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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1838-05-22 · Heft 61 (22.5.1838) · p. Seite 247

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
2 (1838)
Issue
Heft 61 (22.5.1838)
Date
1838-05-22
Page
Seite 247 (sequence 3)
Language
German
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247 umfaßt aber mit gleicher Zärtlichkeit alle seine Kinder; ein liebevoller Vater duldet nicht die unverdiente Zurücksetzung und Kränkung auch nur Eines derselben. Wo Liebe und Kraft, Weisheit und Gerechtigkeit in einem solchen Grade vereinigt sind, wie bei dem erhabenen Fürsten, dessen Scepter gegenwärtig das Schicksal Hannovers leitet, da wird der Scepter zum Füllhorn, aus dem reicher Segen über alle, nsbesondere aber über diejenigen Unterthanen sich ergießt, ule, wie die einheimischen Zsraeliten, ohne ihr Verschulden,, in der beklagenswerthesten Lage sich befinden. Mit innigem Vertrauen, mit freudiger Hoffnung stellen wir deshalb unser Schicksal der Weisheit und Gerechtigkeit Eurer Königlichen Majestät anheim; diese Weisheit und Gerechtigkeit gewahren uns eine ruckt zu schätzende Bürgschaft dafür, daß jenem Vertrauen, wie jener Hoffnung baldigst entsprochen werde. Die wir in tiefster Unterthänigßeit ersterben: Eurer Kön. Majestät allerunterthanigste Diener Die SlcUeften und Borst.her der israelitischen Gemeinde zu Hannover. Berlin, 8. Mai. Die Preuß. Staatszeit, enthalt folgende Erklärung: „In No. 111. der Leipz. Allg. Zeit, vom 21. Apr. d. I. findet sich unter der Rubrik „Preußen"' ein Schreiben aus Danzig, vom 15. desselben Monats, worin es unter Anderem heißt: „In Graudenz haben sich vielfache Erbitterungen gegen die Juden geäußert, so daß diese sich genöthigt sahen, den General v. Natzmer in Königsberg um Kavallerie zu ihrer Beschützung anzugehen, weil sie Plünderung fürchten." — Wir fühlen uns hierdurch zu der amtlichen Erklärung veranlaßt, daß in dieser Mittheilung auch keine Sylbe wahr ist, im Gegentheil leben wir mit allen unseren Mitbürgern, ohne Unterschied der Religion, so sehr einträchtig, daß uns' jene Nachricht um so überraschender war, als auch nicht der geringste Vorfall am hiesigen Orte zu einer Mittheilung dieser Art Veranlassung geben kann." — Da uns eine ähnliche Mittheilung zugerommen war (No. 55.), so muß wol ein vielleicht absichtlich ausgestreutes Gerücht in dortiger Gegend zu Grunde gelegen, und sagen wir hiermit der Pr. Stsztg. unfern herzlichen Dank, die Sache in klares Licht gestellt zu haben. Liverpool, 13". Marz (Privatmmh. Verspätet.). Am 5. Februar starb hier der jüdische Arzt, Herr Joshua van Oven, 72 Jahre alt, tief.betrauert. Als Literat durch sein Manuel of Judaism, durch die talentvolle Uebersetzung unsrer schönen Liturgie und andere Schriften, als Arzt und Wohlthäter der Armen, als wirksames Mitglied der Gemeinde, hat' er sick viele Verdienste wahrend seiner 50jahrigen medicinischen Laufbahn erworben, daß die Vorsteher der Gemeinde den Rev. JDr. M. Isaacs ersuchten, ihm in ihrem Namen eine Standrede zu halten *). — Die a) Di? Rede ist gedruckt erschienen: Funeral Address, delivered by the Kev. D. M. Isaacs, Lecturer to the Liverpool Hebrew Congregation, at the interinent of the late Joshua van Oven, Esq. Februarv 7, 5598. A. M. Liverpool 1838. Price six pence. Als englisch - jüdische Predigt merkwürdig. D. Redact. vorzügliche Entwickelung des jüdischen Hospitals und der Freischule allhier haben wir besonders seinen Bestrebungen zu verdanken. Literatur. Kleine Bücherscham (Fortsetzung.) 