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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1837-11-07 · Heft 94 (7.11.1837) · p. Seite 376

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
1 (1837)
Issue
Heft 94 (7.11.1837)
Date
1837-11-07
Page
Seite 376 (sequence 4)
Language
German
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376 Werkheiligkeit, mit Vorschlägen, wie diese dreigestalteten Uebel zu heilen wären. — 7) Bericht Luzzato's an Rapoport über verschiedene wissenschaftliche Arbeiten, vorzüglich über die zwei von ihm abgefaßten Monographien (D'IDdrQ), von denen die Eine, genannt Dostam Nip-P masaP snn, die späte Entstehung der hebräischen Bocalzeichen und Accente, aus den Talmud en und Midraschen erwiesen, behandelt, mit Bezug auf die entgegengesetzte Behauptung des gelehrten Verfassers des 72 »snr»; die Andere, genannt -,P7P'oi P22pp P22N 'bl? "iaa«3, das späte Austauchen der kabbalistischen Wissenschaft und des Buches Sohar beweiset. — 8) Antwortschreiben Rapoport's, vorzüglich exegetische Gegenstände betreffend, worin aber zugleich interessante Notizen über das Onkölos—Targum. — 9) Poetische Epistel, in der Weise des Bechinat—Olam, von Simson Bloch an seinen Freund Samuel Bi gerichtet. — 10) Wissenschaftliche und sehr gelehrte Abhandlung von dem wackern'Ahron Chorin, Rabbineu zu Arad in Galizien, über die Ausgleichung der Ha - gada (Resultate der sagenhaften Ueberlieferung) mit dem Glauben und über das Derhältniß beider zu der Kabbala, in der Form eines Sendschreibens an Reggio. Der Verfasser vertheidigt darin zugleich die freilich etwas flüchtigen Angriffe R c g g i o 's auf seine in Ocstreich sehr verbreiteten Monographien, genannt: PaQör 'OSO (gedruckt 1803, in D^nn abgerheilt), 71P« m*n und p2s nrcr:, und der gesunde und kernhafte Ton hat endlich sogar seinen Gegner gewonnen. — 11—12) Rezension über Rapoport's riefgelehrten Biographien (rmbin) von Hirsch Goldenberg aus Belchow, Vater des Herausgebers dieser zeitschriftlrchen Correspondenz, worauf dann eine sehr gelehrte Antikritik folgt. — 13) Kritik Luzzato's über den Z ob — Comme ntar des Herrn Bär Blumenfeld aus Brody, und Gcgenkritik des Letzteren, wobei zugleich auch die Frage erörtert wird, ob die Untersuchungen über Alter und geschichtliche Wahrheit des Job in die über Echtheit des Pentateuch hinüverstreifen i — 14) Schreiben von blos stilistischem Werthe. — 15) Proben einer llebersetzung der astronomischen Briefe Leonhard Euler's ins Hebräische, von Isaak Monies, als Beitrag zur Belehrung der slavischen Juden. — 16) Abhandlung über Einführung der Rumford'- schen Suppen in jüdischen Armenanstalten, so wie über die Art ihrer Zubereitung, von Samuel Bi abgefaßt. — 17) Bericht über die Werke {■»"ivac “bas und b2n rsnaia, verfaßt von David Friesenhausen, gegen die jüdische Secte der Sabaräcr; ferner über 2-sr->pP 77pn (Venedig, 1751) und Tn •OTT3, Werke die Karäer. berressend. — 18) Corrcspondenz- Rachrichten aus Padua und Triest, mitgetheilt von Luzza tto. — 19 — 22) Briefe über moderne Studien und wissenschaftliche Bestrebungen, über neuzeitliche Verhältnisse und die Stellung der positiven exotischen Wissenschaften. — 23) Antiquarische Abhandlung, über die Sitte des Wallfahrens nach dem heiligen Lande in den ersten Jahrhunderten nach Jerusalems Zerstörung, und über die ersten Wallfahrer, abgefaßt von Rapoport. — 24) Regi? gio's Bericht über das große rabbinische Reallexiccn pn2' INS, welches in einigen mäßigen Folianten bereits bis zum Buchstaben Slem gedruckt ist, über den Rest des Manuscripts, welches sich bei den Verwandten des seligen Lampronti befinden; über das wahrscheinlich verlorne Werk m ]2 die Giuda di Modena, so wie übet dessen gegen die Kabbala gerichtetes Werk ama das der oben genannte Simson Bloch aus Brody herausgeben will. — 25) Bericht über die zudringliche Prosclyrenmacherei der Chasidäer, ihre Umtriebe in Ungarn, in der Ukraine und Wallachei.