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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1837-11-25 · Heft 102 (25.11.1837) · p. Seite 407

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
1 (1837)
Issue
Heft 102 (25.11.1837)
Date
1837-11-25
Page
Seite 407 (sequence 3)
Language
German
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407 Arhcmzug des Lebens, ohne die es dem Tode und der Versteinerung anheim fällt, des unveränderlichen Rechts. Man weiß aber, daß das Recl)t kein Produkt der Wissenschaft ist, sondem die Natur des Menschen als geselligm Wesens. Hiernach die vorliegende Schrift beurtheilt werden, die der Berücksi^gung wohl zu empfehlen ist. Es ist keine Schrift, die der Geist der Unduldsamkeit diktirt hat, bei deren Geburt Haß und Vorurtheil zu Gevattern gebeten worden — sie ist zugleich ausgegangen von einem hoch stehenden Manne, der die Staatswissenschaft als die seinige bekennt und lehrt. Aber sie ist dennoch abgefaßt: 1) ohne wahrhafte Kennmiß des jetzigen Zustandes der 2) ohne Berücksichtigung der Geschichte; 3) ohne Berücksichtigung des wahren Ganges und der wahren Entwickelung des Lebens, 4) ohne Begriff der Religion, wie sie unter den Erdensöhnen steht. . Machen wir uns die Ansichten des Verfassers deutlich, so sind es folgende. Die Juden habm das Recht, die völlige Gleichstellung zu fordern, weil der Staat für, alle ferne Angehörigen einen vollkommenen Rechtszustand Herstellen muß, weil gleichm Leistungen auch gleiche Rechte gegenüberstehen, weil die Verweigerung des volle» Bürgerrechtes die nachtheiligsten Folgen für das Wohl sowohl drx Juden, als der christlichen Mitglieder erzeugt, weil die Zurücksetzung der Juden eine feindselige Gesinnung zwischen Juden und Christen unterhalt. Dennoch sei diese Gleichstellung, wenn sie unbedingt geschehe, aachtheilig, weil sie die Juden nicht entnationa- -l i slre, sondern demungeachtet die Juden in einem andem staatsbürgerlichen Vereine, nämlich dem von Mose gestifteten, bleiben. Aus diesem könne» die Juden nur heraustretm, und ihum die bürgerliche Gleichstellung gegebm werdm, wenn sie aufheben 1) das Verbot, sich mit anderen Völkern zu verheirathen, 2) dir mosaischen Speiseverbote, 3) den Sabbach, 4) wmu sie deutschen Gottesdienst halten..— Hieraus ersieht man, daß gerade neue Ideen nicht gegebm werdm, wenn auch die Gesammtdarstellung durch Logik und Präcision sich vottheilhaft auszeichnet. Suchen wir aber nun unsere obige Behauptungm zu «kräftigen. Der Verfasser kennt die hmtigm Judm gar nicht. Er kmnt nur zwei Klassm derselbm, die sogmannten »Erleuchteten,« die er außerordentlich zu würdigm versteht, und ihnm seine Bewunderung nicht versagt, und gegmüber eine dumpfe, trübe Masse, die ihm als nichts als »Betrüger« mit »laxer Moral«, ohne Gewissen, sich Alles erlaubt haltmd u. f. w. erscheint! — Wie empört sich da das Gefühl! Was soll man von Lehrem sagen, die Solches nicht in ihrm Hörsälen, sondem sogar öffentlich auszusprechm sich nicht scheuen. Der Verfasser kennt also jene große, zahlreichste Mittelklasse der heutigen Juden, besonders der deutschm Juden, nicht, die an Rechtlichkeitssinn, an redlichem Stteben, an Sinn für das Gute und Rechte keiner Glaubmsgmossenschast nachstehm; der Vers, kennt die große'Mehrheit der heutigen Judm nicht, in der ein herrliches Strebm nach obm waltet, und die allm dm Prinzipien huldigen, welche die Gesellschaft als die ihrigen anerkennt!-Wisse, Mann der Staatswissenschaft, daß Du darin eine Sünde begangm an Hunderttausmdm, welche alle Deine schönen Theorim vom Staate, denm Du dein Leben gewidmet, nicht gut machm können. Das sprechen wir hiermit öffentlich aus, daß wir uns unmittelbar als Vettheidigec dieser Mittelklasse ansehen — wir wollen Nichts wissen von den »wmigm Erlmchteten« u. s. w. wie die Redensartm geflogen werden, denn das ist längst klar wie die Sonne, und bedarf Eurer Bestätigung nicht mehr. Sondem daß ein unermeßliches sittliches Lebm sich aufgethan in der Masse,der Judm, das wollen wir erweisen, dazu sind besonders diese Blätter bestimmt, und wmn Du sie redlich durchliesest, so wirst Du es aus jeder Zeile erkennen. Wir kennm aber längst schon dm Schalk, der dahintersteckt, und wmn man von der Veredlung und Verbeffemng der Judmwelt redet, die Achsel zuckmd spricht: das sind »wsnkge Erleuchtete.« — Was soll man aber noch fagm zu einem Staatsgelehrtm, der vom »eigmthümlichm Gemche der Judm, die einem dm Umgang verleid«« spricht. Magst Du von Gerechtigkeit, von Duldung u. s. w. »och so schön sprechen, es ist eitel Trug, Du steckst noch -im vorvorigm Jahrhuudette, und kmnst das Leben nicht. Habm dmn die unzähligm Schulm, die in allm Staatm unter dm Judm jetzt bestehen, nichts gethan? Sollten denn die unzähligen jüdischm Schüler, die christliche Schulm besuchm, nichts davon getragm habm? Sollten die unzähligen Schriftm, die für die Masse der Judm verfaßt, und in Aller Händen sind, nichts gewirkt habm? Solltm die vielm tüchtkgm Männer, die jetzt überall an der Spitze der Gemeindm stehen, ohne Wirkung gestrebt habm? Es ist eitek Sprechrrei, und Nichts dahinter. (Fortsetzung folgt.) Sftetatu*« (Schluß-deS in No. 101. abgebrochenen ArrckelS.) <85. 19. _ rrv-k» »Summa des Fastens tst Tugend.« Soll heißen: das Verdienst beimFasten ist Allmosen geben.

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