Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 1 (1837)
- Issue
- Heft 98 (16.11.1837)
- Date
- 1837-11-16
- Page
- Seite 392 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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392 dem Handwerke, 17 sich dem Kaufmannssiande widmeten,- 1 in Quarta des hiesigen Gymnasiums, 1 in Tertia der höhern Bürgerschule eintrat. Don Dreien, die sich dem Lehrstande widmeten, wurde 1 aus unserer Schule in das Königl. Seminar ausgenommen, und ist bereits jetzt als Lehrer an einer Mädchenschule in Berlin angestcllt, 1 erhielt sogleich eine Privatlehrerstelle, 1 bes jacbt noch jetzt die Präparandcnschule. Bon 2en, die sich den rabbinischcn Studien widmen, bildet sich der Eine bei dem Herrn Josaphat, einem wissenschaftlich gebildeten Theologen, aus, der seit Kurzem eine Klaus - Rabbinatsstelle erhielt, und von dessen Leistungen auch sür unsere Schule sich Gutes erwarten läßt; der Andere in Braunschweig beim Herrn Land-Rabbiner Egers. Wenn auch unsere Königl. Hochlöbl. Regierung zu Magdeburg sich jeder direeten Einwirkung in unsere Schul-Angelegenheit enthalten hatte, so hat sie es doch an Kenntnisnahme derselben nicht schlen lassen, und wir hatten uns schon oft der ehrenvollen Be- > suche der Herren Regierungs-Commissarien.Ierrenner und! Hahn auf ihren Jnspectionsreisen, und erst am 16. August d. I. des zweiten Besuches des Herrn Ober-Regierungsrathes Hertel zu erfreuen. Außerdem hat dieselbe bereits unterm 23. Rovbr. 182? den Wunsch geäußert, die Mitaufficht über die Schule dem Herrn Seminar - Director Brederlow übergeben zu wissen, welches Seitens der Herren Administratoren zwar gern, aber doch nur mit einigem Vorbehalt geschah. Dieselbe ließ sich zuweilen über die Leistungen der Schule berichten. Wenn es also zur Tendenz Ihrer mit Recht gern gelesenen Zeitung gehört, solche humane Gesinnungen königlicher Regierungen zu veröffentlichen, so will ich stehen, dieselben in getreuer Abschrift hier mitzutheilen, ^diesen Bericht beschließen. I. >em von dem Seminar - Director Brederlow an uns i Bericht über den Zustand des dortigen ifrael. Schul- » haben wir das zunehmende Wachsthum und die fortschreitende Verbesserung desselben mit Vergnügen entnommen, und ersehen, daß die Administration dieser Schulanstalt mit regem Eifer und mancher Aufopferung zum erfreulichen Gedeihen derselben mitgearbcitet habe. Diese löblichen Bemühungen verdienen unsere Anerkennung, die wir Ihnen hierdurch bezeigen und Sie auffordern, wie bisher auch ferner dem Gedeihen jener Schule Ihre Aufmerksamkeit und Mitwirkung zu widmen. Magdeburg, den 24. December 1829. Königl. Regierung. Abtheilung für die Kirchen - Verwaltung und das Schulwesen. An die Vorsteher der israel. Schule , zu Halberstadt. II 176/12. II. mit Vergnügen ersehen, daß die dortige jüdische Schule sich im Allgemeinen in einem sehr befriedigenden Zustande befindet. Wir geben Ihnen deshalb gern unsere Zufriedenheit hierdurch zu erkennen und ermuntern Sie, in Ihrem treuen Eifer fortzufahren. Ihre Mitarbeiter haben Sie hiervon in Kenntniß'zu setzen. Magdeburg, den 14. Januar 1837. Königl. Regierung. Abtheilung für die Kirchen - Verwaltung und das Schulwesen. An dm Oberlehrer Herrn Lasch^ zu Halderstadt. II 279/12. Mit herzlicher Begrüßung G. Lasch. (Aus Hamburg. Eingesandt.) *) Unter den Bürgern dieser, Stadt zeichnet sich seit vielen Jahren ganz besonders der Wundarzt Herr A. B. Cousin et auch dadurch aus, daß er mit .der größten Berufstreue sich zu jeder Tageszeit bereitwillig zeigt, den hier gleichfalls so zahlreichen armen Juden seinen Beistand auf die liebevollste