Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 1 (1837)
- Issue
- Heft 114 (23.12.1837)
- Date
- 1837-12-23
- Page
- Seite 456 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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456 bearbeiten, und bittet sammtttche Herren Gelehrte und Buchhändler, welche sich für diesen Gegenstände interesfiren, namentlich diejenigm, welche selbst etwas darüber geschrieben oder verlegt habm, um gütige Uebersendung der vollständigen Titel sowohl der Schriften als der Aufätze und resp. Zeitschriften, in welchen sich letztere befinden, auf dem Wege des Buchhandels. Die löbliche Buchhandlung von Hr. Carl Körner zu Frankfurt a. M. wird jedwede Zuschrift an mich gefälligst besorgen. Am 5. Dec. 1837, vr. Robert Haas, Pfarrer zu Dotzheim bei Wiesbaben. LLt er atut Eine wichtige, obgleich zum deutschen Standpunkte noch nicht Hinaufteichende Untersuchung ist: Lurrington's Arrangement of the Genealogies of tbe Old Testament and Apocrypha. 2 Yol. London. Die interessanten Nachrichten, die der Kapitän Rozet über Algier und die Regentschaft giebt, find ihm zum Theil von dem alaiersschen Juden Salomon, dessen Sachkenntniß und Glaubwürdigkeit er als ausgezeichnet dargcstellt, gegeben worden. Correspondenzen, Aüszüge,,Repliken. (Die Juden in Tanger.)*) Die Bewohner von Tanger find theils Mauren, theils die Bergstämme von Atlas, theils Juden. Die Juden, die man zu Tanger findet, bilden ein gutes Viertheil der Bevölkerung, und haben das Monopol des Handels, und alle die kleinen lukrativen Jndustrieen an sich gezogen, die aus dem Verkehr der Europäer mit den trägen Moslemim entspringen. Ihr Costüm ist, wie das der Juden.im Orient, reich und von verschiedenen Farben; das unterscheidende Kleidungsstück, an dem man die Juden in der Berberei gleich erkennt, ist die schwarze Mütze. Ihr von dem der ftanzösischen und deutschen Juden völlig verschiedener Gefichtsschnitt schien mir seltsamer Weise weit minder südlich. Man findet hier nicht die Adlernase, die gespaltenen Augen und das längliche Oval mit dem magern und vorstehenden Kinn, was die unterscheidenden Züge der Kinder Israels zu sein scheinen; das Gesteht ist runder, die Haare minder schwarz und glänzend. Die jüdischen Frauen zu Tanger machen dem allgemeinen Rufe der Schönheit, den diese privilegirte Hälfte des Judengeschlechts genießt, keine Schande, und das schöne, orientalische Costüm erhöht noch das Kräftige und Stolze ihrer Gestalt und die matte Weiße ihrer Haut. Die Sprache, der fich die Juden unter einander bedienen, ist ein verdorbenes Spanisch, das Hebräische, das fie gleichwohl verstehen, sprechen fie nur selten. (Palästina.) Das alle Palästina, ein Landesname, der durch alle Ionen und Zungen, durch die ganze Ewigkeit des Men- ") Tanger, aus der Rordsvitze Afrikas, an der Meerenge am Gibraltar. — Die Notij ist nach Rossieu« de St. Hilaire aus dem „Ausland." D. Nedact. schenlebens wiederklingt, Palästina, das heilige, gelobte Land, hatte in seiner größten Länge, nämlich von Sidom dis Sodom nicht über 22 geographische Meilen. Seine größte Breite, von Joppe bis RabathAmmon, betrug 14 geographische Meilen. Rechnet man die gleichfalls nicht ausgedehnten Distrikte hinweg, die von den Philistern, Phöniziern und Moabitern bewohnt wurden, so schrumpft das eigentliche, von den Israeliten eroberte und bevölkert» Kanaan zu einem Ländchen zusammen von einer Länge von 35 Stunden und von einer Breite von 17 Stunden. Der gesammte Flächenraum dieses Ländchens überstieg nicht 190 □ M. Es war mithin um 85 üi Meilen kleiner, als das heutige Baden, um 18 CH Meilen kleiner als Kurhessen und um 82 □ Meilen kleiner als das Königreich Sachsen.. Seine Bevölkerung aber war in der That im Verhältniß zu dem geringen Flächenraum eine nicht unbedeutende zu nennen, denn das Ländchen zählte auf jede □ Meile' nicht weniger als 2632 Seelen. (Btätt. für liter. Unterh.) Anzeiger. Ja demselben werdm Annoncen aller Art gegen Er. Gebübrrn fftt die gespaltene Zeile aus Petit-Schrift oder der« Raum autzmommru. Die Derlagshandlung. Ein geprüfter, wissenschaftlich gebildeter Lehrer, der insbesondere gründliche Kenntnisse des Talmud, wie aller rabbinischen Schriften besitzt, und bereits eine Reihe von Jahren bei ansehnlichen gebildeten Gemeinden als öffentticher Lehrer und Prediger, laut bewährter Zeugnisse mit bedeutendem Erfolge ftingirt hat, wünscht eine seinen Fähigkeiten angemessene Thätigkeit. Es werden daher Reflectirende ergebenst ersucht: ihre respectiven Anerbietungen unter Addresse L. 8. an die Verlagshandlung dieser Zeitung franeo gelangen zu lassen, welche die weitere Besorgung übernehmen wird. So eben ist erschienen: Harfe und Lyra. Seitenstück zu den Klagen eines Juden. Bon Joel Jaeoby. geheftet. Preis 16 gGr. Die Schriften des Herrn Verfassers haben durch den Glanz ihrer Darstellung, namentlich aber durch den Ernst und die hohe Wurde ihrer religiösen und politischen Gesinnung, sich einen Ehrenplatz in der deutschen Literatur erworben. — Mit wahrhafter Freude übergeben wir auch dieses Werk dem Publikum, ein Werk des Tieffinns, der gläubigen und dabei glanzvollen Poesie, durchweht von jenem erhebenden Geiste, wie er allen Schriften Ja.- c od y's eigen ist, und wodurch er bereits so bedeutend gewirkt hat. Bei dem nahenden Feste ist dieses Werk eines der freundlichsten Geschenke für edle und begabte Menschen, und wir bemerken nur noch, daß in der Vorrede Herr Jacoby sich über das moderne Judenwesen ausspricht, was für Politiker von Fach und für Staatsmänner eine willkommene Gabe sein wird. Heruran» Schnitzes Verlags-Buchhandlung in Berlin. Eia junger unverheiratheter jüdischer Lehrer, Vorsänger und Schächter kann zu Ostern k. I. eine gute Anstellung in Rathenov bekommen, muß sich aber binnen 2 Monaten zur Prüsung bei der Gemeinde stellen. Rathenov, den 27. Rov. 1837. > A. Schönefeldt, Vorsteher. Redatteur: vr. 8. Philipps»«. — Verlag von Baumgartners Buchhandlung. — Druck von W. Haack.