Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 1 (1837)
- Issue
- Heft 108 (9.12.1837)
- Date
- 1837-12-09
- Page
- Seite 432 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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432 Liter atur. Recenfionen:. von Fürst's Coneordanz in Gersd orf's Rcpertor. XII, 6. — R obert Haas über die Emancip. der Juden, ebendas. — Landauer's Adonai und Elohim in Allg. Kirchenz. Thcolog. Litcraturbl. No. 97. — Bemerkenswerthe Novitäten: — Abbe Sionnet, Mitglied der asiatischen Gesellschaft zu Paris, hat kürzlich ein Schriftchen herausgegeben: »Essai sur les luiks de la Chine, et sur l'influence qu'ils out eue sur la literature de ce vaste empire, avant l’ere «hretienne.« Wir werden nächstens einige Auszüge aus dieser merkwürdigen Schrift bringen. — Correspondenzea, Auszüge, Repliken. j der Verhältnisse der Juden, einstweilen unter den Juden selbst so! allgemein verbreitet zu sehen, daß man sich nicht nur für das! Wohl der eigenen Gemeinde interesfirt, sondern auch Gelegenheit ergreift das Wort für entfernte Gemeinden zu führen; und in dieser Beziehung wird sich gewiß jeder Prager gegen Ihren Wiener Correspondenten zum herzlichsten Danke verpflichtet fühlen. Und zum Beweise, wie sehr seine Worte hier beherzigt wurden, soll der löbll Redäction der Allg. Zeit. d. I. eine möglichst genaue Darstellung der hiesigen Verhältnisse — wenn auch von einer minder berufenen Feder, als der des Herrn M. 2. Landau — eingcsendet werden. , Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen Er. Gebühren für die gesvaltene Zeile aus Petit-Schrift oder deren Raum ausgenommen. Die Verlagshandlnng. (Aus Prag.) In No. 85 Ihres ^Blattes rügt ein Correspondent aus Wien, daß der Herr Professor A. Müller in seiner Erklärung eines — im 2. Hefte des 4. Jahrganges von dem hier erscheinenden Panorama des Universums — die hiesige Altneuschule vorstcllenden Stahlstiches zwar die wohlmeinendsten Gesinnungen an den Tag gelegt, aber doch Manches verschwiegen habe, was sich zum Vortheile der Juden sagen ließe. Allein abgesehen davon, daß jener Aussatz durchaus keinen politischen Zweck hat, sondern blos jene wehmüthige Stimmung, welche den Anblick der Altneuschule sammt dem sie umgebenden Judenviertel anregt, mittelst eines -geistigen Rahmens zu erhöhen beabsichtigt — und daß ihm Irieß gelungen, wird Niemand, der unsere Verhältnisse mit jener Beschreibung gründlich vergleicht, in Abrede stellen —: so müssen wir es vielmehr dem als Mensch und Literat so hochgeachteten H. Prof. Dank wissen, daß er bei Schilderung unserer Zustände gerade die dunkleren Farben wählte, daß er nichr auf den falschen Schimmer der Wenigen hinweißt, welche durch Begünstigung des Geschickes ihre Anstrengungen, und gefährlichen Speculationcn durch einen größeren Geldbesitz belohnt sehen: *) sondern als unbefangener Beobachter anerkennt, daß die große Masse der jüdischen Glaubensgenossen, trotz der zwei schönen Bürgcrtugenden, die er an ihr rühmt, Betriebsamkeit und "Genügsamkeit, doch in tiefer Armuth und Bedrückung lebt, und in der Einleitung zu verstehen giebt, daß dieses Elend dem Drucke zuzuschrciben sei, der noch von finsteren Jahrhunderten her auf den Bckennern des mosaischen Glaubens lastet, und — wie man hinzusetzcn könnte — jetzt zwar erleichtert werden soll, aber noch immer schwer genug das Haupt Israels drückt. .