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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1837-08-03 · Heft 45 (3.8.1837) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
1 (1837)
Issue
Heft 45 (3.8.1837)
Date
1837-08-03
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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i. Z-hrg-»g. ULLgemerrre No. 45. Zeitung des Zndenthums Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. (Mit Königl. Sächsn'cher allergnädkgster Coucesfion.) Leipzig, den 3. August 1837. Zrrur dritten August. Ich bin ein Preuße. Darum ist mir der dritte August ein heiliger,- gesegneter Tag. Mein- König ward an ihm geboren. Einm Gott und Einen König. Bis in die Höhe des Thrones dringt der neblige Kastengeist nicht, der die Völker spaltet in sich, und das Gespaltene auseinanderhält. Es ist Preußens König, der auf Preußms Throne sitzt, und Alles, was Preuße ist, dessen König ist er. Prmße bin ich aber, wenn auch Jude. Dmn mein König' sprach einst: Preußens Juden sind preußische Staatsbürger und Einländer. Dmn mein König sprach noch vor Kurzem: Alle meine Untetthanen sind mir gleich, was ihre Religion betrifft. Meine jüdischen Brüder, es ist ein schönes, erhebendes Gejuhl, einen König zu haben, der spricht, ihr seid mir Alle gleich! Meine christlichen Brüder, möget ihr euch noch so sehr von uns abwenden, in dem Einen tteffen wir zusammen, wir haben Einen König — dies ist gewiß unser Vereinigungspunkt, ein mächtiger 'Hebel unsrer vereinten Wirksamkeit. Ich stehe vor Deinem Throne, mein König, und bringe meine Wünsche dar. Schmeicheln kann ich nicht, aber Neben und liebend verehren. Wehe dem Undankbarm, der, weil er nicht Alles bekömmt, was er will, vergißt, was er bekommm hat. Wehe dem Mmschen überhaupt, der seine Gefühle allein nach seinem Vortheile-abwägt und bestimmt. Was der preußische Jude hat, und er hat schon Vieles, wmn er - nach anderm Landern schaut, hat er von Deiner Hand, was er ist, ward er unter Deinem Schutze. Gerechtigkeit ist die Aegide Deines Thrones, der Gerechte heißest Du, und dieser Name hat die Völker bezwungen, daß aus unzähligm Herzm, wie aus Einem, und von zahllosm Lippen, wie von Einer, heute zum blauen Himmel die Bitte für Deine Tage und Deiner Tage Glück hinaufsteigt, mein König. Nein, es ist kein leeres Wort. Unter dm Herzen, die für Dich pochm, »Mer dm Lippen, die für Dich flehm, sind auch viele, viele jüdische Herzm und jüdische Lippm, und die Nachkommen derer, die an des Jordan's Ufern wandertm, freuen sich, daß sie unter Friedrich Wilhelm's Zepter geborgm sind, und feiem dm Tag, der ihnm diesm König gegeben. Nur das Eine, das Eine möchte ich von der Gerechtigkeit meines Königs an dem heutigm, schönm und heiligen Feste für meine Glaubmsgmoffm erflehen: .daß sie ihren Got-. tesdienst veredeln und regeln können. Keine Sektirerei, keine Trennung, keine fremdartigen Bestandtheile — wohl aber die Regelung, die Beförderung der Ruhe und Ordnung mit obrigkeitlicher Bewilligung, daß nicht, wenn dir Mehrzahl Angemessnes und Sittiges will. Einer oder Zwei sie zu stören, sie zurückzuhaltm vermöchtm. Entweder was die Meh^ahl jeder, oder'was dirAbgeordnetm aller Gemeinden gemeinschaftlich wollm. Diesm Wunsch lege ich zu dm Füßm des Thrones nieder, und mein König höret gem das bescheidme Wott seines Unterthanm. So mag der, dessm Thron-in der Himmelshöhe stehet, und dessm Zepter über die Weltm reicht, der aber die Liebe liebt, .und die Trme gegen seinen König, den dritten August in dieser feiner Feier und Freude, wiederkehren lassen unzählige Male, und die Hellen Tage bis dahin mit dm Purpurwolken seines- Segms unserm Könige schmückm. Und so wie ich meine Stimme erhob, fteiwillig und aus wahrem He^msdrange, werde sie erhört und zur Wirklichkeit erhöhet! BelletrLstrk. Die Marannen. Novelle aus dem letzten Jahrzehend des fünfzehnten Jahrhunderts.* (Fortsetzung.) 20. Gonzago Eompanton, der Benedictinermönch, war zu Sevilla im Jahre 1444 von jüdischm Eltem geboren. Sein Vater war Synagogendiener der Gemeinde alldort, früher reich und angeschm, aber durch Unglücksfalle seines Dermögms verlustig, so daß er nur mit Widerwillm sich dem untergeordnetm Dimste in der Gemeinde unterzog. Mit Neid und Sehnsucht sah er auf die reicherm Glaubmsgmossm, | nebm denen er vormals geglänzt hatte, und barsch und lieb-

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