Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 1 (1837)
- Issue
- Heft 63 (2.9.1837)
- Date
- 1837-09-02
- Page
- Seite 252 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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252 kommen von 14,887 Pf. Sterl., von dem sie 14,035 ausgab. Wir scheinen doch noch im Preise zu stehen. EmEbb^bÜÜ Am Listen Juli d. I. starb dahier, nach einer mehrjährigen durch - Alterschwäche hcrbcigeführten Kränklichkeit, in einem Alter von 83 Zähren, der Oberrath und Ober-Land-Rabbiner Ascher L öw, nachdem er 27 Jahre hindurch, als Rabbiner der hiesigen israelitischen Orts- und der dazu gehe'-igcn Bezirks-Gemeinde, und als geistliches Mitglied des Großh. Bad. Obcrraths der Israeliten, treu und redlich sein Amt verwaltet hatte. Er wurde im Jahr 1754 zu M i n s k in Litthauen geboren, und kam schon frühe, noch als Knabe, mit seinem Water nach Metz in Frankreich, wohin dieser zur selbigen Zeit als Obcrabbiner berufen wurde. Bon der Natur mit einem Hellen und scharfsinnigen Geiste glücklich begabt, genoß er frühzeitig den Unterricht seines Vaters, welcher durch sein vielumfassendes und gründliches Wissen im Gebiete der Talmud-Gelehrsamkeit in einem ausgezeichneten Rufe-stand, und als der Verfasser zweier Werke, von welchen das eine rabbinische Abhandlungen über besondere casuistische Fragen , das andere "ptt *mD gelehrte Erörterungen über einzelne Traktate des Talmuds enthält, unter den Talmudgelehrten rühmlichst bekannt ist. In Folge dieser für seine Ausbildung so günstigen Umstände, wurde auch er schon als Jüngling auf diesem weltumfassenden Gebiete einheimisch, und auch sein Ruf verbreitete sich allenthalben, und drang bald auch nach Deutschland. Als sein Vater in den letzten Jahren seines Lebens sein Augenlicht verloren hatte, unterstützte er denselben sehr thättg in seiner Amtsführung, und während er zu diesem Behufe sich noch in Metz aufhielt, verehlichte er sich mit der Tochter eines reichen, als Talmudgelehrter' ebenfalls bekannten Israeliten, in Niederwerren unweit Schweinfurth, im Unter - Mainkreise des Königreichs Baiern. Erst nach dem Tode seines Vaters verließ er Metz, und wurde im Jahr 1783 als Rabbiner in Nicderwerren ausgenommen, und nach 2 Jahren in derselben Eigenschaft in Wallerstein, in Rezatkreise desselben Landes, wo er 25 Jahre hindurch in diesem lctztern Berufe wirkte. Bei der im Jahr 1609 erfolgten Organisation des - jüdischen Kirch'enwesens im Großh.. Baden, erhielt er den Ruf als geistliches Mitglied des Oderraths der Israeliten und Landrabbiner der (damaligen) mittclrheinischen Provinz-Synagoge, und als Orts - Rabbiner dahier, welchem er auch, obgleich er zur nämlicheu Zeit auch zur Anttctung einer ähnlichen Stelle im Konsisto-. riam zu M e tz, und sogar zu P a r i s berufen wurde, im Jahr 1810 folgte. Sein Wissen im Gebiete der Talmud - Gelehrsamkeit errveitette sich täglich in dem Maße, daß er,darin eine Weltberühmtheit erlangte, und allenthalben als eine sehr achtbare Autorität anerkannt wurde, an die man sich zur Entscheidung schwieriger zu seinem Fache gehörender Fragen, oft aus den entferntesten Gegenden wandte. Er verband mit einem scharffinnig und gründlich forschenden Geiste, einem glücklichen ganz ausgezeichneten Gedächtnisse einen unermüdlichen, bewundernswetthen Eifer für das ihm fast zum natürlichen Bedürfnisse gewordene Talmudstudium, so daß kein Lebens-Verhältniß, keine Lebens - Prüfung, deren er manche bittere zu bestehen hatte, ihn