Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1837-08-15 · Heft 52 (15.8.1837) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
1 (1837)
Issue
Heft 52 (15.8.1837)
Date
1837-08-15
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3224737-3224738-3224791--00399-3298659
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

r. Zchrg-ng. weine No. 53. Zeitung -es Zudenthums. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. (Mit König!. Läcbstfther allergnädigstrr Cvncession.) Leipzig, den 15. August 1837. Politik. Zeitungsnachrichten. Berlin, 30. Juli. Nachdem die Verwaltung der Vermögens-Angelegenheiten der jüdischen Corporationen im Großherzogthum Posen durch den §. 8. des Gesetzes vom I.Jüni 1833 unter die unmittelbare Aussicht der Königl. Regierungen und ihrer Commissarien gestellt worden, haben diese der Regulirung des Schuldcnwefins der Corporationen ihre ganze Aufmerksamkeit widmen können,.und es sind seitdem theils durch Ermittelung der Passiva, theils durch Anstalten zur Verbesserung der finanziellen Lage jener Corporationen bereits sehr günstige Resultate erzielt worden. Im Bromberger Departement - gibtcs 48 Corporationen; von ihnen sind 30 schuldenfrei, die übrigen 18 schulden aber den Totalbetrag von 39,268 Thlr. 12 Gr. 4 "Pf., behufs dessen Abbürdung die Corporationen, außer der regelmäßigen Zinscnzahlung, jährlich mindestens 5 Proc. vom Hauptstamme abzuttagen haben, dergestalt, daß die Schulden spätestens in 20 Jahren getilgt sein werden, sofern nicht etwa Rechte der Gläubiger dieser Art der Abtragung entgegcnstehen. Bei den meisten Corporationen wird es indeß dieses Zeitraums nicht bedürfen, vielmehr werden dieselben, nach Maßgabe des Umfanges ihrer Schuldenlast und der zu ihrer Abbürdung vorhandenen Mittel, in einer weit kürzern Periode ihren sammtlichen Verbindlichkeiten nachgekommen sein, was sich aus den für jede Corporatton entworfenen Schulden-Tilgungs-Plänen ergiebt. (Pr. Staats-Zeit.) Berlin, 31. Juli. (Privatmitth.) Dieser Tage ist hier die vierte Auflage eines hebräischen Gebets (mit beigcdruckrcr deutscher Uebersetzung) unserm Könige zu seinem Geburtstage gewidmet, vom verdienstvollen Director B. Auerbach erschienen; der Erttag dieser in einer klaren, herzlichen Sprache geschriebenen Fest-Ode ist der hiesigen jüdischen Gemeindeschule bestimmt. Breslau, 26. Juli. Bei der heute stattgehabten fünfzigjährigen Amts-Jubelfeier des um die Kirche wie um das Gemeinwesen hiesiger Stadt hochverdienten Mannes, des Königl. Consisiorialraths, Superintendenten und Hofpredigcrs, Herrn Munster,'bezeigten alle Stände demselben die innigste und lebhafteste Theilnahme. Auch der Herr Oberrabbiner Ti kr in erschien als glückwünschender Abgeordneter der gesammtcn Judengemeinde Prcslau's. Leipzig, 3. August. (Privatmitth.) In der gestrigen öffentlichen Plenarsitzung der hiesigen Stadtverordneten kam die Angelegenheit der hiesigen Judenschaft, wegen Erbauung eines ihr zuständigen Bethauses vor. Der von dem Magistrat dazu vorgeschlagcne Platz, welcher der israelitischen Gemeinde gratis überlassen werden sollte, ist vor dem Halle'schen Thore zwischen der Leipzig-Dresdner Eisenbahn und dem Accisgcbäude gelegen, und wegen dieses Umstandes ward die Abtretung desselben von mehreren Stadtverordneten verweigert, indem es wahrscheinlich ist, daß derselbe, im Fall die projectirte Leipzig-Magdeburger Eisenbahn in dieser Gegend ausmünden sollte» oder wenn die jetzt beschrankten Localitäten der Zollgebäude eine zu ermattende Vergrößerung erhalten sollen, für die Commun nöthig werden und dessen j Abtretung später bedauert werden dürfte. Es wurde dagegen von eiiiem Mitglieds ein anderer Platz, worauf jetzt die fogenannte Roßmühle in der Nähe der Ritterstraße stehet, in Vorschlag gebracht, der auch wegen seiner Lage, da die hiesigen Israeliten hauptsächlich in diesem Viertel wohnen, geeigneter wäre. Der Antrag, das Territorium der jüdischen Gemeinde gratis zu überlassen, fand zwar einigen Widerspruch, jedoch erklärten sich einige Mitglieder auf eine äußttst humane Weise für den Antrag, da döch das zu errichtende Gebäude für den Cultus bestimmt sei. — Der hiesigen Judenschaft fehlte cs bis jetzt an einem eignen Bethause, und hat dieselbe namentlich während der Messen cs als eine Gefälligkeit der Berliner Gemeinde ansehen müssen, daß letztere ihr den Zutritt in ihre hiesige Synagoge gestattete. Nach bestehenden Angaben soll der Gewinn, welchen fremde Gemeinden durch mildthätige Schenkungen rc. an die Synagogen Mitnahmen, bedeutend gewesen sein, und zuweilen die Summe von 300 Thlr.. in einer Messe erreicht haben. Wegen der in den Messen anwesenden verschiedenen Cultus-Partheien der Israeliten war eine Vereinigung unter denselben zum Besuch eines Bethaufts schwierig, jedoch hat dieselbe der deshalb hierher berufene Obrrrabbincr Dr. Frankel aus Dresden auf eine befriedigende Weise zu Stande gebracht, obschon-sich einige jener Schismatiker nicht zu einer Vereinigung willig finden ließen, worunter man denn besonders die Breslauer Gemeinde anfuhrt, die also auch in der Folge ein besonderes Verhaus besuchen wird. Da man in der obenerwähnten Sitzung der Stadtverordneten die zur Sprache gebrachten Hindernisse wegen Abtretung des Platzes noch nicht mit Bestimmtheit überschauen konnte, so wollte man zuvor die nöthigen Nachweisungen einholen, und es ward daher die Angelegenheit bis zu einer der nächsten Sitzungen vertagt.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.