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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1837-08-29 · Heft 60 (29.8.1837) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
1 (1837)
Issue
Heft 60 (29.8.1837)
Date
1837-08-29
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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I. Jahrgang.. A kkZ § M e i r§ e No. HO. Zeitung des Zudeuthums. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. (Mit König!. sächsischer allergnädigster Corcessioa.) Leipzig, den 29. August 1837. Politik. Zeitungsnachrichten. Dresden, 11. Aug. (Privatmitth.) Daß die Auftnerksamkeit jetzt vielfach auf unser Land in Bezug der jüdischen Verhältnisse gerichtet ist, weiß man. Man scheint insbesondere auf uns ein solches Gewicht zu legen, obgleich die Anzahl der Juden in Sachsen so unbedeutend ist, weil man die Verhandlungen und Beschlüsse unserer Kammern als ein Omen, welche Richtung die nächste Zeit in Bezug auf uns, namentlich in Norddeutschland, nehmen wird, ansieht. Man will erkmnen, welche die Früchte sind, die eine so bedeutsame Zeit, wie die jüngst vergangenen Jahre, im öffentlichen Geiste getragen haben. Es soll sich die alte Frage bewahrheiten, oder nicht, ob in deutschen konstitutionellen Staaten die Verhälwisse der Judm alsbald besser werden. Man weiß, ' wohin sie sich entschieden hat; sie hat sich dahin entschieden, daß allerdings die-öffentliche Meinung in constitutionellen Staaten dahin führt, die Verhälwisse zu ändern, zu modificiren, aber nicht immer zu bessern; sie hat sich dahin entschieden, daß eben darum die Verhälwisse der Juden in consrirutionellm Staaten viel vager' und unbestimmter und nach keinem festen Prinzips, hier ein wenig gelüstet, dort noch beschränkter werden, daß aöer in monarchischen Staaten Alles . bestimmter und entschiedener hervortritt. Man weiß wenigstens, woran man ist. — Die erste Kammer hat sich über die abweichenden Beschlüsse der zweiten Kammer ausgesprochen Wenig, wenig ist jene durch diese vorpoussrrt worden. Der Buchhandel ist verwilligt, die Advokatur verweigert wordm (nur 7 Stimmen warm für Gestattung letzterer).. Die Erwerbung von Grundbesitz, bekanntlich von der zweitm' Kammer unter gewissen strmgm Bedingungm gestattet, wurde von der erstm zwar verwilligt, aber in noch beschränkterm Maßen. Dagegen ließ man sich sehr weitläufig über die jüdischen Namen aus. vr v. Ammon und vr. Großmann hattm über die Sache sich unterrichtet, und ob auch die Regierung erklärte, sie habe darüber Erörterung angestellt, so faßte die Kammer dmnoch einm eigenen Beschluß. Es Ist nicht von Belang. — Wichtiger ist das Mandat des Ministeriums, daß mit dem 1. Mai künstigm Jahres alle hiesige . Privatsynagogen geschlossen werden sollen. Und bis dahin ein Gesammt-Bethaus für die jüdische Gemeinde auf Actien gebaut werde. Daß die Dollführung dieses Mandats von hoher Wichtigkeit ist, ist klar, aber sie wird doch alle Mittel und Kräfte der Gemeinde sehr erschöpfen, und ihr eine bedeutende Schuldenlast aufbürdm. Warum weiset man ihr wenigstms nicht einm Platz gratis an, wie schon an so manchem Orte geschehen? Se. Majestät haben sich'schon gnädig gegm die Gemeinde durch Verwilligung einer jährlichm Summe erwiesm, möchtm Höchstdieselbm uns auch hierin eine Vergunst gestattm. Preßburg, 20. Aug. (Privatmitth.) Wmn auch nachttäglich, so scheint es mir doch höchst wichtig, jetzt noch wenigstms in dieser Zeitung mitzutheilm, was in dm Annalm großhnHiger und hochsinniger Humanität aufzubewahrm wohl würdig ist. Bei dem letzten Aufenthalte Sr. Majestät des Kaisers Ferdinand I. allhier, habm Allerhöchstdieftlbm nebstä II. MM. der Kaiserin Mütter, I. K. Hoh. der Frau * Erzherzogin, Gemahlin des allverehttm Palatin von Ungam, und Sr. K. Hoh. dem Prinzm Stephan, sowohl «die jüdische, aber doch K. K. Primär schule, sowie die hiesige jüdische Mädchenschule eines Allerhöchstm Besuches zu würdigm geruht. Nachdem Allerhöchstdieftlbm einige Stunden daselbst verweilt, und sich von dm Fortschrittm der Schüler und Schülerinnen mit edelster Herablassung und väterlicher Auftnerksamkeit übetzeugt, die Anstalten mit der wohlwollendsten Versicherung Höchstihrer vollkommmstm Zuftiedmheit verlassm hattm, geruhten Höchstdieselbm dieses nachttäglich durch ein ehrmvollesHandbillet, begleitet von einem bedeutenden Geldbeiträge, auszusprechen. — Die Seme des Allerhöchstm Besuches wurde in Kupfer gestochen. — Wo das Allerhöchste Kaiserhaus von solch unvergleichlicher . Humanität durchbrungm ist, dürfm wir gewiß mit Zuversicht in die Zukunft schäum. > Siegmaringen, 5. Aug. Die nunmehr geschlossenm Landstände habm auch über die Rechtsverhälmisse der hierländischm.Jsraelitm Beschlüsse gefaßt.*) Smyrna, 15. Juli. Dir schätzm uns glücklich, mdlich das fast gänzliche Aufhörm der Pest melden zu könnm. Im Laufe dieser Woche war die Sterblichkeit sehr schwach bei den Türkm, sie hatte sich beträchtlich vermindert bei dm Juden und Griechen, und war fast gar nichts bei dm Armeniern und Katholiken. (Journal de Smyrne.) *) Es hat sich hierüber in den öffentlichen Blättern gctt nichts verlautet. Wir werden baldigst, aus Privatquelle das Nöthige beibringen. ' d. Redart.

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