Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 1 (1837)
- Issue
- Heft 70 (16.9.1837)
- Date
- 1837-09-16
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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i. Z-hrg-ng. No. 70. Zeitung -es Zndenthums , Ein unparcheiisches Organ für alles jüdische Interesse. (Mit Köaiql. Sächsischer allergnädigstrr Concrfsioa.) Leipzig, den 16. September 1837. PoLitik. Zeitungsnachrichten. Frankreich. Die Anzahl der gradirten Zscaelitm in Frankreich ist größer, als wir sie in No. 3. angegeben. Es sind nicht 30, sondern 37 Ofsizicre aller Grade und 51 Offiziere der Narionalgarde, 84 Ritter der Ehrenlegion, wörunrrr viele Offiziere des Ordens; 2 Bonsais «1« Franc«; 1 kön. Procurator; 2 Unter - MiUrair - Intendanten; nicht 27, sondern 37 Aerzte; 11 Huissiecs; nicht 6, sondern 8 Professoren an großem wissenschaftlichen Anstalten. — Zu bemerken ist ferner, daß bei der am 18. Mai (s. No. 21. unserer Zeit.) starrgeftmdenen Votirung des Budgets des israelitischen Cultus von 90,000 Fr. ein Mehrbetrag von 10,000 Fr. als in dm ftühem Jahren verwilligt worden. Hannover, 4. Sept. (Privatmitth.) Wenn man dm Zeitungen nachginge, ließe sich. über unser Hannover jetzt recht Vieles sagm, ich glaube aber, daß man aus den Zeitungen mehr darüber erfahrm kann, als wir seihst hier zu erzählen wissm. Wenn wir hier die auswärtigen Blatter zur Hand nehmen, und die' vielm wahren und noch mehreren unwahcm Bemerkungm daraus ersehen, so ftagen wir wirklich, ob denn unser Hannover gemeint sei. Man ist hier im Ganzen guten Muths, und wattet verttaumsvoll die.Dinge ab, die da kommen werden. .Auch in Betteff der Rechtsverhältnisse der Juden glaubm wir hier die beste Hoffnung hegen zu dürfm, da der König eine zn dem Ende von ihnen verordnete Deputation sowohl der hiesigm, als der Hildesheimischm Gemeinde sehr huldvoll ausgenommen und ihnm viel Vertrauen ffw das Bessere unserer Angelegmheit eingeflößt hat. Zu dem Dr. Adler, der an der Spitze'der Deputation stand, sagte w: Er habe das Geber (von Dr. Adler verfaßt), *) das am Begrabnißtage König Wilhelms'in der Synagoge gehalten wurde, mit vielem.Vergnügen gelesen. Ern Volk, das solche Besinnung hege, müsse man' schätzen und glücklich zu machm luchen! — Zu dem vr. Bod errh eimer, der an der Spitze Hildesheimischm Deputation stand^ sagte, der König: Er sei biz jetzt fast noch ein Fremder in diesem Lande, und müsse isch daher, ehe er Etwas verspreche, um es halten zu können, wic dm Verhältnissen und Gesetzen bekannt zu machen suchen.' Tein eifriges Beffteben gehe jedoch nur dahin) alle seine Unretthanen glücklich zu machm, und die. Israeliten solltm *) Wir habm es' in dem Correspondenzartikek aus Hildesheim wrtgerheilt. . ' . . D. Redatt. zuverlässig dabei nicht zurückstehen. Er kenne persönlich mehrere deutsche Jsraelitm, nammrlich Rothschild, Goldsmith, Montefiore, Cohn in London u. m. A., welche die größte Achtung verdienten. Die Israeliten ständen an der Spitze fast aller Wohlchätigkeitsanstalten, sie wären human und edeldenkend, und Er würde thun, was ihm möglich wäre, um das Schicksal feiner israelitifchm Unterthanm zu verbessem. — Theologi«. Lebenden. Nach dem Talmud. M. Bert. (Schluß.) Um endlich eium naheliegmden Beweis zu gebm, daß der talmudische Midrasch nicht bloS, wie Einzelne, meinm mögen, die Ausgeburt müßiger Köpfe fei, will ich darauf Hinweisen, wie er zum Theil in die weiterm Kresse morgmlandischer Fabelwelt übergegangm ist. Die »Sagen und Kundm des Morgenlandes, aus arabischen, persischen und tür- . kischen Quellen gesammelt,«, die Joseph ruHammer unter dem Namen »Rofenoel« herausgegeben hat, bieten in dieser Hinsicht die interessantesten Vergleichungspunkte und Unterscheidungszeichm dar. In. der. Art, wie. die talmudische Sage das Leben der Propheten und Patriarchm ausspinnt, iß die Pietät gegm dieselben, die nahe Verwandtschaft und FamLienähnlichkeit mit dem tiefen Emst, der Erhabenheit und- Sottergebung der heiligen Schriften nicht zu verkennen, während in der orientalischen Sage, mehr die Lust am Erzählen.', an der bunten Welt der Mahrchen und- Wunder hervoctritt, die mit allen Tönen und Farben spielt, und iw. allen Zungen des vielgestaltigen Lebens redet. Dre-Zerflossmheit und Bilderpracht der orientalischen Mahrchenwelt, die in demselben Athem -Großartiges und Gemeines, Witz und Frivolität, ironische Weisheit und alberne Thorheit inemandermischt, sindetdoch! nicht so leicht den Weg. zu unserm Herzen^ als die größere