in seinem Studium stören konnte, feinen Hellen Forschexblick zu trüben, feinen unvergleichlichen Feuereifer erkalten zu machen vermocht hätte. Sein Forschen aber war Lin blindes, geistloses Forschen und Weiterbauen auf den Grundlagen unhaltbarer Prämissen, wie dies von manchen Talmudgelehtten seiner Zeit betrieben wurde, sondern er wußte diesem Studium eine für den Denker höchst interessante und geistergötzende Seite abzugewinnen, und er brach in dieser Beziehung eine neue Dahn, auf welcher er die scharfsinnigsten und geistreichsten Gebäude talmudischer Gelehrsamkeit mit einer seltenen Kunst und erstaunenswerther Gründlichkeit auszuführen verstand, llnd es war darum für seine Schüler, deren er beständig mehrere um sich hatte, und unter deren Zahl mehrere noch lebende und bereits verstorbene im In - und Aus-Land angestellteRabbinen und Rabbinats-Kandidaten gehören, nicht sowcchl in Rücksicht des materiellen Inhalts seines Unterrichtes, als vorzüglich in Rücksicht des formellen und der Art der Mittheilung, zur Belebung und Schärfung der Denkkraft, von höchster Wichtt'gkeir, seine» Unterricht anzuhören. Aber auch das Gebiet weltlicher Wissenschaften ließ-er nicht unberührt, und er war namentlich mit einigen fremden Sprachen nicht unbekannt, und besonders mit der französischen Literatur des vorigen Jahrhunderts sehr vertraut. (Fortsetzung folgt.) Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen J. Er. Gebübren für die gespaltene Zeile aus Petit-Schrift oder deren Raum ausgenommen. Die Verlagshandlung. Es ist bei I. C. Mohr in Heidelberg erschienen und an alle Buchhandlungen versendet: Symbolik des Mosaischen Cultus Ar. K. Chr. Willi. Fel. Baehr. Erster Band. . gr. 8. 32 Bogen. Preis 5 fl. 6 kr. rhein. oder 2 Rthlr. 20 gr. Die Aufgabe des>Berfassers war deu Mosaischen Ritualcultus nicht blos vor? antt'quarischer Seite zu-untersuchen, soa- - dern auch feine Bedeutung im Ganzen und Einzelnen nachzuweisen. Möge dieser Sersuch, der erste in seiner Att, als gelungen das vielfach ausgesprochene Bedürsniß befriedigend betrachtet werden. ' Der II. Band die 3 letzten Kapitel enthaltend, wird noch rm Laufe dieses Jahres erscheinen. \ Hauptinhaltsanzeige V,eS Isten Bandes: Einleitung §.l. Umfang nnd Plai^ der Untersuchung. HüMsmittel. §. 2. Form des Mos. Cultus. §.\*. Grund und Zweck der Symbol. Form des Mos. Cultus. §. 4. VerfräHniss des Mos. Cultus zn den Culten der heidnischen Alterthüitfer. §. 5. Deutungsregeln. I. Buch, lstes Cap. Die Stiftshütte im Ganzen n. Allgemeinen in 4 §§. 2tes Cap. Grund riss der Stiftshütte in 10 §§. 3tes Cap. Baustoffe «ler Stiftshütt« in 3 §§. 4tes Cap. Die Farben und Kun-stgebilde der Stiftsh ütte. ’5tes Cap. Die Geräthe de's Allerheiligen in 3 §§. «tes Cap. Die Geräthe de s\H eiligen in 4 §§. 7tes Cap. Die Geräthe des V o r ho fVe s in 2 §§. Austellungsg esuch. \ Ein Lehrer; der seit neun Jahren einer jüdisch) en Schule in einer großen Stadt Norddeutschlands zur vollkommenen Zufriedenheit seines Schulvorstandes, -welches er durch Zeug-nisse darthun kann, vorgestanden, und nur dieselbe eingetrctencr Behältnisse halber zu Michaelis d. I. verläßt, wünscht eine ähnliche Stelle. Darauf reflektirende Gemeinden werden ersucht, sich der Halb an deu Herrn, vr. G. Salomon in Hamburg portofrei z u wenden. Druckfehler: No. 48, S. 192. Spalte 2, 3^ eile 9 von oben lies: vr. Pinn er anstatt vr. Rimer. ' Redacteur: vr. L. Philippsou. — Verlag von Baumgartners Buchhandlung. — Druck von W. Haalrck.