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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1837-09-21 · Heft 73 (21.9.1837) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
1 (1837)
Issue
Heft 73 (21.9.1837)
Date
1837-09-21
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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I. S-Hrgang. AsLZLMLrNe Nv. T'A. Zeitung des Zudenthums. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. (Mit Königl. Sächsischer allergnädigftcr Concession.) Leipzig, den 21. September 1837. Politik. Zeitungsnachrichten. Paris, 26. Aug. Bon dm Privat - Etablissements, die für literarische und wissenschaftliche Zwecke hier in der neuesten Zeit entstandm sind, verdient eines insbesondere die Aufmerksamkeit des deutschm Publikums; wir meinen das deutsche Lese-Cab inet, welches in Verbindung mit einer deutschen Leihbibliothek und Buchhandlung zwei Frankfurter Israeliten, die Herrm Bär und Ettinghausen, errichtet haben. Die junge Anstalt, mit Umsicht begründet und mit Sorgfalt gepflegt, nimmt den crftmlichsten Ausschwung, und verspricht für die in Paris befindlichen Deutschen das zu werden, was Galignani's bekanntes Institut für die Engländer gewordm. Unter ihren zahlreichm Gönnem fehlt die Herzogin Helene von Orleans nicht. Das deussche Lesekabinet der Herrm Bär und Ettinghausen ist bereits das Rmdezvous aller hier lebender Deutschm von Auszeichnung und Bildung, und findet nicht weniger bei den Franzosen selbst Anklang, deren Voruttheile gegm dmtschcs Wesen und deussche Bildung mdlich gewichm find, und einem Berlangm, mit ihrem irttelligmtm Nachbarvolke in geistige Berührung zu treten, Raum gemacht haben. Für alle Deussche, die Paris besuchen, ist diese Anstalt von wesentlicher Bedeutung; sie bietet ihnen nicht blos eine reiche Quelle der Unterhaltung und Bildung, sondern auch die Gelegmheit, sich mitten in Paris in einem ausgewählten Kreise von Landsleuten zu sehen. (Dennoch hat der blinde Iudmhaß eines Victor Lenz - Traxel auch diese Anstalt schon zu begessem nicht unterlassen. Der »Abendzeitungsmann« hat nichts gegm dm großen Nutzm dieser Anstalt, wohl aber gegm die Untemehmer,— weil es Juden sind. Er hätte deßhalb doppelt Recht, aus dem »ausgezeichneten Kreise seiner Landsleute« wegzubleiben. D. Redact.) Königsberg in Pr., 1. Scptbr. (Privatmitth.) Zwei > großartige Untemehmungm israelitischer Kaufleute hierfelbst neymm seit einiger Zeit die größte Aufmerksamkeit des merkanttlischen Publikums in Anspruch. Die eine ist die um errichtete mglische Dampfmaschine in der Zuckersiederei des Fabrikantm Herm H. Pollrck, der, mehr als 20 Jahre im Besitz einer der crstm Raffineriem, durch jenes neue, einzige Unternehmm in unserer Provinz feinm kaufmännischen Ruf noch zu erweitern strebt. Es erregt nicht blos in der Nähe erfreulichen Anklang, da besonders die Preise der Fabrikate sich wohlfeiler stellm lassen, und noch mehr Arbeiter als sonst dabei ihre Nahrung finden; es wurde auch von dem Königl. hohm Ministerium dermaßen begünstigt, daß alle Versuche, dem Wiederaufbau der im Anfänge dieses Jahres niedergebrannten Fabrikgebäude hindcmd in dm Weg zu tteten, gänzlich gescheitert sind, und das Werk nun, wie die übrigen Gebäude, glücklich vollendet dastcht. Einem Gerüchte zufolge sollte übrigms Herr Pollack wegen seiner unausgesetzten industriösm Thärigkeit den Titel eines Commerzienrarhs erhalten, nur haben Neid und Mißgunst ihm diese wohlverdiente Ehrenbezeugung zu vereiteln gewußt. — Das zweite Unternehmen, das hier viel Aussehen macht, ist die Pachtung des bemsteinreichm ostprmßifchm Seesirandes von den Herren Julius Schönlank, einem durch Umsicht und kaufmännischen Spekularionsgeist ausgezeichnetm Geschäftsmann, und Heinrich Hirschberg, ehemaligem Premierlieutenant im prcußischm Husarenregimente und Ritter, des kais. russ. Wladimirordms. Seit einer Reihe von Jahren war diese an Bernstein ergiebigste Sceküste ein ausschließliches Eigmthum eines Herrn Douglas > dessen strenge Gerichtsbarkeit nicht nur die Strandbewohner unheimifch auf ihrem eigmm Boden machte, sondern auch viele dort Umherreisende, namentlich arme jüdische Handelsleute wegen Einkaufs unbedeutender Quantitäten Bernstein jahrelang im Gefangniß schmachten ließ. Durch die GnadL unsers Königs ist der Sttand nun den Bauem vermittelst einer Verpachtung an sie selbst freigegebm wordm, und sie feiettm dieses ftöhliche Ereigniß auf dem Hausenberge bei Fischhausm gleichzeitig mit dem vergangenen Jahrestage der Schlacht bei Belle-Alliance, an welchem auch' der Contract mit dm beiden gmannten Herren ins Leben ttat. Auch hier sind, mit Rücksicht auf die geachteten Persönlichkeiten, die entgegmgetretcnm Gespenster der Scheelsucht, Cabake und Judenfeindschaft durch dm allergnadigstm Willen des gerechten Staatsoberhauptes völlig in ihr Dunkel vesscheucht worden. Wien, 2. Scpt. (Privatmitth.) Ich freue mich, Ihnen aufs Bestimmteste angebm zu könnm, daß das von der A. Z. d. I. No. 62. und 63. nach dem Journal des Dchats gegebene »Rundschreiben Sr. Excelken; des Grafen von Chotek, Oberstburggrafen des Königreichs Böhmen rc. an die löblichen Kreisbehörden in Betreff des Bürgerrechts ausgezeichneter Israeliten daselbst« allerdings authentisch und vom 30. Mai 1837 datirt ist. Da es in der Uebersetzung aus dem Französischen gegebm wordm, so stimmt diese fteilich nicht wörtlich mit dem Original überein, kommt jedoch dm Wortm so durchaus nahe, daß ich zwar hierbei ein Exemplar übersende , die nochmalige Mittheilung aber in diesen Blattern : selbst nicht für nothwmdig halte.

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