Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 1 (1837)
- Issue
- Heft 51 (12.8.1837)
- Date
- 1837-08-12
- Page
- Seite 204 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Thron der Monarchen zu bringen?« fragte er in einem Tone, als wenn ihn die zugesichetze Gnade mit Freuden erfüllte, rmd als wenn die lÄeichgüttigknt, welche das Edikt in ihm ließ, schon feine Einwilligung zur Bedingung wäre. Limenes stutzte, er zögerte mit der Antwort. »Die Audienz soll Euch werden,« bemerkte der Herzog, »ich stehe dafür; ich gehe zum Könige, sie soll Euch noch heute werden.« Der He^og entfernte sich. »Ihr nchmet also,« stagte Limenes, »die Bedingung der königlichen Gnade an?« »Ich muß erst meinen Dank in eigener Person dem Monarchen bringen und den Inhalt des Dekretes kennen lernen.« Auch Limenes verabschiedete sich. Abarbanel las das Edikt durch. - »Du hast es gegeben, du, hast es genommen, dein Name sei gepriesen, Herr!« rief er mit zum Himmel gewandtem Blicke. - (Fortsetzung folgt.) Siietatnt* Hebräische S prach-Schule für Universitäten, LHceen, Gymnasien und israelitische Schulen, in drei Abtheilungen. Von 0r. G. Riegler undvr.A. Martinet, Professoren am r. b. Lyceum zu Bamberg.!. Abtheilung: Hebräische Sprachlehre. Bamberg, 1835, 8. XV und 301 S. Diegroße Anzahl hebräischer Grammatiken und Hilfsbücher, die alljährlich sich gemäß dem Zuwachse der theologischen Studien vermehrt, ohne daß eine Einzige Grammatik in diesem Zuwachse das Bedürsaiß der israelitischen Schulen beachtet, erweckte in uns die Lust, diese vorliegende Sprach - Schule in diesen Blättern näher zu besprechen, da sie sich zum Gebrauche für israelitische Schulen ankündiget. Lehrbücher und Compendien sollen, wie Kunst und Wissenschaft überhaupt, keinen ausschließenden confessionellen Charakter haben, aber leider war es mit-den Lehrbüchern der hebr. Sprache umgekehrt: von der Zeit der Buxtorfe an hat sich die hebräische Linguistik unhistorisch-rational abgeschlossen. Änter »unhistorisch« verstehe ich hier die engherzige Berücksichtigung des theologischen Zweckes, mit Fernhaltung der eigentlichen Sprachbedürfniiie, die Verkennung der sprachlichen Fortentwickelung und der nie aufgehörten Weiterbildung des Hebräischen, das gänzliche Aufgcben der hebräisch - nationalen Formen, trotz ihrer großen Bedeutsamkeit für die geistigen Einblicke in die Sprache; ich verstehe darunter das nothbeyelfende, den Gesichtskreis beengende Beschäftigen mit dem biblischen Hebräisch, das Construiren der grammarischen Regeln a priori, wie es der Prof. Ewald in seinem Lehrbuche qethan, die willkührlichea lericalischen Arbeiten, die schon Schultens begonnen, die schematisirende, geisttödtende Sprachauffassung, die sich schon von Da nz herschreibt. Und bei Allen ohne eine Ahnung von den reichen national-linguistischen Arbeiten der Juden zu haben, die doch als Bewahrer des hebr. Sprachschatzes zuerst beftagt werden müßten! Es ist daher kein Wunder, daß die jüdischen Schulen von den vielen Grammatiken christlicher Gelehrten, die noch überdies durch vornehm - prunkende Gelehrsamkeit mit unfruchtbaren Vergleichungen arabischer, syrischer, samaritanischer und aethiopischer Analogie erschwert wurden, keine Notiz genommen, und sich lieber mit ephemeren Compendien (von S. Cohen, Perg amenter, Stern) und dem momentanen Gebrauch, zusagenden Tabellen begnügten; da doch einmal der Herangebildete die ganze nationale Ateratur der hebräischen Philologie, aus circa 500 Werken in hebr. Sprache abgefaßt bestehend, zur Benutzung offen fand. Schon der Gedanke daher, eine so eben erwähnte christliche Ausschließung