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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1837-08-15 · Heft 52 (15.8.1837) · p. Seite 208

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
1 (1837)
Issue
Heft 52 (15.8.1837)
Date
1837-08-15
Page
Seite 208 (sequence 4)
Language
German
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208 den Indianern so viel Hebräisches in ihrer Sprache erkannt, daß ihm diese reine Erhaltung der Hebräischen Ursprache in den Indischen Dialekten seit mehr als 2000 Jahren und ohne alle Hülfe einer Literatur fast ein Wunder bedünke. Um den Hebräismrrs in ihrer Rhetorik nachzuweisen, gibt er folgende Anrede eines Häuptlings an seine Krieger bei dem Ausziehen in den Kampf: »Ich weiß. Eure Flinten brennen in Euren Händen, Eure Tomahawks dürsten, das Blut Eurer Feinde zu trinken; Eure sicheren Pfeile können cs nicht erwarten, hinzufliegen durch die Lüfte; und auf daß nicht längeres Zögern Euren Muth verzehre, will ich Euch das erquickende, stärkende Wort zurufen: Aus, laßt uns der heiligen Lade nachziehen, und unseren Feind von der Erde vertilgen'.« aussah, gegen sechs Zoll lang und anderthalb breit, etwas dicker als das Zugleder an einem Pferdegebiß. Er bemerkte, daß es an beiden Enden eine Art Knopf von einer harten Materie hatte, wie es schien, zu dem Zweck, um das Ganze daran halten zu I können. Als er dieses Büchschen mit Mühe geöffnet, fand er darin vier Blättchen von altem Pergament, "welche'in die Stücke einer dicken rohen Haut mit den Sehnen eines Thiers eingenäht und so geschützt und wasserdicht gemacht worden. Die Blättchen waren beschrieben, und indem die Nachbarn ihre Neugierde darin zu befriedigen suchten, wurde eines von den Blättchen zerrissen und vernichtet. Die übrigen drei wurden von Herrn Sylvester Carnet» nach Cambridge mitgenommen, der nach sorgfältiger Untersuchung auf den Blättchen No.l. Deuteron. 6, 4—9. incl. No. 2. Außerdem giebt es auch Wörter, die ihre ganze hebräische!!b' V'v3-«»1' 3* SO'ch^e- Physiognomie noch haben. Manche unter diesen sind bloß durch , den fand.^ Man forschte nun sehr sorgfältig nach, ob je an diesen Versetzung der hebräischen Sylben etwas verändert, so: Nisi, für > ^"gekommen oder unter dem Englychm Mllrtarr _ i;L.! gedient, fand aber, durchaus kcme Bestätigung dafür. Verichledene Ani ich; Etliche wollen wir hierher stellen, die gewiß noch zu vermehren wären: Deutsch. Indianisch. Hebräisch od. CHaldäisch. Jehovah Gott Gatt Schiloh Himmel - Mann Jaliobewah El Jab oder Wah Tschemim Abba Isch. Iscbte Niah Jehowah Schiloh Schamajim Av, Abba' Isch , Chavwah llallelnjah *). Preis dem Höchsten! HaIIslu>rah Besonders bcmerkenswcrth sind die Notizen, die wir über das Indianische Jehowah und Halldojah bekommen. Ganz wie die Israeliten haben die Indianer nicht nur verschiedene Namen für Gott zur Bezeichnung seiner verschiedenen Artributc, sondern auch außer dem »Großen Geist,« wie sie ihn bei gewöhnlichen Gelegen: Gelehrte waren der Meinung, der Fund feije so alt aus, daß kein genügender Grund dagegen sei, ihn von den alten Israeliten herzuleiten *)• Auch gehört hierher eine Angabe von dem Dr. West in Stockbridge, der sich von einem alten Indianer erzählen ließ, seine Väter hätten ein Buch gehabt, das sie lange Zeit aufbewahrt; da sie aber die Kunst, es zu lesen, verloren harten, so schloffen sie, daß es ihnen zu nichts' nützen könne, und vergruben cs daher mit einem Häuptling. Außer diesem vielbesprochenen Funde führt Frey noch manche andere Zeugnisse für seine Hypothese an, besonders die Feste, welche diese Indianer feiern, und von denen mehrere den jüdischen entsprechen sollen, z. SB.-' ihr Erstlingsfest,- ferner das Jägerfest, mit Pfingsten zu vergleichen, das Aerndtefest, Bußfest, ein tägliches Fest und ein Licbcsfest.