Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 1 (1837)
- Issue
- Heft 84 (14.10.1837)
- Date
- 1837-10-14
- Page
- Seite 336 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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336 auch eine Lag und Nacht zugängliche, für jeden Gebrauch unbeschränkte Bibliothek verbunden war, die nicht selten die kostbarsten Werke der jüdischen Literatur enthielt. Dev Vorsteher eines Bet- Midrasch war gewöhnlich ein bedeutendes Mitglied in der Gemeine, und da er mit einer übermüthigen, tausendfach divergirendm Jugend zu thun hatte, so war es schon an sich nothwendig, daß er sich durch Liberalität auszeichne. Diese Midraschen trugen zwar ein orientalisches, aber doch auch ein recht jüdisches Gepräge; die Geschichte ihrer Stiftungen und die mit ihnen verbundenen Legalen, ihre Urkunden und ihre Gedenkbücher find interessante Punkte in der Geschichte des jüdischen Volkes, in ihrer Literatur- und in ihrer Sittengeschichte. In den Slavenländern, d.h. in Polen, Rußland, Ungarn, Galizien, Böhmen und Mähren, zählte man vor ungefähr 20 Jahren 263 Bet Midraschim, deren Bachuri m oder Alumnen nie über -400 und nie weniger als 5 waren. Beim Buchhändler Künzel in Leipzig erscheint so eben: 7? PN2Q, Mosis Vitae Luzzatti drama allegoricum, Israeli Bassano inscriptam, monumentum linguae neohebraicae praeitantissimum, nunc primum ex Codice Italic» editum et erucFitissimorum virorum commentariis illustratum, additis Francisci Deli tshi i prolegomenis de operis cditi forte, adornatione ac pretio, de linguae neohebraicae existentia ac propagatione, de vita, moribus etscriptis 15. V. Luzzatti, de dictione hebraica novae italicae scholae et oper. Luzzatti, de dramaturgiae Judaeorum monumentis, de metro carmkiis formarumqne metrorbythmicarum inter Judaeos ortum atque incrementis, denique de uliiitatibus e lectione quis poematis capiendis. — Der Code? ist bei einem Antiquar in Mailand aufgekauft worden; eine andere Abschrift befindet sich in der Bibliothek Anania Cochen's zu Firenza. Die Anmerkungen find von Meir Leteris und S. D. Luzzatto. Die Prolegomenen besprechen folgende Themen: l) Ueber den Stand der Studien neuhebräifcher Poesie in der Neuzeit, über die Handschrift des Drama's, die Ausstattung und den dichterischen Wetth des Migdal Oz. — 2) Ueber das Dasein einer neuhebräischen Sprache, und die periodische Fottgestalrunz derselben. — 3) Leben, Charakteristik und Schriften Luzzatto's, entgegen der patteiischea und einseitigen Biographie M. S. Girondi's. — 4) Lu^zatto's Stil und der Hebraismus der modernen italienischen Schule im Allgemeinen, mit Nachweisung der Einflüsse, welche die italienische Sprache sy-ntaktisch .auf denselben geübt hat. — 5) Ueber die dramatische Poesie der Juden, ein Abriß der jüdischen Dramaturgie und eineUebersicht über ihre Literatur. — 6) Ueber die metrische Form des Gedichts, nebst einer Skizze 'der periodischen Fottgestaltung der jüdischen! Metrorhythmik. — 7) Heber den Nutzen des vorliegenden Kunsti Werkes für hebräische Linguistik. — Alle diese Themen werden in.i einem lateinischen Style besprochen, welcher des künstlerischen Sü-; jets vollkommen würdig ist. Zugleich werden eine Masse historij scher Notizen geboten, welche zu-des Verfassers »Zur Geschichte , der jüd. Poesie« durchweg ergänzend hinzutreten. Hat das C h r o - nicle Bialloblotzky's so viel.Beifall gefunden, so läßt sich! von diesem, für das Ausland zugänglich gemachten, Werke ein Gleiches erwarten. — j Zur jüdischen ReligionsPhilosophie. Rinat ha- Ümet von Jeh'uda Myses in Lemberg. Wien, 1828. 