— Schlimm genug, daß cs nur Wenige giebt, die sich mit unseren Zuständen befassen, und das, worin uns eine Abhilfe Roth thut, erkennen, oder anerkennen wollen! — Indessen ist es höchst erfteulich und für die Zukunft zu den größten Hoffnungen berechtigend, den Wunsch zur Verbesserung Geld und wieder Geld, das ist das Einzige, waS man uns voruud zuwirft, um uns zum Schweigen zu bringen, und viele unserer soge- »annren Gönner glauben genug gethan zu haben, wenn fit, um sich das -rachdenken über uns vom Halse zu schaffen, uns gestatten, irgend eine tucrarive Erwerbsquelle zu benutzen, als wenn es nicht gerade den Besten und Reichsten unter uns desto kränkender wäre als Staatsgenoffe» dem schlechtsten und ärmsten Nichtisraelireu.an bürgerlicher Befähigung nachzustehen, und man könnte mit Don Philivv ausruftu: -Ich schlage An diesen Felsen, und will Master, Master- Für meinen heißea Fieberdurst. — Er giebt Mir glühend Eold. . D. tzorrrsv. Eröffnung eines Penfions- und ErziehungS- Instituts für Sfracliteu in Jpamburg. Es ist ein in unseren Zeiten lebhaft gefühlter Mangel, daß es vorzüglich den höheren gesellschaftlichen Classen an einer entsprechenden Anstalt fehlt, worin ihren Kindern eine ihrer Stellung und zukünftigen Bestimmung gemäße Erziehung ertheilt werde; ein Mangel, der um so fühlbarer ist, da in der Regel in vielen großen Städten treffliche Anstalten für die Erziehung und 'Ausbildring für Kinder ärmerer Eltern vorhanden sind. Um nun diesem Mißstande abzuhelfen und einem gemeinnützigen Endzwecke die Hand zu bieten , und bewogen durch von achtbarer Seite an ihn ergangene Aufforderungen, hat Unterzeichneter sich entschlossen, in Hamburg ein Pcnstons- und Erziehungs-Institut zu eröffnen. Die Unterstützung und fernere Mitwirkung, die in seiner Vaterstadt von den hochwürdigsten und bewährtesten Männern diesem Institute zugefichert ist, darf wohl als Bürgschaft für dessen Tüchtigkeit angesehen werden. Dazu ist gerade'Hamburg die Stadt, die auswärtigen Eltern zugleich Gelegenheit für das weitere Fortkommen ihrer Söhne in jeder Beziehung bietet, und die besondere Rücksicht, die der industriellen Richtung der Zeit, so wie der merkantilischen Tendenz des Ortes gewidmet werden soll, die Ausbildung endlich, die — abgesehen von dem Schulunterrichte — privatim von Unterzeichnetem in den älteren und neueren, wissenschaftlichen und religiösen Studien gegeben werden kann, machen es möglich, daß die Zöglinge, für welches Fach fie sich auch bestimmen mögen, hier tüchtig vorbereitet und herangebildet werden können. Indem Unterzeichneter dieses Institut der Aufmerksamkeit und dem Wohlwollen des geehrten Publikums empfiehlt, ist er ' gern erbötig, auf geschehene Anfragen unter seiner Adresse in Hamburg oder in Cassel (seinem zeitigen Aufenthaltsorte) noch genauere Auskunft, so wie auch die nöthigeu Bedingungen mitzutheilen. Die Eröffnung geschieht um so mehr jedenfalls auf Ostern 1838, als sich bereits eine entsprechende Anzahl von Zöglingen gemeldet hat.! Hamburg und Cassel Samuel Euoch, im November 1837. Dr. der Philosophie. ' Anstellungsgesuch.! Ein Mann von 25 — 26 Jahren, bei einer ziemlich starken! Gemeinde als Elementarlehrer, Cantor und Schächter bisher aai gestellt, wünscht zu Ostern künftigen Jahres eine ähnliche ander- > «eilige Anstellung. Auskunft ertheilt die Redäction, wenn bei j Anfragen die No. der Zeit, angegeben wird, indem zugleich be-! merkt wird, daß die Ansprüche nicht zu groß und die Legrtima-! tionen sehr empfehlend sind. Rcdacteur: Br. L. Philipps»«. — Verlag von Baunrgärtrrers Buchhandlung. — Druck von W. Haack.