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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1837-11-30 · Heft 104 (30.11.1837) · p. Seite 416

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
1 (1837)
Issue
Heft 104 (30.11.1837)
Date
1837-11-30
Page
Seite 416 (sequence 4)
Language
German
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416 senden, mittelst selbiger die Herren Minister der Finanzen und des Innern zu benachrichtigen und an die 3, 5, 6 und 8 Departements Eines dirigirenden Senats nachrichtlich zu communiciren und in den Senats-Zeitungen überzudrukken. Am 29. Juli 1837. Stellvertretender Obersecretär Wedrinskp, Secretär Schtscherko. . Sccretärs-Assistent Fedor. Aus dem 1. Departement. Bücherschau. (Schluß von No. 103.) Wer mit dem Charakter der genannten drei Völker genauer bekannt ist, - wird von der eben gemachten Wahrnehmung durchaus nicht überrascht sein, er findet darin nur das Abbild des allgemeinen Volkscharakters auch im Judenthume der drei Länder. Der Engländer, der an altes, feststehendes Gesetz, von dessen Förmlichkeiten er sein Leben regeln und beherrschen läßt, gewöhnt ist, ein Gesetz, dessen Buchstabenfinne er fich lieber zu eignem Nachtheile unterwirft, als daß er Aenderung und Wandelung eintreten laßt in das, ums ihm als unwandelbar überkommen ist; der Engländer, der dabei innerhalb der genauesten, förmlichsten Staatsverfassung dennoch die ungebundene Willkür der Individualität anerkennt und will; der Engländer kann eben so wenig an der alten Verfassung des Judenthums Aergerniß nehmen, als er fich überhaupt wundert, wenn der Jude seinen Sitten und Gebräuchen nachfolgt, da diese gegen die Verfassung nicht anstoßcn — er nimmt es dem Quäker nicht übel, wenn er nicht schwören will, wie viel weniger dem Juden, wenn er nicht auf das Evangelium schwören will. Der Franzose hingegen, dem nichts weniger fest ist als das Gesetz, der eben so leicht Gesetze macht, als fie Übertritt, der aus jeder Specialität eine Allgemeinheit macht, um alsbald bei der nächsten Specialität die vorhergehende zu vergessen; der Franzose, der überhaupt blos für den Moment lebt, und der alle Menschen nach dem modeln will, was er augenblicklich für wahr erkennt, und jeden Andersdenkenden und Andersthuenden verwirft und verachtet; der Franzose kann natürlich die besondere Richtung und das Eigenthümliche des Judenthums nicht dulden, und von diesem Geiste ergriffen, mußte auch der ftanzöfische Jude, sobald er in's öffentliche Leben tritt, ein ganz glatter Franzose zu werden suchen. — Was aber Deutschland betrifft, so fieht ein Jeder schon von selbst die Wahrheit dessen ein, was wir eben vom Deutschen bemerkt haben. Wir kehren nach dieser Abschweifung zu unserm Gegenstände zurück. Indem also die rabbinische Gestaltung des Judenthums, neben welcher die reine innere Bildung, wie uns eben so viele englische Juden gegen die vorgefaßte Meinung des deutschen Christen beweisen, wohl bestehen kann, in England der vorherrschende Typus des Juden ist und bleiben will, so mußte er fich dennoch in dieser Tendenz rechtfertigen, und dies konnte nur insofern geschehen, als dem Publikum der cigenttiche Inhalt des Rabbiaismus vom höhern Standpunkte erwiesen würde. Es mußte von der einen Seite gezeigt werden, daß der alte Wahn, als wäre der Rabbinismus nur eine Masse von Bizarrerieen und Skurrilitäten, eben ein Wahn sei, indem die höchsten Interessen der Menschheit, Philosophie und Poesie, noch dazu allein von religiösem Standpunkte, darin bearbeitet worden, daß einMaimonides, Aldo zu einer Zeit sich den Philosophen erster Größe an die Seite stellten, wo die germanische Welt noch vor den triefenden Augen alter Heren zittette, und menschenfeindliche Mönche Scheiterhaufen anzündeten, daß eia Wessely das moralische Bewußtsein der neueren Zeit in den Rabbinismus wohl hineinzutragen verstand u. f. w.; von der andern Seite mußte die alte historische Begründung der jüdischen customs and observances (Sitten und religiösen Gebräuchen) dargelegt werken — um vor der englischen Welt hinlänglich gerechtfertigt zu sein. Dies ist also die Aufgabe und Tendenz unserer englischen Monatsschrift, dies die große Bedeutung derselben für England, die wir hier in vollkommenem Umfange anzuerkennen versuchten. Zum Schlüsse aber müssen wir doch wenigstens unsere Leser nun auch mit dem Titel derselben und dem Namen des Herausgebers bekannt machen: The Hebrew Review and Magazine of Rabbinical Literature. Edited by Morris I. Rap hall. London: Published for the Proprietors, by Limpkin and Marschall, Stationen’ Hall Court, (das Part zu 2 Schilling.) Es wird übrigens nicht unangenehm sein, hier noch die Titel eim'ger englischer Schriften zu lesen, die theils kurz augezeigt, theils auf dem Umschläge annoacirt sind. 1) '«STTQ, an Engtisch and Hebrew Lexicon, by Michael Josephs. Published by Wertheim 57, Aldersgate Street. 2) The 'Wisdom of Salomon: A selection from Proverbs and Ecclrsiastes, in Hebrew: With a corrected Version on parallel lincs, by M. Mocatta. London, Pelham Richardson. 1834. 12mo. 3) Origines Biblicae; or Researches in primeral history, by 'Charles T. Belte. London: Published by Parbury, Allen and Co., Leadenhall Street. 4) foiro min. La Ley, los Prophetas y Escritos en dos colunas, Hebraico y Espannol. En la primera coluna, el original Hebraico, contodas las perfecciones en las letras, los puntos y taamim, poniendo cada casa en su lugar. En la secunda coluna la Traduccion en la lingua Espannola; buscando la palabra mas propri.i para exprimis el sentido des Texto; para lepual annadimos a las veces algunu palabra inter lineas, para mayor clareza. (1 Guinee.) 5) A xnanual of Judaism, detailed in a conversation b^tween a Rabbi and bis Pupil; being an Introduction into tbe knowledge of the Principles of the Jewisch Faitb; for the use of the juvenile Members of that Persuasion. By Joshua Van Oven, Esq. M. R. 8. L. Bemerkungen. In No. 97. dies. Zeit, giebt ein Druckfehler das Maximum der Beiträge der Gemeinde - Mitglieds in Hamburg auf 100 Thlr. an, wahrend dasselbe 1000 Thlr. lauten soll. Herrn G. in C. berichten wir, daß wir allerdings gmeigt sind, Proben feiner Melodieensammlung auf die in der Synagoge gebräuchlichen altetthümlichen Sangweisen, die nur der Zurückführung auf musikalische Gesetzmäßigkeit bedürfen, an- und aufzunehmen. ' Herr Dr. G. Cohn aus Dessau in Tessin ersucht uns, ihm zu bezeugen, daß er nicht Abfasser der Berichte über Dessau in No. 40. und 46. sei. Wir bezeugen ihm dies hiermit. Rcdacteur: Dr. L. Philipps?«. — Verlag von BaumgärtncrS Buchhandlung. — Druck von W. Haack.

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