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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1837-12-07 · Heft 107 (7.12.1837) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
1 (1837)
Issue
Heft 107 (7.12.1837)
Date
1837-12-07
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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i. Zchrg-Ng. Sl Hg e nt ein e No. 107. Zeitung -es Zudenthums. Ein unpartheiifches Organ für alles jüdische Interesse. (Mir König!. Sächsischer allergvädigfier Covcessioa.) Leipzig, den 7. December 1837. Politik. Zeitungsnachrichten. Magdeburg,- 1. Dec. Die. in niedrigster Gesinnung und mir absichtlicher Verlaugnung der Sachlage adgefaßte Diatribe gegen die Aufforderung zur Fondirung einer jüdischtheologischen Facultät im Frankfurter Journal vom 11. November lassen wir ganz unbeantwortet. Zum Glücke giebt sich die Denkungsart, die ihr zu Grunde liegt, zu klar zu erkennen, um der Erwiderung zu bedürfen. Die Quelle ist uns bekannt. Sie findet sich in jenen bekannten »Gleichmachem,« deren hohles Gemüth, deren fader Geist vor jeder Höhern Idee zusammmfahrt und zusammenschrumpft, und sich auf die Nußschale flüchtet, auf der sie durch das Leben fahren. Besonderes Ärgerniß wird an dem Paragraphen gmommen, wonach jede Stadt, die 1000 Thlr. spendet, zwei Deputirte zu der ersten. Versammlung, welche die Jnstituirung der Facultät bewirken soll, senden wird, und gleichermaßen jeder Einzelne. Der Abfasser meint, man gäbe dadurch der Geldaristokratie das Heft in die Hände. Und wer anders, als die Geber, als die, die das Opfer bringm, hätte das Recht, die erste Jnstituirung zu vollziehen? Und wie sollte dmn diese anders geschehen? Wahrscheinlich soll man den Frankfurter Abfasser dazu berufen! Es liegt darin ein Hochvcrrath an dem allgemeinen Geiste, welcher letztere sich den Herren nicht genug zu Füßen wirft! Gottlob, wir hegen eine andere Ansicht, wir haben das Zutrauen zu einer Versammlung von Hunderten, daß sie den rechten'Weg in Gemeinschaft gehen werden, — wir haben einen bessern Begriff von dem unter den heutigen Juden verbreiteten Geiste! Die übrigen von innerer Leerheit zeugenden Phrasen übergehen wir, nur müssen sie unsere Glaubensbrüdee immer mehr anfeuern, sie zu Schanden zu machen. Wir führen nur noch die Wotte des würdigen Herrn Rabbiner vr. Mayer an uns an: »Ich werde immer mehr überzeugt, und namentlich wieder durch den Angriff im Frankftitter Joumal gegen Ihre Aufforderung, daß, wenn Israel erlöst werden soll, diese Erlösung nur durch innere Harmonie und kräftiges Zusammenwirken erfolgen kann.« So, meine Glaubensgenossen, wollen wir Zusammenwirken! Und wenn auch Etliche aus unserer Mitte sich gegm unsere heiligsten Interessen auflehncn, und sie gern mit ihrem Neide und ihrem hämischen Geifer beflecken wollm, wenn sie, selbst keines uneigmnützigen Gefühles fähig, allen wahrhaften Eifer für das Wohl und die Erhebung unsers Glaubens mit chrcr - flachen und falschen Gesinnung brandmarken wollm, so wollen wir sie beschämen und vernichten durch unser Thun, und ihrer gar nicht achtm. Wie die meisten Blatter von Seiten unserer christlichen'Brüder über unser Vorhabm sich ausgesprochm, ist uns ebmfalls Bürge, daß wir recht thun. Königsberg, 13. Nov. (Privatmitth.) Mittwoch, dm 8. d. Abmds gegm 6 Uhr, erlitt die hiesige Gemeinde durch dm Tod des Stadttachs S. W. Friedlander einm unersetzlichm Verlust. Der Verstorbme war ein Neffe des verewigten David Friedländer, und hat sich der jüdischliterarischen Welt durch Theilnahme an der Begründung der erstm von Jsraelicm herausgegebmm Zeitschrift, des 1783 und die folgmden Jahre hier erschimmm hebräischen ^Sammlers« rühmlichst bekannt gemacht. Heute, am Beerdigungstage des Entschlafenen, ist ihm in unserer Zeitung durch nachstehmde Aeilm von der Hand eines christlichen FrmndeS ein ehrmvolles Dmkmal gesetzt worden: „Ja, sie -haben einen gnten Mann begraben — Und mir war er mehr! Claudias. Wenn strengste Rechtschaffenheit, ein langes Lcbm hindurch geprüft und bewahrt, wmn inniges Wohlwollm und Leutseligkeit, verbunden mit heiterer Laune, dieser glücklichen Begleiterin eines reinm Gewissens, Ansprüche auf allgemeine Achtung und Liebe gewährm, so hat der kürzlich verstorbme Herr Samuel Wulff Friedländer Beides mit vollem und giltigem Rechte genossen. Als Jüngling war er zu der Hoffnung berechtigt, der reiche Erbe eines reichm Vaters zu werden; — wmn aber das wechselnde Glück dem Sohne nicht die Hunderttausend; seines Vaters zuwerHete, so blieb er doch im Besitze eines schönem väterlichen Äbtheils, des würdigen, von Niemandem ohne die höchste Achtung ausgesprochmm Namms eines Ehrenmannes in jeder Beziehung! Ohne eben recht strmg an das kaufmännische Geschäft gebunden zu sein, nahm von jeher seine Bildung eine -mehr gelehrte Richtung, die ihn bald zu inniger Vertrautheit mit der ältem und neuem klassischen Belletristik der Deutschen, der Engländer und der Französin führte. Außerdem war er ein fast gclehtter Hebräer zu nennm, und soll selbst gediegme Kmnmisse des Talmud besessen habm. Don jedem bemgmdm Boruttheile ftei, benahm er auch leicht jedem Andem die Waffe eines etwa gegm ihn gerichtetm Bomttheils. — Schon seit geraumer Zeit dem kauftnännischyr laufendm Geschäfte cntzogm, brachte, er seine stille Muße in gewiffmhaster Abwickelung früherer Handelsverbindungen seines väterlichen und großväterlichm sehr angesehenen Hauses von Joachim Moses Friedländer und Söhne und in uneigennütziger Verwaltung

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