und uneigennützigste Weise angedeihen zu lassen. — Kaum ward es vor ungefähr neun Jahren der Gemeinde bekannt, daß eine gefährliche Krankheit das Leben dieses trefflichen Mannes bedrohe, so eilte eine große Anzahl derselben ohne weitere Verabredung, blos von einem allgemeinen Gefühle der Liebe und Dankbarkeit ergriffen, obgleich es an einem Wochentage war, wo mancher unter ihnen, nach seiner Art, viel dadurch einbüßre, nach der Synagoge, um nicht nur die bei einem frommen Juden unter ähnlichen Umständen, jedoch in der Regel nur auf ausdrückliches Verlangen der Angehörigen, üblichen Gebete um Wkcdergenesung ihres gemeinsamen christlichen Freundes zu verrichten, sondern auch die dazu gehörigen Psalmen inWcchselchören abzusingen.' Einsender dieses erinnert sich, etwas Aehvlichcs vor nicht gar langer Zeit von einer schlesischen oder polnischen Judengemeinde aus glaubwürdiger Quelle vernommen zu haben. Es geschah bei Gelegenheit einer lebensgefährlichen chirurgischen Operation, welcher sich ein gleichfalls durch sein humanes Betragen gegen arme Juden besonders ausgezeichneter und geachteter christlicher Arzt zu unterziehen genöthigt war. Wahrscheinlich wird diese Bekanntmachung l dazu führen, das Nähere hierüber, welches dem Einsender entfallen 1 ist, zu erfahren; was eben so wie der hier hauptsächlich vorliegende Fall nur desto interessanter sein würde, wenn man zugleich durch Beispiele darthun könnte, daß christliche Gemeinden bei ähnlichen Gelegenheiten, zur Bezeigung ihrer Dankbarkeit gegen einen Juden, sich nicht so bereitwillig dazu gefunden haben, oder aus kirchlichen Gründen nicht finden konnten. — Bedenkt man, daß diese Classe der Hamburger Juden, wie überall, in religiöser Hinsicht noch dieselbe ist, wie sie zu den Zeiten eines Eisenmengers gewesen, „ . _. „ . „ . .. _ . . , . i fo möchte es selbst dem größten Widersacher derselben schwer wcr- Aus dem vom Director des domrgen Seminars uns abae- . den, solche Handlungen anders zu deuten, als: daß überall statteten Benchtc über den Zustand der dangen Israel. Schule haben - - - - - — - - - ..... 0 - - - — wir mit Vergnügen das zunehmende Wachsthum und die fortschreirende Vervollkommnung dieses Instituts ersehen, was der beste Beweis des thärigen Eifers ist, womit die sämmtlichen Lehrer sich das Gedeihen der Anstalt ungelegen sein lassen. Wir bezeigen Ihnen dieserhalb unsere Zufriedenheit und fordern Sie auf, Ihre löblichen Bestrebungen fortzusetzen. Magdeburg, den 24. December 1829. Königl. Regierung. Abthcilung für die Kirchen - Verwaltung und das Schulwesen. Hertel. An die sämmtlichev Lehrer der ijracl. Schule zu Halberfiadt. U 176/12. III. Aus dem Berichte unsers Commissarius, des Herrn Confistoriäl- und Schulraths Probst vr. Zerrenner, über die Resul- . täte der Revision des Schulwesens -in dortiger Stadt haben wir j jede wahre Religiosität, in welcher Confession sie auch wurzele, zugleich die schönsten Früchte ächter Humanität zur Reife fördere, und daß nur diejenigen, denen cs in ihrer beklagenswerthen Hohlheit an aller wahrhaft religiösen Gesinnung gebricht, gierig nach jämmerlichen Beweis- ' gründen haschen, die sie in ihrem Wahne für mächtige Stützen ihrer eingefleischten lieblosen Borurtheile halten, unbekümmert, wie viel sie dadurch dem Schuldlosen sowohl als der Gesammtheir schaden. X. Y. Z. (Ragusa.) In Ragusa wohnen viele Israeliten, die aus Spanien hierhergeflüchtet, die nicht nur ihre alten strengen Religionsgebräuche, sondern auch ihre Sprache beibehalteo haben. (Ausland.) Redacreur: vr. L. Philipps»«. — Verlag von Baumgartners Buchhandlung. — Druck von W. Haack.