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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1837-07-22 · Heft 38 (22.7.1837) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
1 (1837)
Issue
Heft 38 (22.7.1837)
Date
1837-07-22
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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i. Z-hrg-ng. Si f Cg enteilte No. 38 Zeitung -es Iu-cnthnms. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. (Mit König!. Sächsischer allergnädigsirr' Coacession.) Leipzig, den 22. Juli 1837. Belletristik. Die Maranuen. Novelle aus dem letzten Zahrzehend des fünfzehnten Jahrhunderts.* gefragt. Es war spät, di«. Jünglinge verabschiedeten sich, Alonzo warf der Geliebten noch einen zärtlichen Blick zu. Das Verhängnis hatte aber schon längst in die Räder ihres Glückes gegriffen. (Fortsetzung.) 17. Unten wurde wieder geklopft und bald darauf führte die Duenna einen Benediktinermönch in. die Stube. In langem härenem Chorrock, um den ein weißes Tuch um den Hals gebunden war, stand der Mönch da, und sah mit großen Augen im Zimmer umher, bald auf dm altm Arzt, bald auf Dinah oder Alonzo seinm forschendm Blick richtmd. In dm klemm Augen malte sich die List, imhalbgeöffneten Munde die Bosheit, das Gesicht war voller Furchm, die Physiognomie des frommen Bruders trug die Spurm jahrelanger Leidmschastm, die in der Person verborgm gewüthet habm mochten. »Ihr seid der Zudmarzt Arama?« »Zu dimen, würdiger Pater.« »Der Prior meines Klosters läßt Euch augenblicklich zu sich hinüber bitten, er hatte beim Abmdgebet ein schnelles Uebelbefinden« — »Ich bin bereit.« Wiederum wurde geklopft» Jehudah Abarbanel ttat ein, mit gewohnter Heiterkeit die Frmnde begrüßend. Arama entschuldigte feine Entfernung. »Gam bimnuchatam loh jischkenu reschaim,« *) murmelte er für sich hin. Der Mönch sah ihn hohnlächelnd an, als verstünde er dm Sinn der Worte. Beide gingm hinweg. Jehudah war bettoffm, hier Alles so gespannt zu findm, Alonzo'erzählte ihm Arama's Begegniß. »Arama ist ein Thor,« bemerkte ec, - »wäre er zum Castilier gegangm und hätte dem Maurm eine Stunde später an den Puls gefühlt,« — und somit setzte cc sich zu Dinah, sie mit Fragm bestürmmd, währmd Alonzo mit großen Schrittm das Zimmer maß. Nach einer langm Stunde kehrte Arama zurück. Mit des Priors Krankheit hatte es nicht viel auf sich, er hatte vielmehr den Arzt so -lange zurückgchaltm und über seine Familimverhälwisse.aus- *) Auch in ihrer Stühe können die Bösewichter nicht ruhen. »In der Angst ruf ich die Gottheit an, der Gottheit Antwort schuf mir Raum'.« »Der Herr mit mir, so furcht' ich nichrs, was kann der Mensch mrrthun!« »Der Herr mir zu meiner Hülfe, und ich sch' auf meine Feinde »Vesser ists, dem Herrn .vertrauen, als auf Menschen sich verlassen!« »Besser ists, dem Herrn vertrauen, als auf Fürstenwort zu bauen!« »Umgeben auch die Völker mich, beim Ewigen, ich verm'chte »Umgeben sie von allen Seiten mich, beim Ewigen, ich vernichte sie!« »Umgeben sie wie Bienen mich und drängen wie das Dornenfeuer, beim Ewigen, ich zerhaue sie!« »Man stürzt auf mich, daß ich fallen soll, doch mein Gott ist mein« Stütze!« »Mein Sieg, mein Saitenspicl ist Gott, er wird zum Retter »Dann ist Sieg und Frcudengesang in den Zelten der Gerechten, Hallclujah!« So sang am Abende des folgenden Tages der Arzt David Arama, dabei weinten seine Augen, und die Thränen rollten über die ttockene Wange auf das Buch herab, durch die Thränen sah der Blick nach oben. Er saß aber in einem Lehnstuhle auf seidenem Polfter, sein Haupt ruhete in der Hand des auf den Tisch gestützten Armes, er hatte seine Feierkleider angelegt, ein prächtiges blauseidenes Obcckleid, der Turban strotzte von Perlen.. Auf dem mit einer seidenm, silberdurchwirkten Decke des Tisches standen eine silberne Schüssel, mit grünen Kräutern umkränzt, drei weiße Passahkuchen enthaltend, ein silberner Pokal voll reinen Malaga's und vier Leuchter mit brennenden Wachskerzen. Dinah saß neben ihm. Die Trauerkleider hatte sie heute abgelegt, denn das heilige Osterfest war gekommen, das Fest der Befteiung aus der Knechtschaft Aegyptens, ein weißes seidenes Kleid I umschloß ihre Glieder, an der Stirn prangte ein Diadem, dem» Arama wollte sie heute als Königin geschmückt sehen, da am Tage der Befteiung Israels Kinder sich als Fürsten

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