Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 1 (1837)
- Issue
- Heft 34 (15.7.1837)
- Date
- 1837-07-15
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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i. Jahrgang. <üCC|j; ent eine No. 34. Zeitung des Zudcnthums. Ein unpartheiifches Organ für alles jüdische Interesse. (Mit König!. Sächsischer allergnä-igsre:' Concession.) Leipzig, den 15. Juli 1837. Politik. Zeitungsnachrichten. (Fortsetzung des Artikels aus Dresden.) Die Abstimmung über den zu gestattenden Kleinhandel war so zweifelhaft, daß sie zweimal wiederholt werden mußte. Endlich wurde er mit 34 gegen 33 Stimmen den Juden entzogen. Beim Ausschnitthandel standen 34 gegen 32 Stimmen für das Verbot. Der Tuchhandel wurde ihnen durch 49 gegen 18 Stimmen gestattet. Das Halten von Apotheken wurde ihnen durch die Mehrheit gegen 20 Stimmen entzogen. DieBetteibung der Gast Speise- und Schankwirthschaft soll nach dem Beschlüsse der Majorität den Juden ebenfalls nicht gestattet werden, nur 11 Stimmen erklärten sich gegen diesen Beschluß. Vom Branntweinbrennen wurdm sie ebenfalls ausgeschlossen , ungeachtet des Widerspruchs von 28 Stimmen, ebenso vom Schacher- und Trödelhandel mit Ausschluß von' 23 Stimmen. Doch wurde die Bestimmung über die ausnahmsweise erfolgende Concefsionsertheilung dazu einstimmig angenommen. Die Untersagung der Betreibung der Advocatur wurde durch 36 Stimmen gegen 30 beim Namensaufruf aufgehoben, nachdem eine frühere Abstimmung nicht zweifellos geblieben war. Gegen das Separatvotum des vr. v. Mayer, welches ausdrücklich die Betteibung der Advocatur vorbehaltlich der Dispensationsettheilung dazu gestattet wissen will, erhoben sich nun blos 17 Stimmen. Concession zur Betteibung des Grossohandels und Speditionsgeschäftes sollen die Israeliten erhalten können. 27 Stimmen erklärten sich gegen die vorgängige Concessionsertheilung, dagegen beschloß die Mehrheit von 37 Sümmen, ihnen unbedingt das Wechselgeschäft, und 38 Stimmen ihnen ebenso den Viehhandel zu erlauben. Am erregtesten war die Debatte über die Gestattung des Klein- und Ausschnitthandels; hier mußten nicht nur dft Abgeordneten von Dresden und Leipzig gegen die Anschuldigungen reklamiren, daß ihnen das Interesse der Gewerbtreibenden nicht höher stehe als das Interesse einzelner Ausschnitthändler, sondern es' entspann sich auch eine lebhafte Besprechung zwischen dem Präsidium, des Abgeordneten Meise! und dem Abgeordneten v. Thielau über dm Schluß der Discussion. In Folge derselbm reichte Letzterer sofort ein Urlaubsgesuch auf die Zeit vom 30. Juni bis letzten November, als auf die Dauer des Landtags ein, worüber am Schlüsse der Sitzung abermals eine «regte Berathung entstand. Von Thielau's Gesuch wurde ungeachtet einer großm Minorität von der Kammer bewilligt. (Schluß folgt.) Belletristik. Di« Marannen. ^Novelle aus dem letzten Jahrzehend des fünfzehnten Jahrhunderts.* (Fortsetzung.) 16. Täglich ttaf man jetzt Jehudah auf dem Bazar nebm der großen Kathedrale, zierliche Geschenke für seine Schwester kaufmd, und dann mit hastiger Eile die Hauptstraße hinunter eilmd, um dm Triumph seines gutm Geschmackes in dm Augm Dinah's zu lesen. Gerade durch diese zättliche Aufmerksamkeit auf kleine Bedürfnisse des Andern bezaubern Menschm von feinem Gefühl, durch das Errathm seiner leisestm Wünsche, durch Gefälligkeitm, deren seidenes Geflecht sich fester und sanfter um unser Herz herumlegt, als das schneidmde Liebesseil einer großm Wohlthar. Diese erregt Bewunderung, Hochachtung, aber auch das Gefühl der Unterwürfigkeit, himerlaßt daher in niedem Seelm desto leicht« Undankbarkeit; jme binden uns mit dm Blumm des Frohsinns und der Freundschaft an einander und machm uns gegmseitig unentbehrlich. Alonzo konnte hierin nicht mit feinem Frmnde wetteifem, ein Sttauß duftmder schneeweißer Orangeblüthm mit goldgelbm Früchtm durchbrochm, ein Kranz von blühendem Lmtiscus, um das Bild des geliebtm Vaters zu hangen — das warm die Gabm, die er von seinm einsamm Wanderungen, die er jetzt mehr als sonst suchte, der still Geliebtm verehtte, die diese Beweise schüchtemer, aber ebm so edler Aufmerksamkeit nicht mit der lautm Freudigkeit wie Jehudah's künstlich gearbeitete Armfpangm, wie die vom feinstm Holze gearbeitete Mandoline, aufnahm, aber mit einem Gefühle gemischt von erhabmem Stolze und stillem Danke. Auf beide Frmnde hatte der Umgang mit Dinah einm merkwürdigen Einfluß, beide dachtm beständig