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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1838-05-31 · Heft 65 (31.5.1838) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
2 (1838)
Issue
Heft 65 (31.5.1838)
Date
1838-05-31
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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n. 3-hrg-»s- AllAememe Ro. SS. Zeitung des Zudeuthums. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse (Mit König!. Sächsischer allergnadigster Concesiion.) Leipzig, den 31. Mai 1838. Zeitungsnachrichten. Frankfurt a. M., 11. Mar. Der Einsender des Artikels aus Fr. a. M. in No. 55. ersucht die Redaction, folgende Zeiten aufzunehmen. . „Da ich bei meiner neulichen Mittheilung den Namen des Herrn Trier genannt habe, so fühle ich mich verpflichtet, für das auswärtige Publicum hinzuzufügen, daß nicht im Entferntesten an eine Theilnahme seines ehrwürdigen Herrn Vaters bei jenem Namenmißbrauche zu denken ist. Für hiesigen Ort wird diese Erklärung unnöthig, da selbst die Vielen, welche die Ansichten des Herrn Rabbiner Trier nicht theilen, dessen Charakter die vollste Anerkennung widerfahren lassen." Koblenz, 10. Mai. Nach der Kölnischen Zeitung betrug die Bevölkerung des Regbez. Koblenz am Ende des vorigen Jahres:' 7249 Juden, 142,654 Protestanten, 298,962 Katholiken und 200 Mennoniten. Wären diese Angaben richtig, und wir vergleichen sie mit der Tabelle, die wir in No. 85 des vor. Jahres gegeben, so wäre der Zuwachs der Juden in den drei Jahren im gedachten Nei gierungsbezirke 19 gewesen, die Protestanten hätten 911! verloren, die Katholiken um 4,078 zugenommen.! Kulm, 7. Mai. Der Pr. D. gibt folgenden Artikel:! „In einem aus Danzig vom 15. April datirten Artikel der! Augsburger *) Allgemeinen Zeitung No. 116. lesen wir, unter ähnlichen Nachrichten aus Preußen, zu unserer Veri wunderung auch die, daß sich hier'in Kulm kürzlich 15 (katholische) Geistliche das Wort gegeben haben sollen, jeden Verkehr mit Protestanten und Juden abzuschneiden und als Märtyrer die Rechte der katholischen Kirche zu behaupten. Daß daran nichts Wahres ist, fallt in die Augen; denn wer wird so thöricht anfangen und sich zum Märtyrer machen wollen, wo es weder Gefahren noch Verfolger gibt? Die Verbreitung solcher Nachrichten kann also nur dazu dienen, die Saat des Hasses und der Zwietracht auch da auszustreuen, wohin sie noch nicht gedrungen ist. Aber selbst das wird hier nicht gelingen, denn Geistliche und Layen aller Konfessionen leben bei uns in friedlicher Eintracht und freundlichem Verkehr, loben Gott, lieben ihren Köm'g und lassen sich darin durch fremdes Treiben nicht irre machen." Hamburg, 17. Mai. (Privatmitth.). Der Prediger *1 ES war die Leipz. A. 3 , die ihn zuerst gegeben. Wir hatten demselhen keine Aufnahme gestatter. Redact. des israet. Tempels, Herr 0r. G. Snlomon hat zum Vesten der ln Pesth durch die Donau -Fluthen verarmten Bewohner, israelitischen und christlichen Glaubens, eine am 7. April gehaltene Predigt, unter dem Titel: „Bis hierher hat Gott geholfen!" — hercursgegeben. Wie man cs von diesem anerkannten Kanzelredner voraussetzen kann, ist dieselbe eben so zum Herzen gebend, als klar und geistreich gehalten. Der Preis ist 8 Schilling, jedoch „ohne die Wohlthatigkeit der Käufer zu beschranken," die Beiträge werden dem Commis übergeben, das sich zu diesem Zwecke in Hamburg gebildet. Gewidmet ist die Predigt dem Erzherzog Joseph k. k. Hoh. Wir hoffen mit dem verehrten Abfasser, daß „recht Viele sich finden, die da segnen, weil Gott sie gesegnet, recht Viele, deren Herzen bis in die Ferne reichen, recht Viele, die nicht nach dem Namen und nach dem Ort der Unglücklichen, sondern nach der Größe des Unglücks fragen, das die Brüder heimgesucht, unddasselbe zu mildern streben." Tages-Controlc. Die neue Armen-Commission der jüdischen Gemeinde in Berlin. Als km vorigen Jahrgange ein Correspöndent über die Wohlthätigkeits-Anstalten Hamburgs referirte, warf er zuletzt die Frage auf (No. 106.): „Machen cs die Hamburger Juden ihren Armen denn nicht gar zu leicht?" Er erwiedect selbst: „Wir können nicht zu unfern Armen sagen: gehet hin und arbeitet, ihr seid ja gesund! denn zu arbeiten nach ihren Fähigkeiten und Kräften verbietet ihnen das Gesetz (d. h. das Staatsgefetz!)". Diese Antwort, wird überall genügen, wo, wie gesagt, dm Juden die meisten Arbeitszweige verschlossen sind. Daß aber in den Staaten, wo dem Juden die meistm Erwerbsmittel zu freiem Gebrauche stehen, bei weitem mehr darauf zu sehen ist, ob die zuUnterstützmden arbeitsunfähig sind, als - ihnen ohne Weiteres die Unterstützungen znflicßen zu lassen, und dadurch theiks den Müssiggang zu befördern.

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