— 26) Reggio's Mittheilungen über die für verloren gehaltene nb'22 TPn Nnp^as, welche sich bei ihm in Görz und bei dem Arzte dalla Volta in Mantua befindet; ferner über die ebenfalls für verloren gehaltenen Lieder des gelehrten Na tan Jehi«li, Verfassers des Aruch. — 27). Mitcheilungen von blos ästhetischem Werthe. — 28) Sendschreiben an Tobia Feodor in Berdyczew (im Lirrauischen), worin er ersucht wird. sem großes satyrisches Werk Ü-22N2 bip, in zwei Theilen, worin so viele noch lebende Gelehrte angegriffen werden, einstellen und unterdrücken zu wollen. Die Hauptperson in dem satyrischen Angrrsse ist der in Galizien bekannte Levin Satanow, ein beliebter neuhebräischer Schriftsteller, Verfasser des Werkes rman DSP, eine neuhebräische Uebertragung des weitverbreiteten Werkes von Tissot, und |72'on, die Uebertragung eines Werkes von Franklin. Schöne Bemerkungen überGcbrauch und Anwendung der Kritik (sasajm D^Psan “v?p2) bei hebräischen Werken begleiten dieses trefflich stilisirte Sendschreiben. — 29) Antwortschreiben darauf aus B erdyczewi — 30) Anfrage an Reggio, über Schwierigkeiten im jüdischen Kalender, vorzüglich im Verhältnisse zum Sonnenjahre, vorgetragen von Jeheskel Din es (nicht wie es gedruckt steht Lukes) aus Tarnopol. —31) Beantwortung dieser Anfrage und zugleich Bericht über den Srand des jüdischen Kalenders zur Zeit der Talmude. — 32) Correspondenznachrichten über das Collegium rabbinicum in Padua, über dessen Stiftung, Organisation und gegenwärtigen Bestand, von dem dasigcn Professor Luzzatto. — 33) Correspondenz über das Rabbiner» - Seminar in Fürth, und Berichte der Vorsteher über Lessen Vernachlässigung. — 34 —35) Ueder das Studium der Philosophie bei den Juden in der Neuzeit, ein Bericht von Samson Bloch (paw—nbP “iNba 'sj) an Samuel B i. —' 36) Zusammenhängende Correspondenz von I e h u d a Myses aus Lemberg (st. 1831 an der Cholera) über Zusätze zu seinem Werke paar* map, ferner eine Kritik der Monographie Reggio's über die Kabbala und nebenbei wird noch ein anderes Werk, genannt rma (Zolkicw, 1782) den Lesern vorgeführt. — 37 — 42) Briefe von ästhetischem Werthe. Schon diese flüchtige Skizze unseres Jahrbuches wird dem Leser den Drang nach geistiger Entfaltung, die Kühnheit und Beharrlichkeit, um an dem alten spröden Kern der Boruriheile zu reiben und zu bröckeln, hinlänglich zeigen; denn nur selten verschwimmt eine darin angestellte Untersuchung in eine sentimentale und declamatorische Allgemeinheft. Dabei blicken wir tief in bie Zustände der Juden in Ocstreich, wenigstens in Bezug auf ihr geistiges Lebe» und auf ihre intellectuellcn Zustände. Denn, insofern sich hier und da eine schöpferische Selbstständigkeit offenbart, wirft sie zugleich einen Strahl aus das Collectivum von 500,000, die im östreichischen Gebiete wohnen; vorzüglich ist solches mit Galizien der Fall, wo die wenig bekannten großen Gemeinden in Tarnopol, Zolkiew, Zlöczow, Samdor, Przcmysl, Lemberg, Jaroslaw, Tarnow, Halicz, Brody, als ebenfalls ergriffen von der jüdisch - germanischen Bildung uns vielfach vorgeführt werden. Der Stil sämmtlicher Briefe ist faßlich, einfach und doch wahrhaft künstlerisch; die Entwickelung ist durch und durch gehalten, klar, dem Verstände jrch einprägcnd; die Darstellung leichtfließend und ansprechend, eine Mitte zwischen Kürze und Ausführlichkeit haltend. Die Frische des Neuhebräischen, wie sie zur Zeit der Jbn Ezra's sich zeigte, erscheint auch hier noch.nicht verblichen; die neuhedräische Sprache dient immer noch dem ausgebildersten Inhalte, weil der neue Inhalt ihr immer eine neue reizende Plastik anbildet und schafft. Zwar ist die Naturstufe des Hebräischen schon seit drei ^hrtausenden, mit dem.an Symbolik verschwenderischen Reich- «Kume, untergegangen, aber noch immer keimen, von einem geistigen ^Frühlinge durchhaucht, neue Blumen hervor, oder es entsprossen den alten vielsastrgen Wurzeln noch immer neue Wendungen und Gefügen. Dabei versetzt uns die feinfühlige Weise der Erörterung, das hervorstechende judenthümliche Prinzip, und die interessante Art der Lösung der Aufgaben, in die jüdisch-iberische Bildung; dieses ist die geistige Gährung im jüdischen Leben und in der Synagoge, eine Gährung wie im Jahrhundert des Maimonid es. vr. Julius Fürst. Als Euriosum ist zu empfehlen: The history of Esa« considered. Londgn. 8. Redacreur: Dr. L. Philipps»«. — Verlag von BaumgärtuerS Buchhandlung. — Druck von W. Huack.

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