— Endlich hebt Frey noch die Indianische Sitte hervor, die mit dem alttestämentlichen Gesetz von den Asylstädten für unvorsätzliche Todrschläger viel Achnlichcs hat. --Die Indianer glauben, daß das Blut eines Verwandten sie gebieterisch auffordert, Blut für Blut zu vergießen; sie reisen Hunderte von! Meilen, um das Blut eines Familicnalicdes zu rächen. Dagegen I e*MA aUa 3 «CT«« ~ horten nennen, haben sic auch ihr Tetragrammaton (ÜD) oder i haben sie eine alte Sftte, gewisse Häuser und Städte als Zufluchtsihren heiligen Namen von vier Buchstaben, den sie gleich den i Plätze abzusondern, in welchen ein Verbrecher und selbst ein Ge- 'Jsraeliten in alltäglicher Rede nie ganz aussprechen dürfen. Bloß bei solennen Gelegenheiten lassen sie in höchst feierlichem Modus den Namen Ja-ho-he-wah hören, und auch dann werden die vier Svlben nur selten hinter einander ausgesprochen; in ihren religiösen Tänzen singen sie zuerst, mit ehrfurchtsvoller Verbeugung des Körpers, Jab, Jah, Jah, dann Ho, Ho, Ho, dann He, He, He, und zuletzt Wah, Wah, Wah, also zusammen Jahohewab. Dann fangen sie wieder von vorn an und singen das Lob des Herrn in einem bekannten hebräischen Worte, Ha!, Hai, Hai, le, lc, 1«, lu, la, lu, jah, jah, jah, zusammen Hallelujah. So singen sie auch oft den Namen Schiloh, ohne zu reinen, was eigentlich darunter verstanden ist; und diesen.Namen verbinden sie noch mit dem Tetragrammaton, indem sie singen: Schilu, Schilu, Schilu-Jah, SchUu-Jah, Schilu-He. Schilu-He, Scbilu-Ho, Scliilu-Ho, Schilu- Wah, Scbilu-Wab. So gebrauchen sie also den Namen Jehovah, , indem sie ihn in vier Thcile zerlegen, jeden von diesen Theilen! zwei-, drei-, viermal wiederholen, uud erst dann in der nächsten ' Lylde fortgehen, und cs scheint, daß sie vor diesem Namen eine 1 angemessene Scheu und Ehrfurcht Habens L»err Frey giebt unFauch eine Nachricht von einem kuriosen Funde, der hiermit zusammenhängt. Joseph Merrick, ein achtbarer ftommer Mann aus dem Orte Pittsficld in Massachusetts, \ stieß im Jahre 1815, bei Abtragung de's Bodens auf Indian Hill in Pittssield, auf ein ansehnliches Loch in der Erde, in dessen unterster Tiefe er etrvas fand, was wie eine Art schwarzer Riemen *) Höchst auffallend ist eS, daß die meisten dieser Wörter Religiös . betreffen, folglich um so eher Gegenstand alter Tradition sein konnte. d. Rrdact. fangener, sobald er nur hineinkommen kann, vor jeder Blutrache sicher ist. Bartram erwähnt die Stadt Apalachuela inw Gebiete der Creeks, als dem Frieden geheiligt, und sügr hinzu: »»Keine Gefangenen dürfen hier getödtet, kein menschliches Blut darf hier vergossen werden.«« Adair erzählt, daß die Cherokees, obgleich sie jetzt außerordentlich verdorben sind, doch immer noch das Asylgesetz so heilig achten, daß sie selbst einem vorsätzlichen Mörder in ihrer geliebten Friedensstadt Schutz gewähren; doch nur selten lassen sie ihn aus dieser Stadt sicher nach Hause kehren. — Es scheinen wirklich solche Asylstädte fast bei jeder Indianischen Nation existirt zu haben; sie heißen alte geliebte, heilige oder weiße Städte, und! noch nie haben sic Menschenblut vergießen sehen, obgleich man i weiß, daß manche Personen gewaltsam aus ihnen enrsührt und i dann anderswo ermordet worden sind.« **) *) Wie unr ichrig dies fei, ergiebt sich daraus, daß zur Zeit der Vertreibung der 10 Stämme auS Palästina (720) das PergamentnoÄ gar nickt erfunden war, sondern erst im vten Jahrhunderte v o r der gew. Zeitrechnung iu Gebrauch kam. Die Gebetriemen müssen also jeden ~ Falls durch einen Juden dahin gekommen sein. d. Redaer. ") Das Magazin für Lir. des Auslandes bringt hier noch einige Hm votbesen bei, wie die alten Israeliten hierher kommen, und ihre mitgebrachte Kultur (die Buchstabe« - Kennmiß, die Schiffarthskunst, den Gebrauch des Eisens u. s. w.) verlieren konnten. Daß dies alles nur Hypothese bleibt, versteht stch von selbst, da man vieles nur darauf rechnen kann» was der Her» Frey hak hören wollen. Jedenfalls ist es interessant, hier einige Morgen« strahlen der Cultur zn bemerken, dir in J-rael #uni hellen Tage geworden. d. Nedack. Redakteur: Dr. L. Philipps»«. — Verlag von Baningärtuers Buchhandlung. — Druck von W. Haack.

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