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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1837-07-11 · Heft 32 (11.7.1837) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
1 (1837)
Issue
Heft 32 (11.7.1837)
Date
1837-07-11
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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I. Jahrgang. , AMHeMStKL Nv. 32. Zeitung des Judcnthums. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. (Mit Königl. Sächsischer allergnädigster Concefsion.) Leipzig, den 11. Auli 1837. Politik. Zeitungsnachrichten. Paris, 20. Zum. Dem Israeliten Herrn Salomen Alkan, Präsidenten des Rettungs- und Hülfsvereins, ist vom Könige das Kreuz der Ehrenlegion ertheilt worden. Es ist dies eine Belohnung, die den Bemühungen dieses Mannes angemessen ist, der seit 20 Jahren ein Trost der Unglücklichen war. . ' (CourfransO Düsseldorf, 20. Juni. Seit 17 Jahrm war.die hiesige israelitische Gemeinde ohne geistliches Oberhaupts dies machte sich aber täglich fühlbarer, und so schritt man zur Wahl, die auf Herrn vr. Jakob Ro send erg, Sohn eines allgemein geachteten Mitbürgers, fiel. Derselbe wurde einstimmig gewählt; und diese Wähl konnte nur durch Motive herbeigcführt werden, die sowohl auf feine Vertrautheit mit den theologischen Wissenschaften schließen ließen, als auch seine tüchtige Bildung in Zweigen weltlicher Wissenschaften verriethen, ohnedies er die Zeitansprüche seinem Wissen anzubequemen weiß. Sonntag, fand ein glänzendes Festmahl zu Ehren des neuen Rabbi statt. Alles war in der ftohesten Stimmung. Toaste wurden ausgebracht: Zuerst von Hrn. Roscnberg zum'Wohl Sr.'Maj. unseres erhabenen Königs, des unter uns weilenden geliebten Prinzen Friedrich, sowie des ganzen k. Hauses; dann von dem Vorstande auf das Wohl des Hm. Rosenberg, und dann von Allen auf das Wohl aller gutgesinrkten Mitbürger. (Ddorf. Zeit.) Heidelberg, 14.Juni. Gestern ist der vr. Maier, Rabbiner zu Stuttgart und geistliches Mitglied der israelitischen Oberkirchenbehörde im Königreiche Würtemberg, in Begleitung der Rabbiner Bloch aus Buchau und vr. Wassermann aus Mühringen, hier durchgereist, um sich nach Wiesbaden zu begeben, wo nächsten Sormtag eine Synodal-Versammlung von Rabbinen aus verschiedenen Theilen Deutschlands ihren Anfang nehmen wird, und zwar auf Einladung des vr. G ei g er, Rabbiners zu Wiesbaden, in der »Wissenschaftlichen Zeitschrift für jüdische Theologie.« ~ Daselbst ist auch der Zweck dieses geistlichen Frei-Convmts angegeben: Vorbereitendes Besprechen der wichtigsten Cultus - und Reform-Angelegenheiten, um allen gerechten Wünschen entsprechen zu können, wenn die Landesregierungen, aufgefordert von den israelitischen Gemeinden, solche Synodm anordnen werden, um endlich eine Angelegenheit zu schlichtm, von welcher man bis jetzt noch hier und da die bürgerliche Gleichstellung der Jftaelitm abhängig gemacht. Dresden, 26. Juni. (Vorläufiger Bericht über die Verhandlungen der zweiten Kammer.) In der Sitzung vom 23stm wurde nur ein Theil der allgemeinen Debatte vorgmommen, die am 26sten fortgesetzt wurde. Allein man konnte schon an jenem Tage bemerkm, daß die Discussion einen andern Charakter als in der ersten Kammer annehmen würde, so daß, wenn auch nicht bedeutende Zugeständnisse mehr sich resultirten, doch eine viel lebhaftere Opposition-mit nicht zu verachtender Minorität statt finden würde. Allerdings hatte sich die Deputation der zweiten Kammer größtmtheils für die in der ersten Kammer ^beliebten 'Beschränkungen des Gesetz - Entwurfes erklärt. Die meisten Redner, die am 23. Juni auftraten, sprachen aber gegen diese Beschränkungen, und gingen zum Theil noch weiter als der Gesetzentwurf selbst. Besonders zeichneten sich in dieser Hinsicht die Reden der Abgeordneten v. Thielau und vr. v. Mayer*) aus, denen'sich auch größtenthekls v. Leyßer anschloß. Eisenstuck beharrte auf seiner am vorigen Landtage entwickeltm fteisinnigen Ansicht, meinte aber, so lange für Beschränkungen stimmen zu müssen, so lange der Gesetzentwurf ein bloßes Localstatut für Dresden und Leipzig sei. Gegen den Gesetzentwurf und überhaupt gegen jede Begünstigung der Jftaelitm sprach sich der Abgeordnete Hantzschel aus Mitweida aus. — In der Sitzung vom 26. sprachen noch 14 Mitglieder, und zwar, mit Ausnahme einiger Wenigen/ für die Emancipation, zum Theil für eine völlige. Minister Nostiz und Jankendor^wies am Schlüsse der Debatte darauf hin, daß allerdings diejmigm, welche einen Gesetzentwurf über völlige Emancipation erwattet hättm, sich getäuscht sehen müßtm. Allein die vorigm Stände hätten selbst blos eine zweck- und zeitgemäße Verbesserung des Zustandes der Israeliten gewünscht. Die Regierung habe mit *) Es ist hier wohl am. Platze, über diese ausgezeichnete Persönlichkeit dem Leser einige Kunde zu geben. Bon Mayer war früher Privatdocent in Leipzig, daun Advokat, und ist jetzr Besitzer einiger großen Rittergüter in der Oberlaufitz; in Folge seines ausgezeichneten Talents, das er beim vorigen Landtage in den demselben vorgelegten wichtigen Angelegenheiten kundgab, ward er von den Oberlausitzer Provinzialständen zum Landesbestallten (soviel als Diceprästdent derProvinzialstände) erwählt. Als Anerkennung seiner ausgezeichneten Rede, worin er beim vorigen Landtage die Nothwendigkert einer erweiterten Bewilligung für die Universitär Leipzig und deren Bibliothek darstrllte, erhielt er am 3. August 1836 (dem Einweihungstage ches Augusteum in Leipzig) das Ehrendiplom als vr. philos. zugesendet. Gleich beim Anfänge des jetzigen -Landtags ward er mit großer Stimmenmehrheit zum Mitgliede der Gesetzgebungs- Deputation . der zweiten Kammer erwählt. d. Red,

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