Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 1 (1837)
- Issue
- Heft 31 (8.7.1837)
- Date
- 1837-07-08
- Page
- Seite 123 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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mährchm gar gern, besonders aus so schönem Munde. Erinnere ich mich Loch noch mit Vergnügen der altm Dumna in unserm Hause zu Lissabon,, wmn sie, mich wilden Burschen auf dem Schvoße, von der Prinzessin Aerura erzählte und ihren drei schönen Kindern im Schlosse am Tejo« Aber Joseph wehrte mit seinen Händchen ab und wollte, nach achter Kinderweise, Keinen zuhören lassen und lieber bis zum Abend warten. Alonzo übergab Dinah das Papier, erröthend -stattete sie ihm Dank für das Unbedeutmde ab, dessen Bewahrung Beweis seiner Austnerksamkeit für sie war. Das Gespräch gleitete nun über das neue Verhältniß Dinars, das sie reizend genug schilderte, Jehudah holte die Mandoline von der Wand, um dem Freunde' die Helle Stimme und den herzergreifenden Gesang seiner neuen Schwester hören zu lassen. Jeder Ton fand einen Wiederktang in dm gcspanntm Seiten von Alonzo's Herzm, wahrend Jehudah in pofsirlicher Stellung vom Anfänge der spanischen Romanze an die Hände zum Klarschm bereit hielt und dann am Ende sein Bravo mit dmselbm begleitete. Dinah zeigte dm Frmndm die schöne Aussicht vom Altan, terrassenförmig erhvbm sich weithin die grünm Weinberge, über die im Hintergründe diewaldumkränztm Älpuxares maiestatisch herüberblicktm. Sie wurdm gestört durch die Ankunft Arama's, der mit Schweiß und Staub bedeckt, seufzend von dem beschwerlichm Amte zurückkehrte und ehrerbietig dm königlichen Offizier als . Freund Jehudah's begrüßte, bald aber sich in dm Strom der Rede ergoß. »Ich bin weit in der Welt gewesen, junge Herrm, ich wanderte drei Tagereism durch die Wüste nach den Pyramidm Mizraims, und nach dm Trümmern von Rhamses, das die Kinder Israels gebauet haben, ich habe die Wüste, wo Moses unsere Vorfahren vierzig Jahre, führte, in zehn Tagm durchwatet, ich wallte ein Jahr lang jedm Tag nach Jerusalem, um in der heiligen Stadt mein Gebet zu verrichtm, aber damals war ich jung — jetzt wird mir der Gang durch die Straßm Granada's schon sauer — die zweibeinigm Muskeln da untm trocknm immer mehr zusammm, — Assjah dechikah ene awer., sagm unsere Weisen:. ein gedrückter Arzt hat blinde Augm, das will so viel sagm, meine Herrm, wmn man sich selbst nicht mehr helftn kann, wird's schwer. Andern zu helfen.« »Darum wär?s wohl besser, lieber Arama, Ihr setztet Euch zur Ruhe und gmießet der Früchte Eures thätigm Lebms,« meinte Dinah, dem Altm Wein und Backwerk bringend' und ihn zum Divan , ziehmd. - »Ei,-meine Tochter, zur Ruhe! wer wird rühm, solange noch eine Drachme Mark in dm Knochm ist, .da hieße '.es. ja mit Recht von mir, was unsere Weism sagm: lab scheberofim lagehenchu, der beste unter dm Aerztm sei der Hölle werth.« »Ein harter Ausspruch und schlechter Trost für die Schüler Galm's,« meinte Jehudah schalkhaft. »Für die schlechten, lieber Smnor, für die schlechtm, dmn die klugm Weisen wolltm damit nur sagm: wmn der Arzt auch noch so sehr seine Pflichten thut, so kann er doch leicht etwas versehm, oder kann einmal, von der.Liebe zur Bequemlichkeit verleitet, dm preßhaftm armm Kranken ein Sründchm zu lange wartm lassen, und da kann es schon einige derbe Hiebe in der Gehmna mehr abgeben. Die Pflichtm sind groß.« »Oder er kann,« setzte Jehudah ftrt, »einmal für ein bitteres Kraut ein Paar Maravedis zu viel abnehmen-, ich rede ohne Bezug, lieber Arama.« »Schadet nichts, mein Smnor,« erwiederte der Alte, indem er sich bequem auf dem Divan ausstreckte, das Glas Wein in die Hand nahm und nach seinem Segmsspruch langsam herunterschlürste. »Schadet nichts, da sagm unsere Weism wieder: Assjah demagan magan schaweb, der Arzr, der umsonst curirt, wird für nichts gehaltm. Glaubet mir, eine Hauptregel zum Prosperirm: je theurer die Mixtur, desto mehr hilft sie, je billiger der Arzr, desto eher wird er für einm Stümper gehaltm. Nicht die da roth werdm, wmn man sie bezahlt, nein, die es werden , wenn man sie nicht bezahlt, sind die gesuchtm Aerzte. Ich bin ein alter Praktiker, ich war in Griechmland, da geht der Kassirer gleich mit dem Seckel hinterher, je voller der Seckel, desto williger WÜLer gefüllt.« Die Klemm sprangen auf dm Großvater los, der sie herzlich küßte, ihnm von seinem Backlverke mittheilte und liebevoll zu Dinah auffchauete, die an der Ecke des Divans . stand. Alonzo schauere gerührt auf die Gruppe und besonders auf Dinah, derm Blick sich senkte, wmn er dem Alonzo's begegnete. Jehudah fuhr mit dm Fingern durch die Sairm der Mandoline. »Der Junge soll 2Ccjt werdm, Smnor,« fuhr der Alte ftrt, die Lockm Josephs herunterstreichmd, — in zwei Jahren fängt er dm Talmud an, in vier dm Galm, mit Talmud und Galm kommt man durch die ganze Welt.« Die beidm Freunde nahmm die Einladung zum Mittagsessen an. Jehudah saß dem Arzte gegmüber, Alonzo der Dinah, an dm beidm Enden des Tisches saßen die Kinder. Das Sprechen hielt natürlich am Altm, der in jovialer Laune I» feinm Reisen erzählte, seine Worte mit kemhastm taladischm und biblischm Sprüchm durchfpickmd; nach Tische aßtm beide ihrenTißhsegm betm, «ährmd der Alte