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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1837-12-21 · Heft 113 (21.12.1837) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
1 (1837)
Issue
Heft 113 (21.12.1837)
Date
1837-12-21
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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i. s-chrgang. UktgeMeine No. 113. Zeitung des Zudenthums. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. (Mit Köi-.ial. Sächsischer allergnädigster Concession.) Leipzig, den 21. Dcccmbcr 1837. PVlitik. Zeitungsnachrichten. Frankfurt a. M., 5. Der. Die hier erscheinende Universal -Kirchen-Zeitung hat unsere Aufforderung;ur Gründung einer jüdisch-theologischen Facultat und eines jüdischen Seminars vollständig in No.90. Abdrucken lassen. London, 29. Nov. Herr David Salomons richtete ein Schreiben an die Limes, worin er sich über die Unzulänglichkeit der von Herrn Baines im Unterhause eingebrachlen Bill beschwert, nach welcher blos die Quäker und Mährischen Brüder des bei Erwählung zu einem Munizipal- Amte zu leistenden Eides auf den wahren christlichen (anglicanischen) Glauben überhoben werdm sollen; diese Befreiung, meint Herr Salomons, der als Sheriff von London diesen Eid nicht zu leisten brauchte, während jedoch noch nicht entschieden ist, ob er als Alderman davon befteit werden könne, müsse auf alle Glaubensbekenumisse ausgedehnt werdm, wenn man gerecht und billig zu Werke gehen wolle.-Man weiß, daß die meisten Beschränkungen, dmen die Juden in England noch unterworfm sind, nur von den zu leistendm Eiden hcrrührm, die sie nicht schwören können, da sie auf die anglicanische. Kirche lautm. — In der gestrigen Versammlung der Aldermm von London machte Sir C. Hunter den Vorschlag, das Diner, welches den Richtem am ersten Sonntag nach Trinitatis in der City gegeben zu werdm pflege, auf einen andem Tag zu verlegen, um den Sabbath nicht zu enlweihm. Ec machte darauf aufmerksam, daß die Juden in dieser Beziehung dm Christen mit einem beschämenden Beispiel vorangingen, und fragte, was ein jüdischer Sheriff Londons von den Letztem denken müsse, wenn er an dem Tage, der bei dm Christen dem Allmächtigen geheiligt sei, von diesen zu einer Schmauserei eingeladen werde. Sir Peter Laurie unterstützte dm Antrag, indem er bemerkte, daß es ein Widerspruch sei, wmn man es sich so sehr angelegm sein lasse, Krämer und Detailhändler am Sonntage von ihrm Geschäften abzuhalten, währmd die höhern Stände der Gesellschaft diesen Tag nicht heilig hieltm. Ein Witzbold habe einmal geäußert, man bewirthe die Richter wahrscheinlich deshalb des Sonntags, weil man glaube, daß die Jurisim gar keine Religion hättm. Der Antrag wurde einstimmig angenommm. , — 1. Der. Als in der gestrigm Sitzung des Unterhauses Herr Blaines die zweite Lesung der von ihm eingebrachten, auf Abänderung der von den Munizipalbeamtrn beim Antritt ihres Amtes abzugcbenden eidlichen Erklärung abzweckcndm Bill beantragte, zeigte Herr Pattison an, daß cc im Ausschuß dm Vorschlag machm werde, die Wirkung dieser Maßregel, die nur zu Gunsten zweier christlicher Sekten berechnet ist, auch auf dir Juden auszudehnen. Herr Shaw bemerkte hierauf, daß man die Bill nur deshalb ohne Opposition habe einbringm lassen, weil man sie ausdrücklich so verstanden, daß ihre Bestimmungen sich nicht auf die Judm erstreckm sollten, worauf Herr Baines erklärte, er wünsche auch von dieser Bedingung nicht abzugehen, nicht als ob er religiöse Bedenken über die Einschließung der Juden in die Wirkungen der Maßregel hege, sondern weil ec fürchte, daß eine solche Ausdehnung dieser Vergünstigung die Verwerfung der Bill zur Folge haben würde. Herr Warburton erinnerte dagegen, daß die Judm ja das Sheriff-Amt bekleiden könnten, und also auch nicht einzuschen sei, warum sie von andem Munizipalämtem ausgeschlossm bleibm solltm. Herr Poung wünschte die Bill so allgemein gestellt zu fehm, daß nicht blos die Judm sondem die Bekenner jedweden Glaubms in dieselbe eingcschlossen würden, wodurch Sir R. Jnglis sich zu der Bemerkung veranlaßt fand, daß diese Debatte wieder gezeigt habe, wie gefährlich es sei, auch nur das geringste Zugesiandniß zu machm (hört! hört!). Die Bill wurde darauf zum zweiten Male verlesen, und soll am Montag in den Ausschuß gebracht werden. — Das Schicksal dieser Angelegmheit hängt also von dem Ausschüsse ab. Brody, 29. Nov. (Privatmitth.) Ich theile Ihnen hiermit die Veröffentlichung eines kaiserl. Mandates mit, nach welchem im Jahre 1847 alle Rabbinen mit philosophischen und pädagogischen Kenntnissen ausgerüstet sein müssen, und diejenigen, die bei der vorzunehmenden Prüfung nicht bestehen, ihres Amtes entsetzt werden würden. Mit nächster Post soll das Mandat in seiner ganzen Ausdehnung mitgrtheilt werdm. Uns leben, 8. Der. (Berichtigung.) In dem in diesen Tagen erschienmm Schristchen: »Ueber die Emancipation der Judm in Baiern« wird S. 81 ff. die Zahl der Juden im Untermainkreise auf 3473 Familien und 16,064 Seelm angegeben. Hiervon, heißt es S. 82, beschäftigen sich 30 (?) Familien mit Ackerbau, 11 (??) mit Gewerben und Handwerkm, 1119 mit Hausirhandel; mehr als 100 Judmsöhne

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