Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 1 (1837)
- Issue
- Heft 94 (7.11.1837)
- Date
- 1837-11-07
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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i- Jahrgang. ALLgeMeine No. 94. Zeitung -es Zu-enthums. Ein imparcheiisches Drgan für alles jüdische Interesse. (Mit König!. Sächsischer allergnädigsirr Coucessioa.) Leipzig, den 7. November 1837. Veksnntrrrachrrng. Wir zeigen hierdurch an, daß diese nun bereits vielverbreitete Zeitschrift auch im nächsten Jahre fortgesetzt wird, und ersuchen die verehrt. Abnehmer, uns ihre Bestellungen durch ihre bisherigen Bezugsquellen bald zukommen zu lassen, damit wir die Auflage bestimmen und nicht in die Verlegenheit kommen mögen, später einlaufende Aufträge nicht Ausfuhren zu können. Leipzig, im Nov. 1837. Die Verlagshandlung. Politik. Zeitungsnachrichten. München, 16. Oct. .Bekanntlich, brachte Will ich in der Kammer der Abgeordneten die Emancipation der Juden in Baicrn zur Sprache. Eine so eben -erschienene Flugschrift, als deren Verfasser man vr. Lindner zu München nennt, behandelt diesen Gegenstand ausführlich nach allgemeinen, andere Staaten vergleichenden und speziell baierschen Gesichtspunkten. Aus der nach offiziellen Angaben beigefügten Statistik der Juden geht hervor, daß im Jahre I8|f deren Verhältnis folgendes war: 1. Jsarkreis 85 Familien mit 614 Seelen, IL Unterdonaukreis ,3 - - 12 III. Regenkreis 166 - 666 IV. Obrrmainkreis 1624 - - 6560 V. Oberdonaukreis 1019 - - 4849 VI. Rczatkreis 3398 - 14,439 VII. Uutermainkreis 3463' - - 16,064 - VIII. Rheinkreis 2896 - 14,597 - 12,654 Familien mit 57,801 Seelen. Die meisten derselben leben vom Handel; im Untermainkreise besteht noch der ausgedehnteste Schacher-.und Hausirhandel, irnObcrmain- und Rezarkreise der meiste Feldbau, ordentlicher Handels- und Gewerbsbetrieb, und am meisten Neigung zu Studien in Kunst und Wissenschaft; nach diesen zeichnet sich hierin die Judenschaft im Obcrdonaukreise aus; im Rheinkreise sind nicht 20,. welche Ackerbau baden, und alle Profesfionistrn sind zugleich Schacherer und Hausirer. Erwägt man, daß neben der Hauptstadt gerade im Obermain -, Rezat - und Oberdonaukreise das Meiste für gute Schulbildung der jüdischen Jugend, größrcntheils in den christlichen Ortsschulen, und für Anstellung tüchtiger, aufgeklärter, wissenschaftlich gebildeter jüngerer Rabbiner geschehen ist, z. B. vr. Aub, vr. Löwi, so erklärt sich der sittlich bessere und bürgerlich geordnetere Zustand der Juden hier sehr einfach, und zeigt zugleich den sichersten Weg ihrer moralischen und politischen Verbesserung, den Weg der wahren staatsbürgerlichen Erziehung. (Frank. Merk.) Indem man diese Bemerkungen liest, vergesse man aber auch nicht, sich der großen Schwierigkeiten zu erinnern, welche den Juden in Baiern noch entgegenstehen, Handwerker zu ^werden, und die in dem Berichte aus Baiern No. 66 treffend dargestellt werden. Heber die Schrift des vr. Lindner ist Einiges im Berichte in No. 80. bereits beigebracht. Berlin, 23. Oct. Die Abtheklung für die Kirchen-Verwaltung und das Schulwesen der König!. Regierung zu Frankfurt a. O. bringt in No.41. des dottigenAmtsblattes die Einweihung der Kirche zu Gleißen zur öffentlichen Kunde. Da in No. 82. dies. Zeit, bereits darüber referirt worden, so heben wir nur Folgendes heraus: Auf der Stelle der alten Kirche hat Herr GeheimerCommerzienrathHenoch zum Schutz der darunter befindlichen Grabgewölbe der Familie von Waldo w ein geschmackvolles Mausoleum errichten lassen. — »Die Kirche, welche mit einem Thurme geziert und auch mit einer Orgel versehen ist, kann für ei» wohlgeluügenes Bauwerk geachtet werden, und gereicht dem Erbauer sowohl in dieser Beziehung, als auch durch den ftommen Sinn, in dem der Entschluß zu dieser wohlthatigen Handlung gefaßt und nicht ohne manche Schwierigkeiten beharrlich ausgefühtt wurde, noch für eine lange Zukunft zur Ehre, sowie auch die seltene Freigebigkeit, womit derselbe auf diesen Bau ein Capital von 25,000 Thlr. verwendete, auf die vollständigste Anerkennung begründeten Anspruch machen dürfte.«: —