Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 1 (1837)
- Issue
- Heft 41 (27.7.1837)
- Date
- 1837-07-27
- Page
- Seite 164 (sequence 4)
- Language
- German
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164 Zweck der Vorsehung, sondern Besserung, und schließt also die Gewißheit einer bessern Zukunft und die Zuversicht in sich — die Stauet heiligt auch die Trauer selbst. XL. Die einzelnen Satze mit Anwendung auf den bevorstehenden Trauertag Jerusalems. Schluß: Zu dieser Wirkung gehört aber die rechte, sinnige Trauer. Belletristik. Israelitische Lebensbilder. 3. Der ältere. Knabe.* Azurblauer Himmel wölbt sich Ueber Hellä's grüner Flur, Aber dunkelgtaue Wolken Stehen über Jakob nur. Säuselnd läßt Apollo streichen Durch Achaja feinen Hauch, Auf Jeschuruns Häupter öffnet Nur Gewittersturm den Schlauch. Ob auch blind, Homeros wandelt Singend an Joniens Strand, Hiob aber sitzt auf Aschen, Seine Wund' ist ohn' Verband. Honig trieft von Plato's Lippe, Und sein Aug' ist sonnenklar. Aber Salomo, der Weise, Thut die-Eitelkeit nur dar. Laßt mich, düstere Geschichten! Wiegelnde Gedanken, flieht! Laßt mich mit der muntern Seele, Wo der frische Oelbaum blüht. *) Schlinge, Jakob, nicht so enge Deiner Arme Druck um mich! Laß des Geistes kräst'gc Schwingen Frei in mir entfalten sich! Ikarus, das Licht de» Sonne Zieht auch mich zu dir empor: Noch ist mir zu zart das Leben Für des Himmels dunkles Thor. —**) '•) Das vorstehende, zart gehaltene Gedicht erfordert freilich schon eine bedeutende Bildung zum rechte« Derständniß. ES stellt das Frische, Heitere, Lebensmuchige des Griechen thrrms dem Düster», SchwermSthigeo des Jodeothmns entgegen, und vom muntern, strebenden Knaben n>«d das Erstere vorgezogen. Dennoch liegt im letzte» Verse schon die Ahnung, daß dies Literatur. Ben-Lee, oder: Ist eine Emancipation der Juden denkbar? Biographische Skizze aus dem Tagebuche eines Poeten, von F. Th. Wangenheim. Hamburg, Berendsohn 1837. IV. u. 173 S. 8. (1 Thlr.) Der fingerfertige Romanschreiber Wangenheim, der nicht müde wird", an die Emancipation der Juden stine unsinnigen Phantasicen heranzubringen, gebraucht sie schon wieder, um einem Romane ein interessantes Aushängeschild zu geben. Diesmal ist es aber wirklich nur Aushängeschild. Um dies desto nachdrücklicher nachzuweisen, möge ein anderer- Recensent Kr uns sprechen ^iepert.^der ges. deutsch. Literat, von Gersdorf, XII. H.2. »Ein XL! englischer, also emancipkrter Jude, der Sohn eines zelotischen Rabbiners, hat ein Liebesverhältniß mit der Tochter eines englischen Geistlichen angeknüpft, wird, um sich den Weg zu ihrem Besitz zu bahnen, Militair, und schwingt sich zum Offizier auf, findet aber bei der Rückkehr ihren Bater aus Kummer todt, seine Eltern aus gleichem Grunde ausgewandert, und seine Geliebte als Witwe. Er wird unterdeß einer der ausgezeichnetsten englischen Schriftsteller, und da sein literarischer Erwerb zu seinem Hälbsold kommt, so heirathet er die alte Geliebte. Allein sie stirbt bald, und er zieht mit seinem Kinde nach Baicrn. Dort bietet ein reicher Engländer gleich bei der ersten Unterredung dem berühmten Schriftsteller seine schöne, reiche, geistvolle Tochter au, Ben-Lee kämpft zwischen dem Eindruck, den die Schöne auf ihn macht, und der Treue gegen seine verstorbene Gattin. Er schlägt das Anerbieten in einem Gedichte aus, was man gerade in dem entgegengesetzten Sinne auslegt, und die Verlobung declaritt. Dies zieht ihm Herausforderungen von andern Anbetern der Schönen zu. Auf einmal findet ihn aber sein Vater, der jüdische Rabbiner. Es wird entdeckt, daß er jüdischer Abkunst, evangelisch getauft ist. Das Mädchen hält ihn nun ihrer Hand, die Gegner halten ihn nun ihrer Waffen nicht mehr würdig; die Juden fluchen ihm als Abtrünnigen, die Christen fliehen ihn als ehemaligen Juden. Er irrt verlassen durch die Welt, will sich umbringen, thut es um seines Kindes willen nicht', und thut es später doch, nachdem er das Kind bei einem Geistlichen uutergebracht- Diese ziemlich unvollkommen' motivitten Vorgänge werden nicht ohne Gefühl erzählt. Was dies Alles aber mit der Frage über die Emancipation der Juden zu thuu hat, begreifen wir nicht!« Dom Dr. G. Salomon in Hamburg ist der »David, der Mann nach dem Herzen Goftes, als Mensch, Israelit und König, in 26 Kauzelvorträgen« erschienen. Zu Air die Fortsetzung eines früher angefangeuen Commentars, nämlich: Commentoire de Avise Cremien 'sur le commentaire du rabin Abraham Aben-Ezra sur.Salomon et Job, premier commentaire litteraL ln 8. In Krotoschin eine Uebersetzung des Pentateuchs mit Anmerkungen von Johlfou in jüdisch-deutschen Lettern, betitelt. ohne große Gefahr für ras Leben nicht geschehe« kan», und daß es nur der Jugend nachgesehen werden soll. Es charakttristrt die Stufe der studirenden Jugend, die stch gewöhnlich, augelockt vom Reiz des klastischen Studiums und durch des Lebens Ernst und Tiefe «och nicht gewarnt, vom Judmthume entfernt. d. Red. Redacteur: Dr. fi: Philippson. — Verlag von B«margärt»ers Buchhandlung. — Druck von W. Haack.