Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 1 (1837)
- Issue
- Heft 105 (2.12.1837)
- Date
- 1837-12-02
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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i. Jahrgang ALLgemeine No. 105. Zeitung -es Zu-enthmns. Ein unpartheiisches Organ für Mes jüdische Interesse in Betreff von Politik, Religion, Literatur, Geschichte, Sprachkunde und BeVetrisiik. (Mt König!, Sächsisch» »«»gnädigst» Concession.) Redacteur:. Verlag von Dr. Ludwig Philippson, Baumgartners Buchhandlung israelitisch» Prediger in Magdeburg. ZU Leipzig. Leipzig, den 2. December 1837. Diese Zeitung erscheint wöchentlich 3 Mal, Dienstags, Donnerstags und Sonnabends, und wird jährlich 78 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u. s. w. umfass». In Gemäßheit des Zwecks, derselben die Allgemeinste Verbreitung zu geben, «st der Preis äußerst niedrig: mit 2 Thlr. 12 Er. für den Jahrgang — l Ttzlr. 6 Er. für sechs Monate — 15 Gr. für das Vierteljahr, angesetzt worden. Für dieses Jahr Wird keine ganzjiihrige Subscrivtio» angenommen. Alle Buchhandlungen, Postamt» und Zeitungserpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauprspedition für beide letztere hat sich die König!. Sachs, wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Politik. Zeitungsnachrichten. Berlin, 13. Nov. Dem Banquier Herrn Wilhelm Beer ist von Sr. Majestät der Titel eines Geheimen Commerzienrathes verliehen worden. London, 4. Nov. In No. 16. dies. Zeit, haben wir berichtet, daß auf den englischen Universitäten Cambridge und Oxford Niemand, der sich nicht zur anglikanischen Kirche bekennt, graduiren, ja nicht einmal immatrikulirt werden kann. Für Cambridge ist das nun durch eine der letzten Parlamentssitzungen insofern geändert worden, als Jedweder immatrikulirt werden kann, dennoch aber wird Niemand weder zum Baccalaureat, noch zu einem akademischen Grade zugelassen, der nicht eine schriftliche Erklärung giebt, daß er zur anglikanischen Kirche gehöre. (Cambridge Chronicle) — 7. Nov. Au dem Feste, welches die City der Königin giebt, haben auch die Sheriffs vollauf zu thun. Ob auch der vorjährige Sheriff David Salomons, jetzt noch Alderman für Aldgate, dazu eingeladen wird, ist noch nicht entschiedm. Prag, 21. Nov. (Privatmitth.) Das Militair- Gouvernement des Königreichs Böhmen erließ, sowie es alljährlich der Fall ist, auch in diesem Jahre zur Zeit der eingetretenen Festtage einen Generalbefehl, worin angeordnet wird, daß alle israelitische Militarindividuen zur Ausübung ihrer Religionspflichtm auf die Dauer des Osterfestes und der andern Feiertage des Jahres beurlaubt werden sollen, und daß die israelitische Mannschaft während dieser Zeit von der Wache und den sonstigen Diensten zu entheben fei. Constantine, 21. Oct. Mit Bezug auf die in N. 96. dies. Zeit, gegebene Schilderung der hiesigen Juden vor der Einnahme der Stadt, bringen wir jetzt nach derselben Folgendes heran: Täglich kehren geflüchtete maurische Familien hierher zurück; die Juden, deren Anzahl sich auf etwa 600 beläuft, sind mit der Lage der Dinge sehr zuftieden. Sie wurden in der letzten Zeit von Ben-Aissa arg mißhandelt, und mußten bei der Bresche, dm Batterieen und andem gefährlichen Punktm arbeitm. Inzwischen enffchädigtm sie sich dafür, denn sobald die Stadt genommen war, plünderten sie ■ mit den französischen Soldatm die maurischen Kauflädm aus. London, 10. Nov. Die Königin hat dem Lordmayor die Baronetswürde verliehm, und die beiden Sheriffs, Sir John Carroll und Sir Moses Montefiore zu Rittern ernannt. Der Letztere ist bekanntlich mosaischer Religion, und es ist dies das erste Mal, daß ein Jude von einer Königin von England' zum Ritter geschlagm worden ist. Bei dem großm Feste in der City zu Ehrm der Königin sah man an der Tafel auch dm ehcmaligm Sheriff, Herrn David Salomons, dessen Einladung im Gemeinderaths-Comitö bei der erstm Abstimmung nicht durchgegangm, nachher aber doch beschlossen worden war. München, 15. Nov. (Privatmitth.) Folgmdes ist die versprochene Rede des Abgeordneten Willich, wie er sie wörtlich in der 119. Sitzung vom 27. Oct. 1837, das Schulwesen betreffend, hielt: »Ich habe mir das Wort erbetm, um über den 7. Antrag, welchen die Kammer der Reichsräthe in folgender Fassung angenommen hat,- einige Bemerkungen zu machen. Jmcr Antrag lautet nämlich: - »»Es möge bei Verwendung der in dem Gesammtbetrag dieser Position (aufErziehung und Bildung) cingerechnetm 72,000 fl. auch auf jme Schulm Rücksicht genommen werden, welche ausschließend für Israeliten bestehen oder künftig errichtet werden.«« ' »Diese Fassung der Kammer der Reichsräche giebt einen erftmlichm Beweis ihres Rechtsgefühls und ihrer Aufmerksamkeit zu Gunsten der Israeliten. Zwar'ist es besser, wenn keine ausfchließendcn Schulm für die Israeliten bestehen,^ sondern wmn die israelitischen Kinder die gewöhnlichen Bürger-