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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1837-11-14 · Heft 97 (14.11.1837) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
1 (1837)
Issue
Heft 97 (14.11.1837)
Date
1837-11-14
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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I. Jahrgang. ZlltgeMeine Ro. SV. Zeitung -es Zu-enthums. Ein unpartheiisthes Organ für alles jüdische Interesse. tMit Könkgl. Sächsischer allergnädigster Cancession.) Leipzig, den 14. November 1837. LiGe der <&nbf cxiption en zur Begründung einer jüdischen Facultät und eines jüdischen Seminars. 1) Der Redacteur der Allgemeinen Zeitung des Judenthums. 100 Thlr. Pr. Ct. 2) Der Verleger der Allg. Zeitung des Judenth. Herr Julius Baumgärtner zu Leipzig 100 - - 3) Die Herren Gebrüder Ernst und Ferdinand Friedeberg in Magdeburg .. 200 - - 4) Herr Julius Philippson, Handlungscommis in Magdeburg . . . .. 10 - Politik. Zeitungsnachrichten. Kempen,*) 24. Oct. (Eingesandt.) Dem Verdimste seine Kronen! — Anfangs August wurde unsere Stadt von der Cholera heimgesucht, die bis Mitte dieses Monats hier grafstrte. Bei einer.Einwohner;ahl von 6000 Seelen, worunter 3400 jüdische, starben an derselben 35 Christen und 5 Juden. Nächst dem Allmächtigen haben sich hierbei das höchste, schönste Verdienst die jüdischen Kaufleute Herr Haskel Marcus Jeraslaw, dessen Sohn Nathan Je ras law und Herr Samuel Warschauer erworben. Sie entzogen sich ihren Geschäften, um dem Leidenden ihre Hilfe angcdeihen zu lassen. Rastlos waren sie um den Kranken beschäftigt, bis sich «Symptome der Genesung zeigten, die sich in Folge der gereichten Hausmittel, Reibungen u. s. w. gar oft ergaben. Hatten sie auch bereits zwei Nächte am Bette eines Kranken durchwacht, so waren sie dennoch bereit, in der dritten einem andern Beistand zu leisten. ' Sie versagten aber auch ihren christlichen Mitbürgern ihre hilfreiche Hand nicht: sie besuchten nicht nur täglich die Lazarethe, sondern waren auch in Privathäusern bei erkrankten Christen thätig. — Als am 2ten d. M. eines der Mitglieder des hiesigen Land- und Stadtgerichtes an der Cholera erkrankte, so waren cs die erwähnten Männer, die ihn pflegten. Aus Furcht sich anzusiecken, stellten sich die Freunde des Erkrankten ihm fremd, und entfernten sich von ihm — aber seine jüdischen Brüder scheuten keine Gefahr, ja, er starb sogar in den Armen der Herren Jeraslaw. — Mit gebrochenen ' Augen und erstartten Händen dankte, er erwähnten Wohlthätern, und empfahl ihnen sein Theurrstes — seine Frau und seine Kinder. *) Lm Regierungsbezirke Posen. 2>. Redact. Wenn auch bereits dem Herrn Haskel Jeraslamvou^ dem Herrn Ober-Regierungsrathe S üv e rn sein Wotzwollen über fein edles Benehmen zu erkennen gegeben worden^ chcs nicht minder die andern Herren verdienten, so halten wir es dennoch für unsere Pflicht, diesen Herren unsern innigstm Dank öffentlich mit dem Wunsche zu zollm, daß die Edlen viele Nachahmer finden mögen. Haus pro inulticl Wien, 1. Novbr. (Privatmitth.) Der ausgezeichnete, rühmlichst bekannte Herr Salomo Leb Rappoport aus Lemberg ist von der Gemeinde zu Tarnopol'zum dortigen Rabbiner erwählt worden, und es wird zur Realisirung dieser Wahl nur noch die Bestätigung der hochlöbl. k. k. Nieder-Oestreichischen Regierungerwattet, welche gewiß nicht lange ausbleiben wird. Jedenfalls ist der Gemeinde zu Tarnopol zu dieser schönen Acquisition Glück zu wünschen. — Der dritte Band des Xerem Okemell wird, nicht bei Schmid, sondern bei M. I. Landau in Prag erscheinen, und ist bereits unter der Presse. Leipzig, 23. Oct. Zum zweiten Male sahen wir den Oberrabbiner vr. Frankel im Aufträge eines hohen Cult- Ministeriums in unsem Mauern, um die Unterrichts - und Culms - Angelegenheiten der hiesigen israelitischen Gemeinde zu revidiren. Die Prüfting mehrerer von einem bereits im vorigen Jahre eigens angestelltm Lehrer unterrichteten Knaben und Mädchen enffprach, wie die vor Kurzem in Dresden abgehaltene, den Erwartungen der Anwesenden in vollem Maße. Das Pwjekt der Gründung einer großen allgemeinen Synagoge auf hiesigem Platze fand bei den in- und ausländischen (zur Messe zahlreich gegenwärtigen) Israeliten eine kräftige moralische und pekuniäre Unterstützung, und es steht zu er- ' warten, daß, wenn dieses große Unternehmen zu Stande! kommt, wie wir zuversichtlich hoffen (??), von hier aus j eine zeitgemäße, Reform, des israelitischen Culms sich über

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