo in holländische Verse üderttagm, wurden, nebst einigen an den Herrn Bürgermeister Mr. B. W. A. E. Stoet tot Oldhuis gerichteten Stanzen, von einem Orchester von Musikliebhabern ausgeführt. Hierauf hielt der ehrwürdige Herr Oberrabbiner von Iwolle eine Predigt in der holländischen Sprache auf den Text Psalm 84. D. 2. *) Dies ist der Holland. Name vom Haag. Der folgende Bericht ist leider! durch besondere Derspätniß uns erst am 16. Dec. zugekommen. Es ist die Veranstaltung getroffen worden, daß in Zukunft die Verbindung mit Holland regelmäßiger statt finden soll. Die Redact. 3: »Wie lieblich sind Deine Wohnungen Herr Zebaoth! Meine Seele verlanget und sehnet sich nach den Vorhvfen des Herrn!c — Diese Predigt machte einen sichtbaren Eindruck auf das ganze, obschon gemischte Auditorium, in welchem sich auch die beiden Prediger der Reformitten und Wiedertäufer dieses Ottes und verschiedene angesehene Bewohner der Umgegend befanden, wie denn -auch wohl die ausgesührte Musik den Glanz dieser gottesdienstlichen Feier erhöhete. — Wir bemerken, daß außer einem Beittage des Gouvernements,^« Provinz, und folgender israel. Gemeinden unseres Vaterlands, nämlich: Amsterdam, Utrecht, Leenwarden, Groningen, Amersfoorr, Zwolle, Zütphen und Rotterdam, der größte Theil dec zur Erbauung dieser Synagoge nöthigen GeldervonChristen beigetragen ist: welches zwar keine fremde Erscheinung auf dem klassischen Boden bürgerlicher Toleranz und Religionsfteiheit, genannt w«dm kann, aber doch beweist, daß diese Tugend noch heute dem holländischen Volkscharakt« eigen ist; wobei die Unterdrückung und erniedrigende Absonderung, denm die Israeliten in einigen deutschen Staaten ausgesetzt sind, auch im Auge des Ausländers in ihrer wahren, das heißt abscheulichen (afzigtelijk) und lächerlichen (bespottelijk) Gestalt «scheint. Leiden, 6. Dec. (Privatmitth.) Wie sehr auch im Auslande die Allg. Zeit, des Judenthums sich eines glücklichen Gedeihens und allgemeinen Beifalls erfteut, dazu mag folgender Beweis dienen.' Es hat sich nämlich unter den israelitischen Studenten der verschiedenen Facultäten hiesig« Univ«sitat ein Vnein gebildet zur Lesung und Verbreitung der gedachten Zeitung, dessen Bestreben, wie wir hoffen, auch mit dem erwünschten Erfolge gekrönt werden wird. — Unterzeichneter, Namens dieses V«eins, macht sich ein Vergnügen daraus, Ihnen auf brieflichem Wege hiervon Nachricht zu geben, mit der Bitte, diesen Zeilen ein Plätzchen in der Zeimng zu gönnen, und so die gebildete Leservclt zu überzeugm, wie sehr man auch in Holland das auswättige Gute zu schätzen weiß. Achtungsvoll — Namens des Vereins L. I. Hanau, Med. Cand. Magdeburg, 17. Dec. (Privatmitth.) Wir werden sehr bald im Stande sein, das Resultat unserer Bemühungen Behufs des V«eins für die Provinz Sachsen veröffentlichen zu können. Sehr viel Lob vndicnen mehrere kleine Gemeinden der Provinz, z.B. Gr. Oschersleben, wo unt« 12 jüdischen Familien 9 Contribuenten sich fanden, besonders auch Heinrichs, wo von 20 zum größten Thrile unbemittelten Familien 9 contribuiren, was um so mehr hervor-