7) Spy1' Allgemeines Gebetbuch für gebildete Bekenner der^ mosaischen Religion. Nach vorhandenen alten Gebeten bearbeitet von H. Miro, Lehrer an der K. Wilhelm sschule. Vierte rechtmäßige Auflage. Breslau, 1837. 8. S. XIL und 274. Mit Vergnügen zeigen wir diese vierte Auflage eines zeitgemäßen deutschen Gebetbuches an, das namentlich die Bedürfnisse des weiblichen Geschlechts befriedigen wird. Wie cö sein muß, geht dieses Gebetbuch vom Standpunkte der Synagoge selbst aus, um sowel für die, so sich eifrigst zu ihr bekennen, als auch für die entfernter Stehenden das Genügende zu enthalten. Die Sprache ist volksgemäß und voller Religiosität und Sittlichkeit, ohne alle Schwülstigkeit und Breite. Der Mannigfaltigkeit und Vollständigkeit wegen härten wir z. B. noch gewünscht: einige Gebete für die verschiedenen Jahreszeiten; Gebet für den israel. Handwerker. Mag der Erfolg dieses Gebetbuches ein immer steigender sein, und recht bald wieder eine neue Auflage nochwendig werden. Z—r. s) üvo dv rspin vsipd rrpn psano mrs nSao '■Q"' D"U;n TWvüQ IV »rc*(.ui, 1837. Zum Besten der KrankenverpflegungS - rc. Gesellschaft $WHp) zu Breslau (4 gGr.). Der nunmehr auch verstorbene Moses Körner, ein Nachkomme des berühmten jüdischen Schriftstellers, von dessen Lebensschicksalen das Büchlein handelt, wurde vielseitig aufgeforderc, die in seinen Händen befindliche Abschrift des Mscprs drucken zu lassen. Herr Miro in Breslau hat eine Uebersetzung, und der Herausgeber^ einen hinzugefügt. Wir würden hier einen Auszug aus der höchst interessanten Erzählung nnttheilen, wenn wir nicht befürchteten, dadurch dem Ankauf des Büchleins zu schaden, das zur tröstenden Vergleichung der Vergangenheit mit der Gegenwart so mannigfache Gelegenheit gibt. Z—r. 9) Die geistige Ausbildung der israelitischen Jugend, im Lichte der Religion. Reden und Einsegnungs-Epiloge nebst Vorbemerkungen und Beilagen, von Joseph Levin Saalschütz, Dr. der Phi los., össentl. Lehrer der Religion rc. zu Königsberg, ordentl. Mirgliede der hisior.-theol. Ges. zu Leipzig. Königsberg, bei Unzer. 1838. XIV. und 161 S. gr. 8. Man wird von dem Gegenstände streitiger Ansichten unter den Israeliten wissen, ob es Bedürfniß der Jugend sei, eigene Elementar- und Bürgerschulen zu besitzen,-oder ob nur Religion s sch ulen bestehen sollen, deren Besuchszeit mit den Schulstunden nicht collidirt, und die nur die höchst fühlbare Lücke von israelitischem Religionsunterrichte ausfüllen. Wir könnten recht bedeutende Autoritäten dafür und dagegen anführen. Zuletzt begab man sich dahin, daß es hierbei zu viel-auf Lorali taten ankomme, als daß man ein allgemeines Prinzip streng durchführen könnte. Der gelehrte und als Archäolog höchst schätzenöwerthe Verfasser dev vorliegenden SchnftchenS, gibt es als eine besondere Aufgabe seines Strebens an, auf Religionsscku len überall zu dringen, wo keine besonderen Schulen für die israelitische Jugend bestehen.^ Eben so sehr müssen wir auch darauf Hinweisen, daß in den für Israeliten bestehenden Schulen der Religionsunterricht besser und umfassender betrieben werde, denn Ref. könnte isralitifche Schulen nennen, wo nur eine (!) Religionsstunde,

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