8: Schon die ausgebreitete Lektüre in den religionsphilosophischen Schriften unserer Dorfahrrn, die freie und ungebundene Anschauung religiöser und philosophischer Wahrheiten, und der muthige, unermüdliche Kampf gegen die jüdischen Heräsien in den Slavenländern haben dem sel. Myses (er starb 1831) die Unsterblichkeit bei den Guren seines Volkes gesichert. Seine philosophischen Untersuchungen über volksgläubige Gegenstände, seine Untersuchungen über Dämonen-Existenz, Theurgie, Metempsychosis und andere derartige Gegenstände, die er mit glänzender Gelehrsamkeit und in einer anmuthigen Sprache vorttägt, um. den noch hie und da wuchernden Aberglauben zu bekämpfen, werden stets schöne Zeugen sein von seinen Bestrebungen zum Nutzen seiper Glaubensbrüder. Die Gewährsmänner und Führer feiner Untersuchungen sind: Musa Mäimuni, Saadja Fajumi, Levi Ger.suni, Jbn Esra, JosefKandia,Abravaneli, Mose Na chm an i, Josef Aldo und andere ausgezeichnete Denker im Gebiete der jüdischen Religionsphilosophie; und durch das ganze Buch wehet jener durchgearbeitete Geist, der da überzeugt. Suß seien ihm die Schollen des Thales. — (Fortsetzung folgt.) Aszerger. 3» demselben werden Annoncen aller Art gegen J. Er. Gebühren für die gespaltene Zelle aus Petit« Schrift oder deren Raum ausgenommen. Dir Verlagshandlung. Sabbtrth-, Feft- und Gelegenhettsprediglerr, gehalten zu Bcrnbrug rc. von Si Herzheimer, Herzog!. Anhalt - Kernburg. Landrabbiner. Bernburg, bei Gröning; Leipzig, bei Nauck. 1837. Inhalt des 1. Heftes: 1) Die weise Beachtung unseres nichtigen Lebens (Am «an). 2) Die Hoffnung auf ein ewiges Leben (rivs). 3) Das lehrreiche Bild von der Wanderschaft. 4) .Ueber die hohe Bedeutung des Gotteshauses (Zur Einweihung des Gotteshauses zu Bernburg). 5) Wo ist das Lamm zum Opfer (Confirmationspred.). — Inh. d. 2. Heftes: 1) Kinder sind ein Geschenk Gottes. 2) Des Menschen Aehnlichkeit mit dem Baume. 3) Ehre Vater und Mutter. 4) Keinen Menschen gering zu schätzen. 5) Trauerpredigt. 6) Traurede. — Inh. d. 3. Heftes: 1) Darf der Jsraelite auf volles Staatsbürgerrecht hoffen (Am nvs)? 2) Der hohe Wetth des israel. Weibes. 3) Aufforderung, unsere armen israel. Knaben zur Erlernung der Gewerbe, des Ackerbaues rc. zu unterstützen. 4) Die Mängel unseres Gottesdienstes. 5) Die Erfordernisse zur Verbesserung unseres Gottesdienstes. 6) Wie wir den Verstorbenen die letzte Ehre würdig erweisen sollen. 7) Echte Wohlthärigkeit. Herabgesetzter Preis von Mof. Philippsfohtt, Lehr- und Lesebuch für Liebhaber der hebräischen Sprache. 2 Theile. 2te verm. und verb. Auflage, sonst 2 Thlr. 12 Gr. ord. jetzt 1 Thlr. 12 Gr. ord.' Um dieses bekannte, so äußerst nützliche hebräische Elementarwerk, welches sich der günstigsten Aufnahme erfreut, und besonders zur Einführung in gelehtten Schulen geeignet ist, auch weniger Bemittelten gangbar zu machen, debitire ich jetzt dasselbe zu dem oben erwähnten sehr billigen Preise. Auch werde ich bei Patthir- Bestellungcn noch einen sehr annehmlichen Rabatt extra gestatten. Leipzig den 30. Sept. 1837. - A. Wicnbrack. In der Buchhandlung von L. Fort in Leipzig, Neuer Neumarkt No. 18. ist zu haben: - . ' " 2 *in3 isc •nssssn ■na» biblische Geschichten nach Hübner, mit Fragen zum Nachdenken, nützlichen Lehren und gottseligen Gedanken, David Samostz. 8. Preis: 20 Gr. Redakteur: Dr. L. Philippfon. — Verlag von Baumgartners Buchhandlung. — Druck von W. Haaek.