aufzuheben, schien mir neu und lobeüswerth, und mußte mich zur Anzeige obigen Buches hinleiten; und fand ich mich auch in der Art, wie die Verfasser eine solche Idee realisirren, nicht ganz befriedigt, so muß ich doch rückhaltslos eingesteheo, daß die geehrten Verfasser diesem die Lehrbücher cmancipirenden Ziele entgegenstrebten. »Durch das nächste Bedürfniß getrieben, sagen die Verfasser im Vorworte, ein zweckmäßiges, systematisches und für das Übersetzen aus dem Deutschen in das Hebräische brauchbares, so wie zur Lektüre der neuen hebräischen Literaturwerke vorbereitendes Handbuch hem Schüler in die Hand zu geben, versuchten wir auf einem, so viel uns dünken will, gedenkmäßigen Wege, den hebr. Sprachschatz zu ordnen. — Denn wir gestehen ein, die Werke der berühmtesten hebräischen Grammatiker, Kritiker und Excgeten bei Weitem noch nicht so ausführlich und gründlich gelesen und 'studirt zu haben, als sie es verdienen, obwohl wir aus Aben-Ezra, Kim chi, Benfeeb, -W. Mayer, besonders aber aus des verlebten Wolf Heidenheim's Werken, welcher mit zu den berühmtesten Sprachforschern der neuesten Zeit gezählt werden muß,' manche uns schätzbare grammatische Bemerkungen genommen, dessen vortrefflicher Kritik des heiligen Textes wir durchaus und unbedingt, so weit dieselbe bekannt geworden, gefolgt sind. Schade, nur, daß mancher christliche Sprachforscher Heidenheim's Werke nicht einmal dem Namen nach kennt!« Wie weit der Standpunkt der Verfasser von dem des Gefenius, oder anderer moderner Grammatiker, entfernt ist, läßt sich leicht aus dem Angeführten entnehmen; denn G e s e n i u s hat bei allen Bearbeitungen seiner Grammatik der Benutzung der jüdischen Linguistiker aus Unkenntniß des Rabbinischen entsagen müssen, und selbst in seiner'.Geschichte der hebräischen Sprache, wo er das Geschichtliche aus Wolf's Libliotdeca aufzunehmen gezwungen war, ist er über Elias Levita, dessen hebräischgrammatischen Werke in vielfachen lateinischen Uebersetzungen vorhanden sind, nicht hinausgegangen. Durch solche literar-historische Unkenntniß find in den meisten Grammatiken christlicher Gelehrten die Accentregeln, die Bestimmungen über Metcg und Gaja, die Gesetze des D agesch sammt den Erceptioncn, mangelhaft und unhaltbar, die Verfasser dieser Sprach - Schule haben aber unter den christlichen Gelehrten zuerst den Versuch gemacht, durch geschickte Benutzung jüdischer Werke diese Lücken auszufüllen, oder wenigstens auf deren Ausfüllung hinzuweisen. Außerdem zeichnet ihre Grammatik sich aus durch Aufnahme der nationalen grammatischen Termen, durch die Verbindung der Metrik in anfänglichen Umrissen mit der Hähern Syntax, vorzüglich -durch die in unserer Zeit nirgendwo vorgekommene Mitaufnahme der Lehre über den Versbau der neuern hebräischen Poesie. Das ganze Werk beschließen drei Anhänge, von denen der erste den Kalender der Bibel und den der jetzigen Juden, beschreibt, der zweite die Accentlehre nach He idente im darbietet, der dritte endlich die Accentlchre der Bücher n'w'se nach demselben. In der Syntax machen die Verfasser noch auf die linguistischen Arbeiten von Salomo Pappenheim (in seiner dreibändigen hebräisch abgcfaßten Synonymik), Jchuda Benseeb (in seinem o-vra.-i I2ir«), Raftali Wessely (in partiellen synonymischen Abhandlungen), und auf die mehr gelegentlichen von Rapoport, Luzzatto, Reggio u. A. austnerksam, welches ihre strebsamen Studien vortheilhaft bekundet. Mögen Lehrer des Hebräischen in jüdischen Schulen ihr Augenmerk auf dies Werk richten'. Dr. Julius Fürst. Rcdacteur: Dr. L. Philipps»«. — Verlag von BaumgartuerS Buchhandlung. — Druck von W. Haack.